DIE DA VIN­CI MO­DEL­LE

Uhren-Magazin - - Journal - Ele­gant: Edel­stahl und Eve­ro­se-gold las­sen die Da­te­just 41 stil­voll er­schei­nen. 11 200 Eu­ro.

Klickt man sich auf der In­ter­net­sei­te der IWC durch, so er­scheint noch ei­ne sechs­te Kol­lek­ti­ons­li­nie. Un­ter dem Na­men »Da Vin­ci« gibt IWC drei Mo­del­le an, dar­un­ter den 2009 vor­ge­stell­te Per­pe­tu­al Ca­len­dar Di­gi­tal Da­te-month. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten nutz­te die Schaff­hau­ser Mar­ke die­se Kol­lek­ti­on, um tech­nisch aus­ge­fal­le­ne­re Uh­ren vor­zu­stel­len. Der­zeit sind die Da Vin­ci-mo­del­le aber nur auf dem Ge­braucht­markt er­hält­lich.

——— Ei­ne ge­rif­fel­te Lü­net­te, ei­ne Zy­klop­lu­pe über dem Da­tums­fens­ter und ein Oys­ter­band – die­se Ele­men­te teilt die neue Da­te­just 41 mit vie­len Ro­lex-uh­ren. Und es sind ge­nau die­se De­si­gn­merk­ma­le, die die Mar­ke so er­folg­reich ma­chen. Ro­lex ver­kauft im Jahr un­ge­fähr 800 000 Uh­ren und macht da­mit ei­nen ge­schätz­ten Um­satz von vier Mil­li­ar­den Eu­ro. Da­mit ist die Mar­ke der er­folg­reichs­te Lu­xus­uh­ren­her­stel­ler.

Den Grund­stein da­zu leg­te der Ro­lex- Grün­der Hans Wils­dorf. Nach­dem er die Mar­ke mit dem klang­vol­len Na­men 1908 ein­tra­gen ließ, setz­te der aus Kulm­bach stam­men­de Kauf­mann schon früh auf Arm­band­uh­ren und ging kon­se­quent da­ran, de­ren Schwä­chen ge­gen­über Ta­schen­uh­ren – wie et­wa die ge­rin­ge­re Gang­ge­nau­ig­keit – zu be­sei­ti­gen. Bald gin­gen Ro­lex-uh­ren so ge­nau, dass sie Chro­no­me­ter­zer­ti­fi­ka­te er­hiel­ten. 1926 ließ der Ober­fran­ke die ers­te was­ser­dich­te Arm­band­uhr pa- ten­tie­ren, 1931 folg­te der Au­to­ma­tik­auf­zug. Da­mit war von den Funk­tio­nen her die op­ti­ma­le Arm­band­uhr ge­bo­ren. Ro­lex konn­te sich da­durch als tech­ni­scher Vor­rei­ter für prä­zi­se, was­ser­dich­te und selbst­auf­zie­hen­de Uh­ren po­si­tio­nie­ren. Mit ih­ren Taucheruhr­en hat die Mar­ke die­sen Weg er­folg­reich fort­ge­setzt. Und sie hat Struk­tu­ren ge­schaf­fen, die ei­ne durch­ge­hend ho­he Qua­li­tät und Gang­ge­nau­ig­keit si­cher­stel­len.

Un­ver­wech­sel­ba­re Gestal­tungs­merk­ma­le

Nur: Oh­ne ein ge­lun­ge­nes De­sign hät­ten al­le die­se An­stren­gun­gen nicht zu dem an­hal­ten­den Er­folg der Mar­ke ge­führt. Ma­chen wir ei­nen Test: Wel­che cha­rak­te­ris­ti­schen De­si­gn­merk­ma­le fal­len ei­nem bei Ro­lex ein? Die Da­tums­lu­pe, die so­ge­nann­ten Mer­ce­des-zei­ger, das Zif­fer­blatt mit dem cha­rak­te­ris­ti­schen Wech­sel von Bal­ken- und Kreis­in­di­zes, das Oys­ter-band? Oder die ge­rif­fel­te Lü- net­te und das Ju­bilé-band? Ro­lex be­sitzt vie­le ein­ma­li­ge Merk­ma­le. Ma­chen wir ein­mal den Ge­gen­test. Wie sieht das bei an­de­ren Her­stel­lern aus, et­wa bei Ja­e­ger-le­coult­re oder Ome­ga? Selbst bei den gro­ßen Mar­ken, die De­si­gni­ko­nen in ih­rer Kol­lek­ti­on ha­ben, gibt es meist nur ein oder zwei un­ver­wech­sel­ba­re Gestal­tungs­ele­men­te. Oft ist es nur die Ge­häu­se­form. Bei man­chem Klas­si­ker gibt es über­haupt kei­ne ein­ma­li­gen De­si­gn­kenn­zei­chen. Sie sind nur durch die Kom­bi­na­ti­on be­kann­ter Stil­mit­tel wie­der­er­kenn­bar.

