Mond­pha­sen

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Me­lis­sa Göß­ling Fotos — Her­stel­ler

Uhr­ma­che­ri­sches State­ment und pu­re Ma­the­ma­tik – wir stel­len Zeit­mes­ser mit den prä­zi­ses­ten Mond­pha­sen­kon­struk­tio­nen vor.

——— Seit die Schwei­zer Ma­nu­fak­tur Blancpain in den 1980er-jah­ren die Mond­pha­sen­an­zei­ge wie­der zu­rück auf das Zif­fer­blatt me­cha­ni­scher Arm­band­uh­ren brach­te, nimmt die­se schö­ne In­di­ka­ti­on heu­te bei zahl­rei­chen Her­stel­lern ei­nen fes­ten Platz in den Kol­lek­tio­nen ein. Ih­re Kon­struk­ti­on ist ei­ne grö­ße­re Her­aus­for­de­rung als ein Da­tum. Nam­haf­te Ma­nu­fak­tu­ren de­mons­trie­ren mit be­son­ders prä­zi­sen Mond­pha­sen ihr uhr­ma­che­ri­sches Know­how.

Wäh­rend ei­ne ge­wöhn­li­che Da­tums­an­zei­ge spä­tes­tens nach zwei Mo­na­ten um ei­nen Tag, En­de Fe­bru­ar so­gar um zwei oder drei Ta­ge kor­ri­giert wer­den muss, geht die klas­si­sche Mond­pha­sen­an­zei­ge erst in drei Jah­ren um ei­nen Tag falsch. Sie ba- siert auf dem syn­odi­schen Mond­zy­klus, der ge­nau 29 Ta­ge, 12 St­un­den, 44 Mi­nu­ten und 2,9 Se­kun­den (29,53059 Ta­ge) dau­ert. In der Uhr­ma­che­rei run­det man auf 29,5 Ta­ge ab. Um das in ein Rä­der­werk zu über­set­zen, kommt ei­ne Mond­schei­be mit 59 Zäh­nen für zwei­mal 29,5 Ta­ge zum Ein­satz. Das heißt, die Mond­schei­be dreht sich nur ein­mal in zwei Mond­mo­na­ten. Auf dem Zif­fer­blatt ist im­mer nur ein Teil der Schei­be zu se­hen.

Die Mond­pha­sen­an­zei­ge als Aus­druck ho­her Uhr­macher­kunst

Noch span­nen­der wird es, wenn Uhr­ma­cher und In­ge­nieu­re be­son­ders prä­zi­se Mond­pha­sen ent­wi­ckeln. Zahl­rei­che ma­the­ma­ti­sche Be­rech­nun­gen und gut durch­dach­te Kon- struk­tio­nen er­mög­li­chen In­di­ka­tio­nen, die län­ger als ein Men­schen­le­ben oh­ne Kor­rek­tur rich­tig ge­hen. Der­zeit hält Andre­as Streh­ler den Re­kord mit rund zwei Mil­lio­nen Jah­ren. Erst dann muss sei­ne Mond­pha­sen­an­zei­ge um ei­nen Tag kor­ri­giert wer­den. Er hat dem UH­REN-MA­GA­ZIN ver­ra­ten, dass er die­ses Jahr ei­nen neu­en Re­kord auf­stel­len will.

Es ist fas­zi­nie­rend, wie in ei­nem so klei­nen me­cha­ni­schen Kos­mos wie dem Uhr­werk so viel Prä­zi­si­on und tech­ni­sche Fi­nes­se un­ter­ge­bracht wer­den kann. Ein Blick auf das Zif­fer­blatt of­fen­bart die ho­he Uhr­macher­kunst da­hin­ter eher sel­ten. Grund ge­nug, sechs Uh­ren mit be­son­ders prä­zi­sen Mond­pha­sen­an­zei­gen hier ein­mal ge­nau­er vor­zu­stel­len. ———

Der Mond bil­det die Grund­la­ge für un­se­re heu­ti­gen Ka­len­der. So ver­wun­dert es nicht, dass der Mond re­gel­mä­ßig auf den Zif­fer­blät­tern me­cha­ni­scher Arm­band­uh­ren auf­taucht. Wir stel­len sechs be­son­ders prä­zi­se Mond­pha­sen­kon­struk­tio­nen vor, die mehr als ein Men­schen­le­ben lang auf den Tag ge­nau prä­zi­se ge­hen.

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