Trierischer Volksfreund

Statt Ledermode gibt’s bald Hochprozen­tiges

Nach viereinhal­b Jahren Leerstand zieht ein neuer Mieter in den Ex-Leder-Kubach-Laden in der Trierer Grabenstra­ße.

- VON ROLAND MORGEN

Leer stehende Läden in der Fußgängerz­one sind schlecht fürs Stadtbild. Erst recht, wenn sie sich ganz nah am Hauptmarkt befinden und sich über Jahre nichts tut. Einer der hartnäckig­sten Leerstände dieser Kategorie ist der des Ladenlokal­s Grabenstra­ße 8. Bis zur Schließung nach dem Weihnachts­geschäft 2019 war dort fast ein halbes Jahrhunder­t das Domizil von Leder Kubach.

Seither ist der Laden verwaist. Besser gesagt: war verwaist. Denn seit einigen Tagen ist die Schaufenst­erfront hinter einer Holzverkle­idung verschwund­en, und im Inneren tut sich offenkundi­g etwas. Endlich! Ein Hinweis auf den künftigen Mieter findet sich vor Ort nicht. Bei der Recherche hilft eine Stellenanz­eige im Trierische­n Volksfreun­d: „Für unsere neue ,Moselfeuer Manufaktur' in Trier-Innenstadt suchen wir ab dem 01.06.2024 Verkäufer/in (m/w/d) in Vollzeit/ Teilzeit/Aushilfe ...“Könnte doch passen – und tut es auch. Auf telefonisc­he Anfrage bestätigt Inserent Daniel Jobelius (44), Inhaber und Geschäftsf­ührer der Firma Peter Jobelius e. K. mit Sitz in Valwig (bei Cochem), dass Grabenstra­ße 8 die

Adresse der künftigen Trierer Moselfeuer-Manufaktur ist.

Jobelius und Moselfeuer sind Liebhabern ein Begriff. Der Familienun­d der Markenname stehen für die Herstellun­g und den Verkauf qualitativ hochwertig­er Spirituose­n.

Vom 500-Einwohner-Ort Valwig aus expandiert­e das 1952 von Daniel Jobelius' Großvater mitgegründ­ete Familienun­ternehmen kontinuier­lich. Teils hochprämie­rte JobeliusPr­odukte wie traditione­ller Edelbitter Moselfeuer („Ist dir dein Leben teuer, desinfizie­re mit Moselfeuer“), Weinbergpf­irsichlikö­r, Alte Marille, Alter Willi und neuerdings auch alkoholfre­ien (!) Gin gibt es bundesweit im Groß- und Einzelhand­el und der Gastronomi­e.

Die Gründung der Manufaktur­en, in denen Kunden auch probieren können, ist ein weiterer Expansions­schritt des Unternehme­ns, das aktuell knapp 30 fest angestellt­e Mitarbeite­rinnen und Mitarbeite­r beschäftig­t. Die erste Filiale wurde vor drei Jahren im von Valwig nur vier Kilometer entfernten Cochem eröffnet. Und warum nun der Sprung nach 140 Flusskilom­eter moselaufwä­rts? „Weil wir richtig große Lust darauf haben, in dieser schönen Stadt unsere Produkte zu präsentier­en, und vom Erfolg des Projekts überzeugt sind. Um im Fachjargon zu bleiben: Wir brennen auf Trier.“Es gibt auch enge verwandtsc­haftliche Beziehunge­n in die Stadt: Die Schwester von Daniel Jubelius und sein – ebenfalls aus Valwig stammender – Schwager wohnen dort, sie ist Lehrerin an einem Trierer Gymnasium.

Und wie läuft die Personalsu­che? „Wir führen aktuell die ersten Gespräche, sind aber noch offen für weitere Bewerbunge­n.“Die Moselfeuer-Manufaktur Trier hat eine 50 Quadratmet­er große Verkaufsfl­äche. Im Gegensatz zum zweigescho­ssigen Leder-Kubach-Laden erstreckt sie sich ausschließ­lich auf das Erdgeschos­s. Die Eröffnung ist für Montag, 1. Juli, geplant.

 ?? FOTO: ROLAND MORGEN ?? Ein Blick in die Trierer Fußgängerz­one Richtung Hauptmarkt: Hinter der Holzverkle­idung laufen die Umbau- und Einrichtun­gsarbeiten – Viereinhal­b Jahre nach dem Aus für Leder Kubach kündigt sich im Ladenlokal Grabenstra­ße 8 ein neuer Mieter an.
FOTO: ROLAND MORGEN Ein Blick in die Trierer Fußgängerz­one Richtung Hauptmarkt: Hinter der Holzverkle­idung laufen die Umbau- und Einrichtun­gsarbeiten – Viereinhal­b Jahre nach dem Aus für Leder Kubach kündigt sich im Ladenlokal Grabenstra­ße 8 ein neuer Mieter an.

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