Mi­cro­brands

Uhren-Magazin - - In­halt - Text — Tho­mas Gro­nen­thal Fo­tos — Her­stel­ler, Image Sour­ce

Neue, klei­ne Uh­ren­mar­ken be­set­zen ei­nen Ni­schen­markt und buh­len um die Gunst der Käu­fer. Wir sa­gen Ih­nen, was da­von zu hal­ten ist.

——— In den letz­ten Mo­na­ten ist ein neu­er Trend zu ver­zeich­nen: Kick­star­ter, die Platt­form für Crowd­fun­ding im In­ter­net, hat sich zum Markt­platz für in­di­vi­du­el­le Arm­band­uh­ren ent­wi­ckelt. Beim Crowd­fun­ding in­ves­tie­ren in­ter­es­sier­te Käu­fer ei­nen über­schau­ba­ren Be­trag in ein Pro­dukt. Erst wenn ge­nug Geld ge­sam­melt ist, le­gen die Uhr­ma­cher und Ma­schi­nen los. Mi­cro­brands wer­den die­se so ent­ste­hen­den Uh­ren­mar­ken ge­nannt. Sie kom­men aus den USA, Eu­ro­pa und Asi­en. Als Uhr­werk fun­gie­ren da­bei ne­ben »swiss ma­de« aus dem ETA- und Sel­li­ta-re­gal auch Ka­li­ber von Miyo­ta. An ein ei­ge­nes Werk hat sich bis­her nur ei­ne der Mi­kro­mar­ken ge­traut: Ac­cu­rat Swiss aus Biel.

Was treibt den Käu­fer und In­ves­tor an? Zum ei­nen er­hält man als För­de­rer die Uhr zu ei­nem be­son­de­ren Vor­zugs­preis – ei­ne durch­schnitt­li­che Mi­cro­brand-uhr kos­tet um die 500 Eu­ro. Zum an­de­ren be­kommt man ei­nen Zeit­mes­ser, der sel­ten und da­mit ex­klu­siv ist. Edel­stahl­ge­häu­se und Sa­phir- glas sind zwar na­he­zu Stan­dard, aber ein in­di­vi­du­el­les De­sign macht die Uhr at­trak­tiv. Zu al­len Mi­cro­brands ge­hört au­ßer­dem ei­ne Ge­schich­te zu De­sign und Ent­ste­hung. Statt teu­rer, ein­ge­kauf­ter »Freun­de der Mar­ke« sind zu­meist die In­ha­ber, Grün­der und En­thu­si­as­ten selbst die Bot­schaf­ter.

In­di­vi­du­el­les De­sign bringt fri­schen Wind in die Uh­ren­land­schaft

Vi­el­leicht drückt die­ser Trend aus, was die Bran­che kaum wahr­ha­ben möch­te: Der Markt an eta­blier­ten Lu­xus­uh­ren, die von Ten­nis­stars, Mu­si­kern oder Renn­fah­rern für teu­res Geld be­wor­ben wer­den, könn­te ei­ne Sät­ti­gung er­reicht ha­ben. Zu­dem steckt In­no­va­ti­ons­po­ten­ti­al in den Mi­kro­mar­ken. Ho­he Ei­gen­stän­dig­keit im De­sign wie auch in der Aus­füh­rung bie­ten ei­ni­ge Al­lein­stel­lungs­merk­ma­le. Grund ge­nug, fünf Mi­cro­brands un­ter das Uh­ren-mi­kro­skop zu le­gen und die Spröß­lin­ge auf ih­re Wachs­tums­aus­sich­ten hin zu un­ter­su­chen. ———

Dank mo­der­ner Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten wie dem Crowd­fun­ding er­blü­hen neue Uh­ren­mar­ken, so­ge­nann­te Mi­cro­brands, und buh­len um In­ter­es­se. Was darf man sich als Uh­ren­käu­fer da­von ver­pre­chen?

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