Pla­tin

Preis­ka­te­go­rie über 50 000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt -

Es ist der Werk­stoff der Su­per­la­ti­ve – sel­tenst, kost­barst und das reins­te al­ler Schmuck­me­tal­le. Pla­tin ist aber nicht nur Schmuck, son­dern ver­edelt auch die schöns­ten Uh­ren der gro­ßen Lu­xus­mar­ken.

——— Pla­tin ist ur­alt und zu­gleich sehr jung: Zwar schlum­mert es schon seit Mil­li­ar­den Jah­ren in den Tie­fen der Er­de, den­noch weiß man erst seit 250 Jah­ren mit dem grau­wei­ßen, hell glän­zen­den Me­tall um­zu­ge­hen. 1751 kommt der schwe­di­sche Ge­lehr­te Teo­phil Schef­fer dem Ge­heim­nis auf die Spur: Er ent­deckt, dass es sich bei die­sem Ma­te­ri­al nicht um ei­ne Gold- oder Ei­sen­le­gie­rung han­delt, son­dern um ein ei­gen­stän­di­ges Me­tall.

Sei­ne Glanz­zeit er­lebt Pla­tin wäh­rend des Art dé­co, wo es sich als per­fek­ter Part­ner des Dia­man­ten er­weist und un­ter an­de­rem von Lou­is Car­tier zu fan­tas­ti­schen Krea­tio­nen ver­ar­bei­tet wird. Auch Uhr­ma­cher ver­fal­len be­reits da­mals den Vor­zü­gen des Edel­me­talls: Pla­tin ist un­ver­gäng­lich, un­emp­find­lich ge­gen­über Säu­ren und oxi­diert nicht. Es ist wi- der­stands­fä­hig, hit­ze­be­stän­dig (der Schmelz­punkt liegt bei 1 769 Grad Cel­si­us), hart und au­ßer­or­dent­lich dehn­bar. Selbst als dün­nes Plätt­chen oder fei­ner Draht ver­liert es nicht an Stär­ke und Wi­der­stands­fä­hig­keit.

Die Ver­ar­bei­tung ist auf­wän­dig,

das Er­geb­nis rein

Pla­tin ist rar und zeigt sich nur an we­ni­gen Stel­len der Er­de. Das größ­te Vor­kom­men liegt in Süd­afri­ka, da­ne­ben gibt es Fund­stät­ten in Russ­land, Nord­ame­ri­ka, Ka­na­da und Alas­ka. Dort muss das ed­le Me­tall aus bis zu 2000 Me­tern Tie­fe em­por­ge­holt wer­den, wo es ge­mein­sam mit Iri­di­um, Os­mi­um, Pal­la­di­um, Rho­di­um, Ru­the­ni­um, Gold, Sil­ber, Kup­fer und Ni­ckel vor­kommt. Um ei­ne ein­zi­ge Un­ze Pla­tin, al­so 31,1 Gramm, zu ge­win­nen, müs­sen zehn Ton­nen Erz ab- ge­baut wer­den. Für die­sel­be Men­ge Gold sind es nur drei Ton­nen. An­schlie­ßend sind rund 150 Ar­beits­gän­ge er­for­der­lich, um das Pla­tin aus dem Erz zu lö­sen. Das dau­ert Mo­na­te.

Ei­ne wei­te­re Be­son­der­heit ist das spe­zi­fi­sche Ge­wicht. Mit 21,45 Gramm pro Ku­bik­zen­ti­me­ter ist Pla­tin schwe­rer als Sil­ber (10,5) und Gold (19,3). Ein spür­ba­rer Un­ter­schied. Ein Schmuck­stück aus Pla­tin wiegt rund 35 Pro­zent mehr als ein gleich gro­ßes aus 18-ka­rä­ti­gem Gold. Dies liegt auch an dem un­ge­wöhn­lich ho­hen Fein­ge­halt, mit dem Pla­tin dank sei­ner Cha­rak­te­ris­ti­ka ver­ar­bei­tet wer­den kann. Von 1000 Gramm Me­tall sind in der Re­gel gan­ze 950 Gramm rei­nes Pla­tin, was der Fach­mann als »Rein­ge­halt 950/000« be­zeich­net und der Laie an dem Stem­pel »Pt 950« er­kennt. ——— Pla­tin ist das Me­tall der Su­per­la­ti­ve: Es ist das sel­tens­te, kost­bars­te und reins­te al­ler

Schmuck­me­tal­le und ver­edelt die schöns­ten Uh­ren der gro­ßen Lu­xus­mar­ken.

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