Ex­per­te for­dert Ren­ten­re­form

CDU-Po­li­ti­ker Weiß plä­diert für ein Min­dest­ni­veau

Trossinger Zeitung - - Erste Seite -

BER­LIN (sal) - Der Ren­ten­ex­per­te der CDU/CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on, Pe­ter Weiß, hat in der De­bat­te über die Zu­kunft der Ren­te für die Fest­le­gung ei­nes Min­dest­ni­veaus plä­diert. Man müs­se der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on ei­ne An­sa­ge ge­ben, auf was sie sich ver­las­sen kann, sag­te der CDU-Po­li­ti­ker der „Schwä­bi­schen Zei­tung“.

Weiß schlägt für die Zu­kunft ei­ne drit­tel­pa­ri­tä­ti­sche Ren­ten­fi­nan­zie­rung vor: ein Drit­tel Ar­beit­ge­ber, ein Drit­tel Ar­beit­neh­mer, ein Drit­tel Staat. Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus Em­men­din­gen be­kom­me täg­lich den Är­ger je­ner Rent­ner zu spü­ren, die un­er­war­tet auf ih­re Be­triebs­ren­te noch dop­pel­te Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge zah­len müs­sen. „Da ist es ver­dammt schwer, ei­ne ge­rech­te Lö­sung zu fin­den. Ich wer­be da­für, die­se Pro­ble­ma­tik ab­zu­mil­dern, zum Bei­spiel durch ei­ne Re­form der der­zei­ti­gen Frei­gren­ze von 152,75 Eu­ro.“

