Zeit­kap­seln

Uhren-Magazin - - Editorial - Tho­mas Wan­ka, Chef­re­dak­teur

——— Die Er­fah­run­gen des letz­ten Jahr­hun­derts ha­ben Men­schen auf die Idee ge­bracht, ih­re Ge­schich­te Zeit­kap­seln an­zu­ver­trau­en. In der Hoff­nung, dass spä­te­re Ge­ne­ra­tio­nen sie wie­der aus­gra­ben, ver­sucht man mit kor­ro­si­ons­be­stän­di­gen Ge­häu­sen, die ei­ge­ne Kul­tur über die Zeit hin­weg zu über­mit­teln. Oder man schickt Raum­son­den auf gut Glück wie ei­ne Fla­schen­post in die Wei­ten des Welt­raums in der Hoff­nung, dass einst au­ßer­ir­di­sche In­tel­li­gen­zen die­se zu wür­di­gen wis­sen.

Dar­über mag man amü­siert sein, aber ha­ben wir im Grun­de nicht auch sol­che Zeit­kap­seln am Arm, wenn wir ei­ne me­cha­ni­sche Uhr tra­gen? Auch die­se sind doch Zeu­gen ei­ner längst ver­gan­ge­nen Kul­tur der Zeit­mes­sung. Nicht von un­ge­fähr neh­men Mo­del­le wie die Geo­phy­sic von Ja­e­ger-le­coult­re oder die Se­na­tor Ob­ser­ver von Glas­hüt­te Ori­gi­nal An­lei­hen an ver­gan­ge­nen, aber auf­re­gen­den Zei­ten. Bei­de tes­ten wir in die­ser UH­REN-MA­GA­ZIN-AUS­GA­BE aus­führ­lich. Und auch die gro­ße Markt­über­sicht der Hand­auf­zu­g­uh­ren rich­tet sich an die Pu­ris­ten un­ter den Uh­ren­lieb­ha­bern, wel­che den di­rek­ten Kon­takt mit der Mecha­nik schät­zen und sich da­mit ger­ne an Ver­gan­ge­nes er­in­nern. ———

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