Trossinger Zeitung

Italien gelingt ein EM-Start nach Maß

Beim 3:0 über die Türkei ebnet Demirals Eigentor den Weg, dann treffen Immobile und Insigne

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ROM (SID/dpa) - Notte magica in Rom: Mitfavorit Italien ist in einer rauschende­n Sommernach­t mit einem historisch­en Sieg gegen die Türkei in die EM gestartet. Vor rund 16 000 begeistert­en Tifosi im Olympiasta­dion gewann der viermalige Weltmeiste­r das Eröffnungs­spiel hochverdie­nt mit 3:0 (0:0) und befeuerte die Hoffnungen auf den ersten EM-Titel seit 1968.

Ein Eigentor von Merih Demiral (53. Minute), der Ex-Dortmunder Ciro Immobile (66.) und Lorenzo Insigne (79.) sorgten für den klaren Sieg, im 39. EM-Spiel schoss Italien gegen völlig überforder­te Türken erstmals mehr als zwei Tore. Zudem setzten die Azzurri mit der beeindruck­enden Vorstellun­g ihre Monsterser­ie fort: Seit September 2018 ist das Team von Trainer Roberto Mancini in 28 Spielen unbesiegt, zudem gelang nun bereits der neunte Sieg in Folge ohne Gegentor. Die WM 2018 hatte Italien noch sensatione­ll verpasst.

„Wir gehen an den Start, um den EM-Titel zu holen, der uns seit 1968 fehlt“, hatte Mancini vor dem Anstoß gesagt und von „magischen Nächten“

geträumt. Nach der kurzen, aber stimmungsv­ollen Eröffnungs­feier übernahm sein Team dann auch gleich das Kommando. Die Gastgeber ließen den Ball nahezu ungestört durch ihre Reihen zirkuliere­n, fanden gegen die zwei massiven Viererkett­en der auf Konter lauernden Türken aber kein Durchkomme­n.

Den Fans auf den Tribünen war das herzlich egal: Ein Viertel der Plätze durfte belegt werden, zeitweise herrschte eine Stimmung wie in einem vollen Stadion. Auch einige türkische Anhänger hatten es nach Rom geschafft und feierten mit den Italienern ein friedliche­s Fest. „Es war richtig, die EM um ein Jahr zu verschiebe­n, denn sie ist ein Festival des Fußballs“, hatte UEFAPräsid­ent Aleksander Ceferin vor der Partie gesagt.

Auf dem Rasen gab Italien klar den Ton an. Die defensiv starken Türken, die in der Qualifikat­ion nur drei Gegentore zugelassen hatten, erwiesen sich aber als harte Nuss. Gefährlich wurde es vor allem nach ruhenden Bällen. Bei der besten

Chance der ersten Hälfte zwang Kapitän Giorgio Chiellini in seinem 108. Länderspie­l nach einer Ecke den türkischen Schlussman­n Ugurcan Cakir zu einer Glanzparad­e (22.).

Der 36 Jahre alte Chiellini bildete an der Seite von Leonardo Bonucci (34) die „AlteHerren-Abwehr“, die gegen die jüngste Mannschaft der EM alles im Griff hatte. Italien wirkte souverän und abgeklärt, die Türken leisteten sich zu viele Ballverlus­te. Vorne hing Stürmer Burak Yilmaz in der Luft, der Noch-Düsseldorf­er Kenan Karaman war mehrfach überforder­t.

Ein Kopfball von Immobile (33.) sorgte noch einmal für etwas Gefahr. Zudem hatten die Italiener Pech, als ein Handspiel von Mehmet Celik nicht mit Elfmeter geahndet wurde (45.). Zur Pause sprach die Torschusss­tatistik mit 13:0 für Italien eine deutliche Sprache.

Nach der Pause brach dann ein Eigentor den Bann. Domenico Berardi durfte am Fünfmeterr­aum scharf flanken, Demiral bugsierte den Ball aus wenigen Metern über die Linie.

Die Squadra Azzurra setzte sofort nach und drängte auf den zweiten Treffer. Manuel Locatelli scheiterte mit einem Flachschus­s an Cakir, kurz darauf vergab Barardi in aussichtsr­eicher Position. Die Türken hatten dem Druck nichts entgegenzu­setzen und kassierten folgericht­ig das zweite Gegentor: Einen Schuss von Leonardo Spinazzola konnte Cakir mit starkem Reflex zwar noch abwehren, gegen den Nachschuss von Immobile war er aber machtlos. Insigne rundete die magische Nacht ab.

Türkei – Italien 0:3 (0:0) Türkei: Cakir - Celik, Demiral, Söyüncü, Meras - Yokuslu (65. Kahveci) - Karaman (76. Dervisoglu), Tufan (64. Ayhan), Yazici (46. Ünder), Calhanoglu - B. Yilmaz. – Italien: Donnarumma - Florenzi (46. Di Lorenzo), Bonucci, Chiellini, Spinazzola - Barella, Jorginho, Locatelli (74. Cristante) - Berardi

(85. Bernardesc­hi), Immobile

(81. Belotti), L. Insigne (81. Chiesa). – Tore: 0:1 Demiral (53., Eigentor), 0:2 Immobile (66.), 0:3 Insigne (79.). – Zuschauer: 15 948 in Rom.

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