BER­LIN - Sei­nen En­keln wür­de er ei­ne Ries­ter-Ren­te emp­feh­len, so­bald sie Kin­der ha­ben. Und für die jun­gen Leu­te fin­det er auch die Fest­le­gung ei­nes Min­dest­ni­veaus sinn­voll. Pe­ter Weiß, stu­dier­ter Theo­lo­ge und und CDUAb­ge­ord­ne­ter aus Em­men­din­gen, ist Ren­ten­ex­per­te der Uni­ons­frak­ti­on. Sa­bi­ne Lenn­artz in­ter­view­te ihn. Die Ries­terRen­te gilt als Flop. Soll es sie wei­ter­hin ge­ben? Wür­den Sie Ih­rem En­kel emp­feh­len zu ries­tern? So­bald er selbst Kin­der hat Ja. Dann ist die Ries­ter-Ren­te dank des ho­hen Zu­schus­ses das at­trak­tivs­te, was es gibt. Wir wol­len mit der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft ein ein­fa­ches und kla­res Stan­dard­pro­dukt für Ries­ter ent­wi­ckeln. Ich hof­fe, dass dann das Ver­trau­en in die Ries­ter-Ren­te wei­ter steigt. Es ist im­mer gut, be­trieb­li­che und pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge an­zu­spa­ren. Wenn die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge vom Ar­beit­ge­ber mit­fi­nan­ziert wird, ist sie für jun­ge Be­rufs­an­fän­ger das At­trak­tivs­te. Was die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge an­geht, so sind vie­le Neu­rent­ner ge­schockt, wenn sie auf ih­re Le­bens­ver­si­che­run­gen rund 20 Pro­zent Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge nach­zah­len sol­len. Die SPD kann sich vor­stel­len, das we­nigs­tens zu hal­bie­ren. War­um sperrt sich die Uni­on? Die SPD hat das selbst 2004 ein­ge­führt. Für die Zu­kunft ist das Pro­blem schon ge­löst. In der An­spar­pha­se der Be­triebs­ren­te spart der Ar­beit­neh­mer die Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ein, und die Ar­beit­ge- ber ver­pflich­ten wir, die bei ih­nen ein­ge­spar­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zum größ­ten Teil dem Ar­beit­neh­mer zur Be­triebs­ren­te mit­zu­ge­ben. Erst nach­ge­la­gert wird dann der Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag fäl­lig. Dies ist un­ter dem Strich im­mer ein Plus für den Be­triebs­rent­ner. Aber was ist mit de­nen, die jetzt ih­re Be­triebs­ren­te be­kom­men? Da ist es ver­dammt schwer , ei­ne ge­rech­te Lö­sung zu fin­den. Wur­de die­se Be­triebs­ren­te aus so­zi­al­ver­si­che­rungs­frei­en Bei­trä­gen an­ge­spart oder wur­de schon mal Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag be­zahlt? Aber die Re­ge­lung von 2004 hat da­zu ge­führt, dass trotz der jetzt er­folg­ten Neu­re­ge­lung die Äl­te­ren ih­re En­kel vor Be­triebs­ren­ten war­nen. Das ist ein po­li­ti­sches Pro­blem. Ich wer­be da­für, die­se Pro­ble­ma­tik ab­zu­mil­dern, z.B. durch ei­ne Re­form der der­zei­ti­gen Frei­gren­ze von 152,75 Eu­ro. Die Ren­ten­kom­mis­si­on nimmt ge­ra­de ih­re Ar­beit auf, bis 2020 soll ein Vor­schlag zur Si­che­rung der künf­ti­gen Ren­ten vor­lie­gen. Gibt es denn noch neue Er­kennt­nis­se? Wir ha­ben ei­ne po­si­ti­ve Ent­wick­lung, die Ren­ten stei­gen und das Ren­ten­ni­veau geht nach oben. Die Fest­le­gung im Ko­ali­ti­ons­ver­trag, das Ren­ten­ni­veau bei 48 Pro­zent zu hal­ten und die Bei­trä­ge nicht über 20 Pro­zent stei­gen zu las­sen, ist in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode ein­halt­bar, in der nächs­ten bis 2025 vor­aus­sicht­lich auch. Dann wird man aber wohl ei­nen zu­sätz­li­chen Steu­er­zu­schuss für die Ren­te be­nö­ti­gen. Die Ren­ten­kom­mis­si­on soll ei­nen Vor­schlag ent­wi­ckeln, wie die Jah­re nach 2030 aus­se­hen sol­len. Hal­ten Sie ei­ne Hal­t­el­i­nie für das Ren­ten­ni­veau für nö­tig? Die Fest­le­gung ei­nes Min­dest­ni­veaus ist sinn­voll, weil man ja der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on ei­ne An­sa­ge ge­ben muss, auf was sie sich ver­las­sen kann. Hö­he­re Bei­trä­ge, län­ge­re Ar­beits­zeit oder we­ni­ger Ren­te sind die be­kann­ten Stell­schrau­ben. Ein Vor­schlag von Wirt­schafts­ex­per­ten ist, das Ren­ten­ein­tritts­al­ter ge­ne­rell an die Le­bens­er­war­tung zu kop­peln. Was hal­ten Sie da­von? Die­ser Vor­schlag kommt jetzt noch zu früh. Wir ha­ben erst ein­mal bis 2029 die schritt­wei­se Ein­füh­rung der Ren­te ab 67, da­nach muss man wei­ter­schau­en. Ich fin­de, ent­schei­den soll das die Ge­ne­ra­ti­on, die dann be­trof­fen ist. Wen fra­gen Sie denn da? Die Jun­ge Uni­on, die Wirt­schafts­ju­nio­ren oder wen? Das wä­re mein Vor­schlag, wir müs­sen die Jun­gen ein­be­zie­hen. Man muss auch vor dem Hin­ter­grund neue­rer Schät­zun­gen der Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung dis­ku­tie­ren. Die Ren­ten­kom­mis­si­on wird Zah­len, Da­ten und Fak­ten auf den Tisch le­gen. Ist es vor dem Hin­ter­grund der Ent­wick­lung der Ren­ten­kas­sen rich­tig, die Müt­ter­ren­te aus der Ren­ten­kas­se zu fi­nan­zie­ren, statt aus Steu­er­mit­teln? Wir müs­sen für die Fra­ge der Steu­er­fi­nan­zie­rung ei­nen zu­kunfts­wei­sen­den Vor­schlag er­ar­bei­ten. Der­zeit kom­men 94 Mil­li­ar­den Eu­ro aus Steu­er­mit­teln in die Ren­te, aus 11 ver­schie­de­nen Ein­zel­ti­teln. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass man dies Sam­mel­su­ri­um auf­löst und für die Zu­kunft sagt: Die Ren­te wird drit­tel­pa­ri­tä­tisch fi­nan­ziert. Ein Drit­tel Ar­beit­ge­ber, ein Drit­tel Ar­beit­neh­mer, ein Drit­tel Staat. Das Ein­kom­men aus ab­hän­gi­ger Be­schäf­ti­gung ist die Haupt­ein­kom­mens­quel­le der Deut­schen, aber die an­de­ren Ein­kunfts­ar­ten neh­men an Be­deu­tung zu. Die wä­ren dann auch be­tei­ligt. Auf die Drit­tel­pa­ri­tät könn­ten Sie sich mit der SPD doch schnell ei­ni­gen, oder? Nein, die SPD will ja ei­nen De­mo­gra­phie­zu­schuss, al­so Haus­halts­ti­tel Nr. 12. Das wird dann noch schwie­ri­ger. Sie wol­len die Selbst­stän­di­gen in die Ren­te ein­be­zie­hen. War­um? Die al­te Vor­stel­lung, dass Selb­stän­di­ge gut ver­die­nen und aus­rei­chend fürs Al­ter vor­sor­gen, trifft nur noch teil­wei­se zu. Wir ha­ben heu­te im­mer mehr Leu­te in der Grund­si­che­rung, die nie in die Ren­te ein­be­zahlt ha­ben. Des­halb wol­len wir ei­ne Ver­si­che­rungs­pflicht für al­le Selbst­stän­di­gen ein­füh­ren. Selbst­stän­di­ge, die nicht in die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung wol­len, müs­sen ei­ne Al­ters­vor­sor­ge tref­fen, die min­des­tens da­für sorgt, dass sie ein Ein­kom­men in Hö­he der Grund­si­che­rung er­rei­chen. Das muss so aus­ge­stal­tet wer­den, dass auf die be­son­de­re Si­tua­ti­on von Selbst­stän­di­gen, zum Bei­spiel Exis­tenz­grün­dern, Rück­sicht ge­nom­men wird.

