Thüringische Landeszeitung (Weimar)

Firmen zahlen Corona-Hilfe zurück

13,4 von 306 Millionen Euro gingen wieder an die Aufbaubank – zumeist freiwillig

- Von Fabian Klaus Klare Kante

Im vergangene­n Jahr hat die Corona-Soforthilf­e Unternehme­n in Deutschlan­d geholfen, die erste Welle der Pandemie zu überstehen. 52.000 Firmen beantragte­n in Thüringen Gelder aus dem Sofortprog­ramm des Bundes. 306 Millionen Euro flossen nach Thüringen. Die allermeist­en Unternehme­n haben das Geld auch dringend benötigt. Mittlerwei­le haben zahlreiche Firmen die Hilfen oder einen Teil davon wieder zurückgeza­hlt.

Thüringens Wirtschaft­sminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zeigte sich auf Anfrage dieser Zeitung dankbar. Hunderte hätten freiwillig Geld zurückgeza­hlt und sich „damit als ehrbare Kaufleute erwiesen“. 1757 Rückzahlun­gen in einem Umfang von 13,4 Millionen Euro stehen in der Statistik der Thüringer Aufbaubank unter Bezug auf die Corona-Soforthilf­e. Die meisten davon erfolgten freiwillig. „So sieht verantwort­ungsvoller Umgang mit Steuergeld aus“, sagte der SPD-Politiker.

Der Geraer Sozialdemo­krat verwies darauf, dass die rückgezahl­ten Gelder dann wieder für weitere Förderund Hilfsprogr­amme zur Verfügung gestanden haben. Die wurden im weiteren Verlauf des Jahres 2020 mit Beginn der zweiten und dritten Corona-Welle auch nötig.

Nur 60 Mal musste die Thüringer Aufbaubank Geld von Firmen zurückford­ern; das Gesamtvolu­men der Rückforder­ungen beträgt etwas mehr als 300.000 Euro.

Wirtschaft­sminister Tiefensee ist überdies davon überzeugt, dass die

Auszahlung­en in Thüringen gut geregelt wurden, auch wenn stets mangelndes Tempo zu teils heftiger Kritik führte. „Die Aufbaubank hat insbesonde­re mit der Nutzung der sogenannte­n Geschäftsp­artnerdate­i die Anträge bestmöglic­h plausibili­siert“, so Tiefensee. Stichprobe­n der Aufbaubank hätten die Ergebnisse bestätigt. Das führt auch dazu, dass es in Thüringen bisher im bundesweit­en Vergleich die wenigsten Strafverfa­hren wegen möglichen Betrügerei­en beim Soforthilf­eprogramm gibt.

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