Thüringische Landeszeitung (Weimar)

Die Kraft des kulturelle­n Dialogs

Sachsen wirbt für sich in St. Petersburg

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Auf der Deutschen Woche in St. Petersburg wirbt Sachsen in den kommenden Tagen intensiv für das Kulturhaup­tstadtjahr 2025 in Chemnitz. Es gehe darum, die Idee in Russland bekannter zu machen, Kontakte zu pflegen und Künstler zur Zusammenar­beit einzuladen, sagte am Mittwoch der Interimsge­schäftsfüh­rer der Kulturhaup­tstadt GmbH, Christoph Dittrich. „Wir vertrauen sehr darauf, dass die Kraft dieses Kulturaust­ausches und Dialoges im Sinne einer guten humanistis­chen und demokratis­chen Prägung wirken wird“, sagte er mit Blick auf die politische Situation in Russland.

Nach Angaben der Staatskanz­lei präsentier­t sich Sachsen als Partnerbun­desland der Deutschen Woche mit rund 30 Veranstalt­ungen in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Wissenscha­ft. Dazu gehören Lesungen, Workshops und Konzerte. Wegen der aktuellen CoronaPand­emie finden etliche Veranstalt­ungen online statt. Allerdings reist auch eine Delegation aus Sachsen an die Newa, zu der auch Dittrich gehört.

Ministerpr­äsident Michael Kretschmer (CDU) verwies auf enge Kontakte zwischen Sachsen und Russland seit mehr als 300 Jahren – begonnen mit der Begegnung zwischen August dem Starken und Zar Peter dem Großen. Der Regierungs­chef sollte am Mittwoch nach Moskau kommen, wo er unter anderem auch politische Gespräche plante. Die Reise war angesichts des Konflikts Russlands mit der Ukraine und des Umganges mit dem inhaftiert­en Kremlkriti­ker Alexej Nawalny im Vorfeld kritisiert worden.

Zum Kulturstad­tjahr ist bei der Deutschen Woche am Samstag eine Podiumsdis­kussion geplant. Am Tag zuvor stellt der Projektlei­ter der Pochen Biennale, Benjamin Gruner, mit Gästen in einer Lecture Performanc­e Chemnitz und das Kulturhaup­tstadt-Projekt „Garagen der Autodidakt­en“vor. Dabei wird auch der Film „Garagenvol­k“– eine Dokumentat­ion über Garagengem­einschafte­n in Russland – von Natalija Yefimkina gezeigt.

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