Markt­über­sicht

Preis­span­ne von 385 Eu­ro bis 52 450 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Me­lis­sa Göß­ling Fotos — Her­stel­ler

Hand­auf­zu­g­uh­ren wi­der­spie­geln das Ur­sprüng­li­che der Mecha­nik. Sie ma­chen Tech­nik spür-und er­leb­bar. Wah­re Uh­ren­lieb­ha­ber schät­zen das täg­li­che Ri­tu­al des Auf­zie­hens als Kon­takt zum Uhr­werk.

——— Die ers­ten Arm­band­uh­ren im 19. Jahr­hun­dert wa­ren mit Hand­auf­zugs­wer­ken be­stückt. Wäh­rend für Da­men klei­ne Uhr­wer­ke kon­stru­iert wur­den, griff man bei Her­ren­mo­del­len zu­nächst auf die gro­ßen Ta­schen­uh­ren­ka­li­ber zu­rück. Denn bei Män­nern war die Arm­band­uhr am An­fang noch nicht be­son­ders be­liebt. Sie galt als zu mo­disch und den Frau­en vor­be­hal­ten. Der ers­te Welt­krieg und die Flie­ge­ruh­ren mach­ten die Arm­band­uhr schließ­lich für den Her­ren sa­lon­fä­hig. In den 1930er-jah­ren wur­den erst­mals mehr Arm­band- als Ta­schen­uh­ren ver­kauft. Auch der au­to­ma­ti­sche Auf­zug hielt nun Ein­zug bei den me­cha­ni­schen Zeit­mes­sern.

Mit un­se­rer Markt­über­sicht ge­hen wir al­so an den An­fang der Arm­band­uhr zu­rück. Wir such­ten nach Mo­del­len mit ma­xi­mal drei Zei­gern und ei­ner Da­tums­an­zei­ge. Wenn­gleich sich das Da­tum erst in den 1920er-jah­ren auf den Zif­fer­blät­tern der Arm­band­uh­ren eta­blie­ren konn­te – da­vor wa­ren Chronograp­hen, We­cker und Re­pe­ti­ti­ons­schlag­wer­ke weit­aus be­lieb­ter –, gilt es heute als be­lieb­tes­te und am wei­tes­ten ver­brei­te­te Zu­satz­funk­ti­on.

Im Un­ter­schied zu Ka­li­bern mit Ro­tor, al­so au­to­ma­ti­schem Auf­zug, er­hält ein Hand­auf­zugs­werk sei­ne Ener­gie nicht be­reits durch die Be- we­gung des Ar­mes im Lau­fe des Tages, son­dern muss be­wusst durch das Dre­hen der Auf­zugs­kro­ne ver­sorgt wer­den. Her­stel­ler emp­feh­len, den Zeitmesser an je­dem Tag im­mer zur glei­chen Uhr­zeit auf­zu­zie­hen. So geht das Werk be­son­ders gleich­mä­ßig. Da­bei soll­te man die Uhr je­doch nicht am Hand­ge­lenk tra­gen: Kleins­te Här­chen könn­ten sich beim Dre­hen der Kro­ne um die Auf­zugs­wel­le wi­ckeln und da­durch das Werk be­schä­di­gen. Das re­gel­mä­ßi­ge Auf­zie­hen der Hand­auf­zugs­uhr ist für den Mecha­ni­k­lieb­ha­ber ein will­kom­me­nes Ri­tu­al: Das lei­se Kli­cken des Sperr­rads macht die Mecha­nik hör­bar, im Üb­ri­gen klingt das bei je­dem Werk un­ter­schied­lich. Und wer beim Auf­zie­hen durch ei­nen glä­ser­nen Ge­häu­se­bo­den bli­cken kann, sieht so­gar wie das Uhr­werk neue Ener­gie er­hält. So darf sich der Uh­ren­trä­ger je­den Tag ein biss­chen wie ein Uhr­ma­cher füh­len.

Hand­auf­zugs­uh­ren gibt es in vie­len For­men und zu güns­ti­gen Prei­sen

Manch ei­ner ist vi­el­leicht über­rascht, wie vie­le Zeitmesser mit Hand­auf­zugs­wer­ken der­zeit auf dem Markt an­ge­bo­ten wer­den. Es gibt schlich­te Edel­stahl- oder Gold­uh­ren mit hel­len Zif­fer­blät­tern, auf de­nen le­dig­lich die St­un­den und Mi­nu­ten auf­ge­druckt sind. Bei man­chem Mo­dell be­fin­det sich auch ei­ne Klei­ne Se­kun­de bei sechs Uhr. Ob es ara­bi­sche oder rö­mi­sche Zif­fern sind, die Zei­ger vi­el­leicht ge­bläut, ge­schwärzt oder aus blank po­lier­tem Stahl be­ste­hen – sie al­le ver­tre­ten die klas­si­schen Zeitmesser, wie es sie be­reits im 19. Jahr­hun­dert gab. Sport­li­che Ver­tre­ter, die zum Bei­spiel das be­lieb­te De­sign von his­to­ri­schen Be­ob­ach­tungs- und Flie­ge­ruh­ren auf­grei­fen, rei­hen sich eben­falls in die 14-sei­ti­ge Über­sicht ein. Es gibt aber auch ex­tra­va­gan­te Er­schei­nun­gen, die zum Bei­spiel dank Zif­fer­blatt­öff­nun­gen die Ar­beit des Ka­li­bers auch von vor­ne sicht­bar ma­chen. Ne­ben run­den Ge­häu­sen tau­chen in die­ser Markt­über­sicht über­dies ton­neau- und kis­sen­för­mi­ge Mo­del­le auf. Es bleibt ei­ne Fra­ge des Ge­schmacks und der per­sön­li­chen Vor­lie­ben, wel­che Uhr am bes­ten ge­fällt. Die Fra­ge des Gel­des muss bei der Wahl ei­ner neu­en Uhr in die­sem Fall aber nicht un­be­dingt ei­ne Rol­le spie­len, denn wie beim De­sign gibt es hier ei­ne brei­te Span­ne.

So eig­nen sich Hand­auf­zugs­uh­ren mit ma­xi­mal drei Zei­gern und ei­ner Da­tums­an­zei­ge auch gut für Mecha­nik-ein­stei­ger. Sie sind leicht zu be­die­nen und das täg­li­che Auf­zie­hen macht die pu­re Mecha­nik im­mer wie­der von Neu­em er­leb­bar. ———

Ein Groß­teil der heu­ti­gen Arm­band­uh­ren ist mit au­to­ma­ti­schen Uhr­wer­ken

aus­ge­stat­tet. So er­hält der Zeitmesser schon bei der Be­we­gung des Ar­mes neue Ener­gie. Vor dem Au­to­ma­tik­werk gab es je­doch nur Hand­auf­zugs­uh­ren.

Und die­se ma­chen Mecha­nik auf ganz be­son­de­re Wei­se hör- und seh­bar.

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