Dass Ro­lex auf so vie­le un­ver­wech­sel­ba­re Gestal­tungs­ele­men­te zu­rück­grei­fen kann, nutzt die Mar­ke aus­gie­big: Schaut man sich die heu­ti­gen Uh­ren von Ro­lex an, fällt auf, dass das De­sign nicht be­son­ders viel­fäl­tig ist. So gibt es nur zwei ver­schie­de­ne Zei­ger­for­men. Auch die Ge­häu­se­for­men va­ri­ie­ren nur mi­ni­mal. Und die er­folg­reichs­ten Mo­del­le Sub­ma­ri­ner und Gmt-mas­ter II un­ter­schei­den

sich le­dig­lich durch die Zif­fern auf der Drehlü­net­te und den zu­sätz­li­chen Zei­ger. Die Sea-dwel­ler ist ei­gent­lich ei­ne Sub­ma­ri­ner oh­ne Da­tums­lu­pe. Die Deep­sea un­ter­schei­det sich von der Sea-dwel­ler nur durch die Grö­ße und den brei­ten Ring ums Zif­fer­blatt, der die Was­ser­dicht­heit er­höht. Und die Yacht-mas­ter be­sitzt ge­nau das glei­che Zif­fer­blatt­lay­out, die glei­chen Zei­ger so­wie das glei­che Ge­häu­se, nur die Zif­fern auf der Drehlü­net­te sind er­ha­ben, und die Far­ben von Zif­fer­blatt und Lü­net­te un­ter­schei­den sich. So­gar die Ex­plo­rer II weist bis auf die an­de­re Lü­net­te und den an­de­ren Zeit­zo­nen­zei­ger die glei­chen De­si­gn­merk­ma­le auf wie die an­de­ren. Nimmt man die Sub­ma­ri­ner oh­ne Da­tum hin­zu, sind es schon sie­ben Mo­del­le, die sich nur in De­tails un­ter­schei­den. Al­le ge­nann­ten Mo­del­le kom­men mit dem glei­chen Oys­ter-arm­band, den »Mer­ce­des«-zei­gern und dem Zif­fer­blatt mit Bal­ken so­wie Kreis­in­di­zes aus. Die­se sie­ben Mo­del­le sind für ei­nen Groß­teil der Ver­käu­fe zu­stän­dig.

Aus prak­ti­schem Nut­zen ent­steht mar­ken­prä­gen­des De­sign

In­ter­es­san­ter­wei­se stam­men die­se Gestal­tungs­ele­men­te al­le aus den 1950er-jah­ren und sind aus funk­tio­nel­len Grün­den ent­stan­den. Die er­wähn­ten Mer­ce­des-zei­ger er­hiel­ten ih­re Form, um mög­lichst viel Leucht- mas­se un­ter­brin­gen zu kön­nen. Da die Leucht­mas­se flüs­sig auf­ge­tra­gen wird und dann aus­här­tet, muss die Ober­flä­chen­span­nung sie tra­gen. Wer­den die Ab­stän­de in­ner­halb der ske­let­tier­ten Zei­ger zu groß, müs­sen sie un­ter­teilt wer­den. Des­halb hat das gro­ße Zei­ger­au­ge bei Ro­lex die drei Ste­ge be­kom­men, die es wie ein Mer­ce­des-lo­go aus­se­hen las­sen.

Auch das Zif­fer­blatt mit sei­nen Kreis­in­di­zes für die St­un­den und den Strichin­di­zes für die Drei, Sechs und Neun so­wie dem lang­ge­zo­ge­nen Drei­eck bei der Zwölf dient der bes­se­ren Ables­bar­keit und Ori­en­tie­rung. Es war zu­erst bei der Prä­sen­ta­ti­on der Sub­ma­ri­ner 1953 zu se­hen. Die Lu­pe

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