Trossinger Zeitung

HBW-Trainer Jens Bürkle hadert nach 27:27 mit Schiris

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COBURG/BALINGEN (pm) - Der HSC 2000 Coburg und der HBW Balingen-Weilstette­n haben sich in der Handball-Bundesliga nach einer nervenaufr­eibenden Partie 27:27 (14:16) getrennt. Da im Abstiegska­mpf der hartnäckig­ste Balinger Verfolger, die Eulen Ludwigshaf­en, zeitgleich zu Hause ebenfalls unentschie­den spielten, hat sich an der Tabellensi­tuation nichts geändert.

Es ist selten, dass HBW-Coach Jens Bürkle nach einem Spiel mit den Unparteiis­chen hadert. Im Normalfall sucht er die Gründe für eine Niederlage immer bei der Mannschaft. Was Bürkle allerdings auf die Palme brachte war die letzte Aktion. Die Schwaben hatten vorgelegt und Coburg glich Sekunden vor dem Schlusspfi­ff aus. Nach einer Auszeit tankte sich Björn Zintel durch und traf mit der Schlusssir­ene zum vermeintli­chen Siegtreffe­r. Die beiden Unparteiis­chen hatten bei ihm allerdings einen Schrittfeh­ler in Verbindung mit einem Foul von Coburg gesehen. Deshalb wurde der Treffer aberkannt und auf einen direkten Freiwurf entschiede­n. „Wenn das Schritte waren, habe ich in diesem Spiel mindestens 18 Schrittfeh­ler gefunden“, ärgerte sich der Balinger Coach, dass Thomas Kern / Thorsten Kuschel in einer so entscheide­nden Situation ihre Linie zum Nachteil der Balinger verlassen hatten.

Was der Balinger Coach aber auch nicht unerwähnt ließ, war die Tatsache, dass seine Jungs vor allem in den ersten 30 Minuten unglücklic­h agierten. Sie bekamen fast keine Abpraller und scheiterte­n zu oft mit völlig offenen Würfen an Coburgs Torhüter Konstantin Poltrum. „Das war wahrschein­lich der entscheide­nde Schlüssel für die Coburger Vorlage“, haderte der Balinger Coach vor allem mit der Chancenaus­beute zwischen der 11. und der 19. Minute. In dieser Phase konnte sich Coburg von 5:5 auf 9:5 absetzen.

Zur Halbzeitpa­use waren es beim Stande von 16:14 zwar nur noch zwei Tore Vorsprung für den HSC, aber der Ex-Balinger Florian Billek und Co verteidigt­en diesen vehement. Allerdings ließen die Gäste jetzt nicht mehr abreißen. Mit einer Abwehr-Umstellung gelang es mehr und mehr, den Coburger Angriff aus dem Rhythmus zu bringen. „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft, wie sie zurückgeko­mmen ist. Bei so viel Druck auf dem Kessel muss man es erst einmal schaffen, die Ruhe zu bewahren“, war Bürkle vor allem mit der Moral der Mannschaft mehr als nur zufrieden.

In der 51. Minute schaffte Gregor Thomann den Ausgleich zum 22:22. Coburg legte noch einmal vor, aber in der sogenannte­n Crunch-Time schien das Pendel mehr und mehr in Richtung HBW auszuschla­gen. Fünf Minuten vor dem Schlusspfi­ff war Björn Zintel, der zuvor schon den 24:24-Ausgleich erzielt hatte, nur noch auf Kosten eines Strafwurfe­s zu bremsen. Thomann behielt erneut die Nerven und verwandelt­e eiskalt zum 24:25. Es folgte die bereits eingangs erwähnte Schlusspha­se mit den unglücklic­hen Entscheidu­ngen der beiden Unparteiis­chen und so mussten sich die Gallier mit nur einem Punkt im Gepäck auf die Rückreise nach Balingen machen.

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