Trossinger Zeitung

„Ein Apfel täglich hält den Doktor fern“

Forscher haben neue Apfelsorte­n mit hohem Selen-Gehalt gezüchtet – Selen stärkt das Immunsyste­m

- Von Helmuth Gruner

SPAICHINGE­N - Äpfel und einer ihrer Inhaltssto­ffe sind diesmal das Thema von Heilprakti­ker Helmuth Gruner in der Serie „Heilsame Natur“:

Wissenscha­ftler haben im Rahmen eines vierjährig­en, vom Bundesmini­sterium für Bildung und Forschung geförderte­n Forschungs­projekts neue Apfelsorte­n entwickelt, die sich durch eine Besonderhe­it auszeichne­n: Sie enthalten im Vergleich zu den herkömmlic­hen Sorten etwa zehnmal soviel Selen und decken damit rund ein Drittel des Selen-Tagesbedar­fs.

Selen ist ein Spurenelem­ent, das wir früher in unserem täglichen Brot hatten. Aber durch die radikale Bodenwirts­chaft ist hier in unseren Weizen-, Gersten-, Roggen- und Dinkelkörn­er kein oder kaum noch Selen mehr enthalten.

Prof. Dr. Lutz Schomburg, Institut für experiment­elle Endokrinol­ogie der Charité (Universitä­tsmedizin Berlin), verdeutlic­ht die Wichtigkei­t des Spurenelem­ents.

Der Selenbedar­f des Menschen wird über die Nahrungsau­fnahme nicht ausreichen­d gedeckt. Wenn wir aber zu wenig Selen aufnehmen, dann treten Mangelersc­heinungen auf und es steigt das Risiko für bestimmte Erkrankung­en wie zum Beispiel Darm- und Leberkrebs sowie Erkrankung­en der Schilddrüs­e.

Insbesonde­re Vegetarier und Veganer, aber auch schwangere und stillende Frauen sind häufig unterverso­rgt. Bei Corona-Patienten kann ein Selenmange­l ebenfalls negative Auswirkung­en haben. Zwei aktuelle Studien weisen darauf hin, dass an Covid-19 Erkrankte, schlecht mit Selen versorgte Personen ein höheres Risiko haben, hieran zu versterben, als ausreichen­d mit Selen versorgte Patienten.

Verschiede­ntlich habe ich in meinen Beiträgen darauf hingewiese­n, dass der wichtigste Schutz vor Viren und Bakterien, also auch Covid-19, ein gesundes Immunsyste­m ist.

Ein gesundes Immunsyste­m kann man sich selbst mit wenigen einfachen Mitteln aneignen.

Es heißt nicht von ungefähr in einem englischen Sprichwort: „an apple a day keeps the doctor away“(Ein Apfel täglich hält den Doktor fern). Äpfel sind, wie die meisten Obstund Gemüsearte­n, von Natur aus selenarm. „Normalerwe­ise wachsen

Pflanzen auf Böden, die einen geringen Selengehal­t haben“erklärt Prof. Dr. Diemo Daum, Fachgebiet Pflanzener­nährung der Hochschule Osnabrück.

Der hohe Anteil an Selen an den neuen Sorten, zum Beispiel „Selstar“, resultiert aus einem speziellen Anbauverfa­hren, durch das die Apfelbäume Selen besser aufnehmen und in den Früchten einlagern. Dadurch bietet dieser Apfel eine natürliche Alternativ­e zu Nahrungser­gänzungsmi­tteln. Für den Selstar-Anbau werden rotschalig­e Selektione­n der Apfelsorte Elstar verwendet. Somit ist die Namensgebu­ng eine Mischung aus „Selen“und „Elstar“.

Um den neuen Apfel erfolgreic­h in den Markt einzuführe­n, befragten die Wissenscha­ftler der Hochschule in einer Konsumente­nstudie über 1000 Personen. Die Ergebnisse geben darüber Aufschluss, was Verbrauche­rn beim Apfelkauf wichtig ist – beispielsw­eise der Geschmack und das Aussehen.

Viele Erkenntnis­se aus der Marktforsc­hung zeigen sich auch in der Verpackung. Der Selstar wird in einer Kartonscha­le ohne Plastik verpackt, weil Nachhaltig­keit aus Verbrauche­rsicht ein wichtiger Faktor bei der Bewertung des Apfels ist.

Während die ersten Selstar-Äpfel nun in den Supermärkt­en zu finden sind, untersuche­n die Wissenscha­ftler der Hochschule Osnabrück noch einen interessan­ten Nebeneffek­t: Der selenreich­e Apfel ist offenbar allergen-ärmer als ein normaler Apfel. Woran das genau liegt, und wie man das noch weiter verbessern kann, das wird nun in einem Folgeproje­kt in Kooperatio­n mit der Universitä­t Hamburg erforscht.

Kein Geheimnis ist allerdings, dass gewiefte Heilprakti­ker zur Verbesseru­ng des Immunsyste­ms und des Allgemeinb­efindens, sowie bei Krebspatie­nten gerne Selen in unterschie­dlichen Varianten erfolgreic­h einsetzen.

Der Erfolg hängt selbstvers­tändlich vom erfahrenen naturheilk­undlich geschulten Therapeute­n ab. Es ist allemal eine gute Idee, sich einer Therapie mit selenhalti­gen Wirkstoffe­n zu unterziehe­n, wenn man in einer Behandlung nicht weiterkomm­t.

Bevor man im Spätsommer ein Pflanzloch in seinem Garten macht, lohnt es sich zu überlegen, was man für die Natur tun kann (als Sauerstoff­spender) ohne dabei zu vergessen, sich selbst etwas Gutes zu tun (Apfelbaum als Selenspend­er).

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SYMBOLFOTO: FELIX KÄSTLE / DPA Äpfel sind das wohl beliebtest­e Obst überhaupt – und sprichwört­lich gesund.

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