Sau­di-Ara­bi­en blo­ckiert Ge­schäf­te deut­scher Fir­men

RI­AD/BER­LIN (dpa) - In der an­dau­ern­den di­plo­ma­ti­schen Kri­se zwi­schen Deutsch­land und Sau­diA­ra­bi­en wer­den deut­sche Un­ter­neh­men im­mer öf­ter bei ih­ren Ge­schäf­ten im Kö­nig­reich blo­ckiert. Die Fir­men sei­en des­we­gen „zu­neh­mend be­un­ru­higt“, sag­te der Chef der Au­ßen­han­dels­kam­mer in Ri­ad, Oli­ver Oehms. In Ber­lin geht man da­von aus, dass deut­sche Fir­men mo­men­tan bei Aus­schrei­bun­gen im Kö­nig­reich nicht ein­mal be­rück­sich­tigt wer­den. Deutsch­land ex­por­tier­te 2017 Gü­ter im Wert von mehr als 6,5 Mil­li­ar­den Eu­ro nach Sau­di-Ara­bi­en. Die öl­rei­che Wüs­ten­mon­ar­chie ist ein wich­ti­ger Han­dels­part­ner.

Lon­don könn­te nach Br­ex­it län­ger in Zoll­uni­on blei­ben

LON­DON (dpa) - Groß­bri­tan­ni­en will un­ter Um­stän­den noch über das En­de der Br­ex­it-Über­gangs­pha­se im Jahr 2020 hin­aus in der Zoll­uni­on blei­ben. Das be­rich­te­te un­ter an­de­rem der „Te­le­graph“am Don­ners­tag un­ter Be­ru­fung auf bri­ti­sche Re­gie­rungs­quel­len. Seit Wo­chen strei­tet das Ka­bi­nett von Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May über das künf­ti­ge Ver­hält­nis zur eu­ro­päi­schen Zoll­uni­on. Nun soll es May ge­lun­gen sein, ih­re Mi­nis­ter auf ei­nen Kom­pro­miss ein­zu­schwö­ren. Pro­ble­ma­tisch ist, dass oh­ne Zoll­uni­on Grenz­kon­trol­len zwi­schen dem bri­ti­schen Nord­ir­land und dem EU-Mit­glied Re­pu­blik Ir­land not­wen­dig wä­ren.

US-Se­nat be­stä­tigt Has­pel als neue CIA-Che­fin

WA­SHING­TON (AFP) - Der USSe­nat hat der Er­nen­nung der um­strit­te­nen Kan­di­da­tin Gi­na Has­pel zur neu­en Che­fin des Ge­heim­diensts CIA zu­ge­stimmt. Die von US-Prä­si­dent Do­nald Trump no­mi­nier­te 61-Jäh­ri­ge er­hielt bei der Ab­stim­mung am spä­ten Don­ners­tag­abend in Wa­shing­ton ei­ne deut­li­che Mehr­heit und kann da­mit die Lei­tung der CIA über­neh­men. Ge­gen Has­pels No­mi­nie­rung hat­te es im Se­nat er­heb­li­che Vor­be­hal­te ge­ge­ben, weil sie an ei­nem USPro­gramm be­tei­ligt war, bei dem Ter­ror­ver­däch­ti­ge in Ge­heim­ge­fäng­nis­se im Aus­land ge­steckt und dort mit Fol­ter­me­tho­den ver­nom­men wur­den.

Tür­ki­scher Jour­na­list Sik wech­selt in Po­li­tik

ISTAN­BUL (dpa) - Der be­kann­te tür­ki­sche In­ves­ti­ga­ti­vjour­na­list Ah­met Sik wech­selt in die Po­li­tik. Er wer­de bei der Par­la­ments­wahl im Ju­ni als Ab­ge­ord­ne­ter für die pro­kur­di­sche Op­po­si­ti­ons­par­tei HDP in Istan­bul kan­di­die­ren, teil­te Sik am Don­ners­tag im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter mit. Zu­gleich er­klär­te er, er ha­be bei sei­nem Ar­beit­ge­ber, der re­gie­rungs­kri­ti­schen Zei­tung „Cumhu­riy­et“, ge­kün­digt.

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Für Pe­ter Weiß ist die Ries­ter-Ren­te „das At­trak­tivs­te, was es gibt“.

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Pe­ter Weiß ist auch Vor­sit­zen­der der Christ­lich De­mo­kra­ti­schen Ar­beit­neh­mer­schaft in Süd­ba­den.

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