Car­tier

Preis­ka­te­go­rie bis 10 000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Martina Rich­ter Fotos — Ok-pho­to­gra­phy

Mit dem mar­kan­ten Ro­ton­de de Car­tier Chro­no­graph in­ves­tiert die ge­stan­de­ne Mar­ke nicht nur in das Ein­stiegs­preis­seg­ment, son­dern un­ter­streicht mit ei­nem mo­der­nen Uhr­werk auch ih­re Ma­nu­fak­tur­kom­pe­tenz.

——— Si­cher, 8 650 Eu­ro sind viel Geld für ei­nen Stahl­chro­no­gra­phen. Ver­gleichs­wei­se ist es aber nur we­nig mehr, als man für ei­nen Ze­nith El Pri­me­ro oder ei­nen IWC Por­tu­gie­ser Chro­no­gra­phen be­zah­len wür­de. Da­für hat das El Pri­me­ro-werk bei­na­he ein hal­bes Jahr­hun­dert auf dem Bu­ckel und im Por­tu­gie­ser Chro­no­graph tickt in die­ser Preis­la­ge mit dem bei­na­he eben­so al­ten Eta/val­joux 7750 noch nicht ein­mal ein Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber. Car­tier stell­te das Chro­no­gra­phen­werk 1904-CH MC im Jahr 2013 vor. Im Ge­gen­satz zum El Pri­me­ro ver­fügt es über ei­nen Se­kun­den­stopp, zeigt aber auf dem Zif­fer­blatt lei­der kei­ne per­ma­nen­te Se­kun­de an. Da­für er­ge­ben die bei­den Chro­no­gra­phen­zäh­ler bei drei und neun Uhr ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Zif­fer­blat­t­op­tik.

Di­ver­se Kontruk­tio­nen sor­gen für Prä­zi­si­on und Kom­fort

Die Kon­struk­tio­nen des Uhr­werks er­lau­ben zu­dem, dass die zen­tra­le Chro­no­gra­phen­se­kun­de auch als per­ma­nen­ten An­zei­ge ge­nutzt wer­den kann. Un­ab­hän­gig von ih­rem Auf­zugs­zu­stand ge­währ­leis­ten zwei Fe­der­häu­ser ein gleich blei­ben­des An­triebs­dreh­mo­ment und sor­gen so­mit für Gangs­ta­bi­li­tät und Prä­zi­si­on – auch im Chro­no­gra­phen­be­trieb, das be­wei­sen un­se­re Gang­mes­sun­gen. Die Er­geb­nis­se be­we­gen sich et­wa in dem Rah­men, wie die Uhr nach 24 St­un­den Gang­dau­er oh­ne zwi­schen­zeit­li­chen Auf­zug läuft. Wird der Ro­ton­de de Car­tier Chro­no­graph re­gel­mä­ßig ge­tra­gen, soll­te er sich je­doch zu­meist un­ter Voll­auf­zug be­fin­den. Denn der Ro­tor dreht in ei­nem gut gän­gi­gen und ex­trem be­last­ba­ren Ke­ra­mik­ku­gel­la­ger und zieht da­bei das Werk ef­fek­tiv beid­sei­tig auf. Da­für sorgt ein Wechs­ler mit in­no­va­ti­vem Sperr­ke­gel-klick­sys­tem, das die Auf­zugs­ge­schwin­dig­keit er­höht.

Die Stopp­funk­ti­on wird über ein Schalt­rad mit ver­ti­ka­ler Kupp­lung ge­steu­ert. Die Schalt­zen­tra­le des Chro­no­gra­phen lässt sich dank ei­ner Aus­spa­rung in der obe­ren Brü­cke

Mit dem mar­kan­ten Ro­ton­de de Car­tier Chro­no­graph in­ves­tiert die fran­zö­si­sche Mar­ke nicht nur wei­ter in ihr Ein­stiegs­preis­seg­ment, son­dern un­ter­streicht mit ei­nem mo­der­nen Uhr­werk auch die Kom­pe­tenz ih­rer Schwei­zer Ma­nu­fak­tur.

