Aus­ge­kurvt

Preis­ka­te­go­rie bis 3000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Test - Text — Thomas Wan­ka Fo­tos — Her­stel­ler

——— Die neue Jung­hans Meis­ter Pi­lot folgt ih­rem Vor­bild von 1955 in vie­len ge­stal­te­ri­schen De­tails – vor al­lem mit den zwölf kon­ka­ven Ein­schnit­ten in der beid­sei­tig dreh­ba­ren Lü­net­te. Sie ver­hel­fen ihr zu ei­ner gu­ten Grif­fig­keit. Bei un­se­rem Test­modell ist sie straff und prä­zi­se ein­zu­stel­len, kommt oh­ne Ras­tung aus und ver­stellt sich im Pro­be­flug nicht ver­se­hent­lich. Wie das im Dau­er­ein­satz aus­sieht, wird die Er­fah­rung zei­gen. Die Zu­ge­hö­rig­keit zur Jung­hans Meis­ter-kol­lek­ti­on un­ter­strei­chen die ge­schwun­ge­nen Band-an­stö­ße und das ge­wölb­te Glas. Bei der Meis­ter Pi­lot be­steht es aus beid­sei­tig ent­spie­gel­tem Sa­phirglas. Das schwar­ze Zif­fer­blatt folgt der be­währ­ten In­stru­men­ten­op­tik. Dem Be­trach­ter bie­tet sich ein auf­ge­räum­tes, leicht bom­bier­tes Zif­fer­blatt. Die bei­den To­ta­li­sa­to­ren len­ken nicht von der Uhr­zeit ab. Sie sind ver­tieft und be­her­ber­gen bei drei Uhr die Klei­ne Se­kun­de und bei neun Uhr den 30-Mi­nu­ten-zäh­ler des Chro­no­gra­phen.

Die Meis­ter-kol­lek­ti­on von Jung­hans ist so um­fang­reich wie er­folg­reich. Ih­ren char­man­ten Re­tro-stil er­gänzt jetzt ein mas­ku­li­ner Chro­no­graph. Die­ser knüpft äu­ßer­lich am his­to­ri­schen Bun­des­wehr­chro­no­gra­phen an. Ein Edel­stahl­ge­häu­se und ein Schwei­zer Au­to­ma­tik­werk tra­gen zur ge­lun­ge­nen Neu­in­ter­pre­ta­ti­on bei.

Ein Leucht­punkt im Dreh­ring an­stel­le der 60 wie auch Zif­fern und Zei­ger auf dem Blatt sind mit Su­per­lu­mi­no­va be­legt. St­un­den- und Mi­nu­ten­zei­ger so­wie je­ner der Chro­no­gra­phen­se­kun­de sind hoch­glän­zend aus­ge­führt. Sie be­sit­zen je­weils per­fek­te Län­gen und fol­gen mit ih­ren ge­bo­ge­nen Spit­zen dem bom­bier­ten Zif­fer­blatt. Un­ser Test­modell ver­fügt über bei­ge Leucht­mas­se, die zu­sam­men mit dem brau­nen Le­der­arm­band in­klu­si­ve Dorn­schlie­ße zu ei­ner be­ton­ten Vin­ta­ge- Op­tik führt. Es gibt auch ein Mo­dell mit grü­ner Leucht­mas­se und schwar­zem Nie­ten­band, das eher sport­lich wirkt.

Einst Di­en­stuhr, heu­te De­sign­stück: Ein Schritt zu­rück nach vorn

Durch den sich stark ver­jün­gen­den Ge­häu­se­bo­den be­sitzt das bis zehn Bar was­ser­dich­te Edel­stahl­ge­häu­se ei­nen sehr gu­ten Tra­ge­kom­fort. Ein ech­ter Fort­schritt ge­gen­über dem ver­chrom­ten Mes­sing­ge­häu­se der his­to­ri­schen Di­en­stuhr. Die Auf­zugs­wel­le der un­ver­schraub­ten Kro­ne und die Chro­no­gra­phen­drü­cker sind in Tu­ben ge­führt, was der Meis­ter Pi­lot aus der Un­ter­sicht ei­ne in­ter­es­san­te Op­tik gibt. Eben­so die tief­gra­vier­te Win­d­ro­se. Die Druck­punk­te des Chro­no­gra­phen sind prä­zi­se ge­setzt. Beim Ein­schal­ten des Mo­duls ist kein Zei­ger­spiel er­kenn­bar.

Die Test­flü­ge auf un­se­rer Zeit­waa­ge ab­sol­viert die Meis­ter Pi­lot mit Bra­vour, so­wohl bei Voll­auf­zug wie auch nach 24 St­un­den und selbst mit zu­ge­schal­te­tem Chro­no­gra­phen. Der ge­mes­se­ne leich­te Vor­gang in den hän­gen­den La­gen führt auch im täg­li­chen Pro­be­be­trieb am Hand­ge­lenk zu ei­nem leich­ten Vor­aus­ei­len, das je­doch im Durch­schnitt nicht mehr als vier Se­kun­den pro Tag be­trägt. Hier darf man her­vor­ra­gen­de Flug­ei­gen­schaf­ten be­schei­ni­gen. Die un­ter­schied­lich ge­form­ten St­un­den- und Mi­nu­ten­zei­ger ga­ran­tie­ren für bes­te Sicht­ver­hält­nis­se bei Tag- wie Nacht­flü­gen. Die Jung­hans Meis­ter Pi­lot ist ei­ne Uhr zum Ab­he­ben. ———

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