Le­ser­gar­ten

Traumgaerten - - Inhalt - In­ter­view Andrea Franz Fo­tos Mar­ti­na Onasch

Mar­ti­na Onasch hat uns Fo­tos aus ih­rem Gar­ten in die Re­dak­ti­on ge­schickt. Wir wa­ren ganz be­geis­tert – Sie auch?

Mar­ti­na Onasch hat uns Fo­tos aus ih­rem Gar­ten in die Re­dak­ti­on ge­schickt. Wir wa­ren ganz be­geis­tert – Sie auch?

Traum­GÄR­TEN: Ha­ben Sie Ih­ren „grü­nen Dau­men“schon im­mer ge­habt?

MAR­TI­NA ONASCH: Mei­nen „grü­nen Dau­men“hat­te ich frü­her nicht. Aber es war mir im­mer schon ein An­lie­gen, un­ser Zu­hau­se so schön wie mög­lich zu ge­stal­ten, da wir „un­se­re Schol­le“sehr sel­ten ver­las­sen konn­ten. Als wir den land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb über­nom­men ha­ben und die Kin­der klein wa­ren, hat mei­ne Mut­ter die „Um­la­ge“wei­ter ge­pflegt. Nun sah das zwar im­mer or­dent­lich aus, aber eher prag­ma­tisch. Un­ser

Gar­ten be­stand zu die­ser Zeit zum größ­ten Teil aus „Ess­ba­rem“, aus Ge­mü­se und Obst.

Wann und war­um ha­ben Sie mit dem Gärt­nern be­gon­nen?

Ich ha­be vor ca. 13 Jah­ren – nach ei­ni­gen Dis­kus­sio­nen mit mei­ner Mut­ter – an­ge­fan­gen, den Gar­ten um­zu­ge­stal­ten; erst lang­sam, und dann im­mer mehr und mehr. Ich ha­be mich mit der gro­ßen Stau­den­viel­falt be­schäf­tigt, zwi­schen­durch mit den Ro­sen und Ge­höl­zen. Nie­der­la­gen muss­te ich in un­se­rem doch recht rau­hen Kli­ma des Ober­ber­gi­schen Lan­des auch ein­ste­cken. Un­er­müd­lich ha­be ich im­mer wie­der neu an- und um­ge­pflanzt. Edel­ro­sen und eng­li­sche Ro­sen gin­gen bei uns lei­der gar nicht.

Was wa­ren die größ­ten Ve­rän­de­run­gen?

Ich pflanz­te zum Bei­spiel die Ram­bler­ro­se ‘Bob­by Ja­mes’ an ei­nen Ap­fel­baum. Sie mach­te mei­nem Va­ter, der ein ech­ter Ap­fel­fa­na­ti­ker war, die Ern­te aber recht schwer. Das Ess­ba­re wur­de bei uns frü­her so über­trie­ben, dass ir­gend­wann der Punkt ge­kom­men war, an dem ich mir schwor: „Nie wer­de ich was Ess­ba­res pflan­zen“! Heu­te ha­be ich zwar ei­ne an­de­re Ein­stel­lung da­zu, aber un­ser Gar­ten ist und bleibt un­ser grü­nes Wohn­zim­mer.

Ha­ben Sie ein Gar­ten-Vor­bild?

Wir ha­ben uns meh­re­re Ta­ges­aus­flü­ge ins re­la­tiv na­he ge­le­ge­ne Müns­ter­land ge­gönnt. Ei­ni­ge der schö­nen Gärten dort ge­hö­ren zu mei­nen Vor­bil­dern. Hier ha­be ich auch Stau­den­gärt­ne­rei­en und Baum­schu­len ge­fun­den, die al­le mei­ne Wün­sche er­füll­ten.

Wenn Sie zu­rück­bli­cken – wie wa­ren die An­fän­ge des Gärt­nerns?

Aus heu­ti­ger Sicht wür­de ich si­cher­lich vie­les an­ders ma­chen. Aber die Er­fah­run­gen (oder auch die Feh­ler), die ich in den Jah­ren ge­macht ha­be, ha­ben mir Pflan­zen­wis­sen ge­schenkt und das möch­te ich nicht mis­sen.

Was sind Ih­re Lieb­lings­pflan­zen?