wun­der­bar durch den Sa­phirglas­bo­den be­trach­ten. Wun­der­bar funk­tio­niert auch die Be­tä­ti­gung der Stopp­funk­ti­on über zwei lang ge­streck­te Drü­cker. Nicht nur, dass die gro­ßen Auf­la­ge­flä­chen für Be­di­en­kom­fort sor­gen, die Säu­len­rad­me­cha­nik lässt die Schalt­vor­gän­ge but­ter­weich von der Hand ge­hen. Wenn der Chro­no­graph läuft, ist die Null­stell­funk­ti­on blo­ckiert. Für die­se hat Car­tier ei­nen spe­zi­el­len li­nea­ren Herz­he­bel ins Ka­li­ber 1904-CH MC kon­stru­iert. Un­ab­hän­gig von der auf den Drü­cker aus­ge­üb­ten Kraft er­folgt über ihn ei­ne si­mul­ta­ne Rück­kehr al­ler Chro­no­gra­phen­zei­ger auf Null. Für das prä­zi­se Star­ten und Stop­pen wie­der­um sorgt ei­ne ver­ti­ka­le Kupp­lung. Und trotz Tech­nik ver­gisst Car­tier die Fein­hei­ten nicht. Ne­ben Gen­fer Strei­fen und Sa­ti­nie­run­gen gibt es Per­la­gen selbst auf ver­deck­ten Sei­ten ver­schie­de­ner Bau­tei­le. Ein Blick­fang ist das Re­gu­lier­sys­tem der Un­ruh. Der C-för­mi­ge Rü­cker mit Ex­zen­ter­schrau­be ver­fei­nert nicht nur die Fein­ein­stell­mög­lich­keit, son­dern un­ter­streicht auch die Mar­ken­iden­ti­tät.

Klas­si­sche Mar­ken­codes tref­fen auf mo­der­ne De­tails

Auf dem Zif­fer­blatt fin­det die­se mit rö­mi­schen Zif­fern ih­ren Aus­druck, zu de­nen auch der fei­ne Schrift­zug Car­tier ge­hört, den man beim Ro­ton­de de Car­tier Chro­no­graph im »V« der rö­mi­schen Sie­ben fin­det. Es stellt ei­ne ge­wis­se Her­aus­for­de­rung dar, die­sen sau­ber auf den ver­sil­ber­ten und guil­lochier­ten Mes­sing­grund zu dru­cken. Das Haupt­zif­fer­blatt trägt ein Wel­len­mus­ter, wäh­rend die Hilfs­zif­fer­blät­ter kreis­ge­schlif­fen sind. Die Mi­nu­ten wer­den über ei­ne so­ge­nann­te Ei­sen­bahn­schie­ne ge­zählt, die St­un­den sind ab­wech­selnd ara­bisch oder durch Strichin­di­zes mar­kiert.

Ein ge­stal­te­ri­sches Ge­gen­stück stellt der fein sa­ti­nier­te Hö­hen­ring am Zif­fer­blatt­rand dar, auf dem die Stopp­se­kun­den ent­spre­chend dem Vier-hertz-rhyth­mus des Ka­li­bers 1904-CH MC ska­liert sind. Auf die klei­ne Ein­heit ver­weist ein ele­gan­ter Spin­del-zei­ger, der sehr schön zum Bre­guet-zei­ger­duo der Haupt­zeit­an­zei­ge passt. So ent­steht ein stim­mi­ges und am Ta­ge gut ab­les­ba­res An­zei­ge­bild aus ge­bläu­tem Edel­stahl. Mit die­sem kor­re­spon­diert der spit­ze blaue Spi­nell-ca­bo­chon in der Auf­zugs­kro­ne, der ei­ne Car­tier-uhr ty­pi­siert. Dank ih­rer Per­len-fas­sung und ih­rer Form lässt sie sich gut hand­ha­ben. Sie ge­hört zu ei­nem sport­lich-

ele­gan­ten Ge­häu­se. Für die sport­li­che Sei­te ste­hen die gro­ßen Chro­no­gra­phen­drü­cker und die ver­schraub­ten Band­ste­ge, für die ele­gan­te der ko­ni­sche Ver­lauf des Ge­häu­se­mit­tel­teils hin zu ei­nem mit Schrau­ben be­fes­tig­ten Sa­phirglas­bo­den, der lei­der nur drei Bar Druck­fes­tig­keit her­gibt.

Am Hand­ge­lenk wird die Uhr mit ei­nem hoch­wer­ti­gen Al­li­ga­tor­le­der­band be­fes­tigt, das beid­sei­tig stu­fen­los in ei­ne ein­sei­tig klap­pen­de Falt­schlie­ße ein­zu­fä­deln ist. So­mit kann man ge­nau be­stim­men, wie die Uhr am Hand­ge­lenk sitzt. Sie zeigt ei­ne ge­wis­se Leich­tig­keit und ist gut zu tra­gen. Da­ge­gen ist die Schlie­ße mit Nach­druck zu be­tä­ti­gen und lässt sich nur durch ei­nen kräf­ti­gen Zug an ei­nem Bü­gel, der mit sei­ner Form an das Car­tier-c er­in­nert, wie­der öff­nen. So­mit schließt sich der Kreis. Auch an die­ser Stel­le tref­fen Sport­lich­keit, Ele­ganz und Mar­ken­codes zu­sam­men. Bes­ser kann man es kaum ma­chen. Car­tier eben. ———

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