Mitt­ler­wei­le bin ich ganz und gar den Al­ten, den „His­to­ri­schen Ro­sen“ver­fal­len. Dann ent­fach­te mei­ne Lei­den­schaft für Hos­ta und Cle­ma­tis. Al­le mei­ne Schät­ze lie­be ich, aber ganz be­son­ders mag ich die Ake­lei­en. Mit ih­ren Rü­schen­röck­chen pas­sen Sie ganz wun­der­bar in ei­nen Land­haus­gar­ten.

Gibt es be­son­de­re Kri­te­ri­en, nach de­nen Sie Ih­ren Gar­ten ge­stal­tet ha­ben?

Obers­tes Ge­bot im Gar­ten ist die Farb­har­mo­nie. Ich lie­be al­le Pastelltöne, am liebs­ten Ro­sa, Flie­der und Blau. Kräf­ti­ge Far­ben, wie Rot, Orange und Gelb sind da­ge­gen ta­bu!

Wie ge­nie­ßen Sie Ih­ren Gar­ten?

Das ist ganz ein­fach: Denn was gibt es Schö­ne­res als am Abend bei Was­ser­ge­plät­scher mit ei­ner gu­ten Gar­ten­lek­tü­re und ei­nem Glas Wein den Tag aus­klin­gen zu las­sen und Plä­ne für den nächs­ten Tag zu schmie­den?

Wie hoch schät­zen Sie Ih­ren fi­nan­zi­el­len Auf­wand pro „Gar­ten-Jahr“ein?

Die In­ves­ti­tio­nen der letz­ten Jah­re ha­ben wir nicht aus­ge­rech­net – und die möch­te ich gar nicht so ge­nau wis­sen! Für mei­ne Fa­mi­lie und mich hat es sich auf je­den Fall ge­lohnt. Heu­te le­be ich den Gar­ten nach dem schö­nen Spruch: „Weit geh’ ich sel­ten, ist der Gar­ten doch mein al­ler­liebs­ter Auf­ent­halt.“

Wenn ei­ne Gar­ten­fee er­schie­ne, was soll­te sie in Ih­rem Gar­ten ver­än­dern?

Ei­ne Gar­ten­fee könn­te be­stimmt noch ei­ni­ges ver­än­dern. Ich selbst hät­te aber auch noch ge­nug Ide­en, die ich aber lei­der aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr ver­wirk­li­chen wer­de. Ich bin froh, dass ich ne­ben un­se­rer Ar­beit auf dem Hof doch so viel er­reicht ha­be und ich hof­fe, dass ich un­se­ren Gar­ten – dank der Mit­hil­fe mei­ner mitt­ler­wei­le auch gar­ten­be­geis­ter­ten Toch­ter – noch lan­ge so hal­ten kann.

Was ra­ten Sie Gar­ten-An­fän­gern?

Al­len Gar­ten­an­fän­gern kann ich nur ra­ten, sich für ei­nen Gar­ten­stil zu ent­schei­den und sich nicht all­zu viel zu „ver­zet­teln“. An ei­ner Ecke im Gar­ten an­fan­gen und Ge­duld, Ge­duld und noch­mals Ge­duld. Auch die hat mich der Gar­ten ge­lehrt, denn ich war nie ein sehr ge­dul­di­ger Mensch.

“Weit geh’ ich sel­ten, ist der Gar­ten doch mein liebs­ter Auf­ent­halt“

Buchs und Ro­sen ge­hö­ren in Mar­ti­na Onaschs Reich.

Sitz­plät­ze la­den ein in­ne­zu­hal­ten – Bie­nen­ge­sum­me und Vo­gel­ge­zwit­scher als be­ru­hi­gen­de Be­gleit­mu­sik.

Von oben: Stock­ro­se in Cre­me­weiß; Mohn ‘Black Pe­o­ny’; hin­ter dem Tisch blüht reich­lich ei­ne Hor­ten­sie ‘Anna­bel­le’.

Ein Ort vom Duft der Blü­ten­pracht er­füllt – hier schöpft Mar­ti­na Kraft.

Ro­se ‘Jas­mi­na’ sorgt hier für ech­tes Dorn­rös­chen-Flair.

Ge­stie­fel­te Haus­wurz – ein kurioser Blick­fang.

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