DIE GE­SCHICH­TE DER DA­TE­JUST

Uhren-Magazin - - Journal - Auf­fäl­lig: Die Yach­tMas­ter II sticht als Re­gat­ta-uhr in der Kol­lek­ti­on her­vor. 17 000 Eu­ro.

Als sie 1945 zum ers­ten Mal der Welt­öf­fent­lich­keit vor­ge­stellt wur­de, war sie die ers­te Arm­band­uhr mit selbst­tä­tig schal­ten­dem Da­tum. Die neue Oys­ter mit au­to­ma­ti­schem Auf­zug, ho­her Gang­ge­nau­ig­keit und Da­tums­an­zei­ge avan­cier­te schnell zum Er­folg – war sie doch die per­fek­te All­tags­uhr. Zu­nächst in Gelb­gold, spä­ter auch in Ro­sé­gold, Edel­stahl oder Bi­co­lor trug sie noch ei­ne Lü­net­te im Münz­rand­de­sign. In den 1950er-jah­ren er­hielt sie schließ­lich die be­kann­te Rif­fel­lü­net­te und die Zy­klop­lu­pe über dem Da­tums­fens­ter. Zif­fer­blatt- und Arm­band­va­ri­an­ten so­wie ei­ne Da­men­ver­si­on ma­chen die Uhr heu­te zu ei­ner der be­lieb­tes­ten Ro­lex-mo­del­le. Mit­te des 20. Jahr­hun­derts war ein Ge­häu­se­durch­mes­ser von 36 Mil­li­me­tern für Her­ren ab­so­lut trag­bar. Heu­te gilt dies nicht mehr. Aus die­sem Grund lan­cier­te Ro­lex 2009 die Da­te­just II. Sie hat ei­nen Durch­mes­ser von 41 Mil­li­me­tern. Die 36 Mil­li­me­ter sind als Me­di­um­grö­ße ne­ben dem Da­men­mo­dell mit 26 Mil­li­me­tern wei­ter­hin er­hält­lich. nutzt die ei­ge­nen De­si­gn­merk­ma­le da­ge­gen für vie­le ver­schie­de­ne Mo­del­le und sorgt so für ei­ne ho­he Wie­der­er­kenn­bar­keit der Mar­ke.

Ver­ant­wort­lich für die Ent­wick­lung des De­signs ist wie­der ein­mal Ro­lex- Grün­der Wils­dorf. Er über­trug, da sei­ne Ehe kin­der­los blieb, die Fir­ma ei­ner Stif­tung. An­ders als für an der Bör­se ge­han­del­te Un­ter­neh­men spiel­te für Ro­lex ei­ne kurz­fris­ti­ge Ge­winn­stei­ge­rung kei­ne Rol­le. Die lang­fris­ti­gen Zie­le wa­ren stets wich­ti­ger. Die lang­sa­me Ent­wick­lung des De­signs wirkt sich in­ter­es­san­ter­wei­se so­gar auf den Wert­er­halt aus: Da­durch, dass sich die Sub­ma­ri­ner nicht ver­än­dert, aber hin und wie­der teu­rer wird, lässt sich nach ein paar Jah­ren im Wie­der­ver­kauf der glei­che Preis er­zie­len wie der, den man ur­sprüng­lich für die Uhr be­zahlt hat – ein wei­te­rer Grund für den Er­folg von Ro­lex.

Durch die­se Stra­te­gie er­zeu­gen klei­ne Än­de­run­gen gro­ße Auf­merk­sam­keit. So hat 2015 die neue Rot- gold­ver­si­on der Yacht-mas­ter mit Kaut­schukarm­band für Fu­ro­re ge­sorgt, weil es das ers­te Band die­ser Art von Ro­lex war.

Gro­ße Farb- und For­men­viel­falt bei ele­gan­ten Mo­del­len

Die zwei­te Hälf­te der Ro­lex-oysterKol­lek­ti­on stellt et­was ele­gan­te­re Uh­ren für nicht ganz so spe­zi­fi­sche Ein­satz­be­rei­che dar. Sie be­sit­zen al­le­samt Obe­lisk­zei­ger. Die­se Zei­ger ver­jün­gen sich et­was, und bei den Ro­lex-chro­no­gra­phen ist das En­de zu­ge­spitzt. Bei den Edel­me­tall­va­ri­an­ten hat Ro­lex teil­wei­se Kro­ko­le­der­bän­der im Pro- gramm. Hier zeigt sich deut­lich mehr Ab­wechs­lung. Am meis­ten Va­ri­anz bie­tet die Da­te­just: Bei ihr gibt es ra­dia­le ara­bi­sche oder rö­mi­sche Zif­fern, Bal­ken- oder Dia­mant­in­di­zes, zahl­rei­che Zif­fer­blatt­far­ben, ge­rif­fel­te oder bom­bier­te Lü­net­ten, das Oys­ter-arm­band oder das fei­ne­re Ju­bilé-arm­band. Auch Day-da­te und Sky-dwel­ler spie­len auf die­ser Kla­via­tur, wenn auch nicht im glei­chen Um­fang. Die Oys­ter Per­pe­tu­al oh­ne Da­tum gibt es eben­falls in meh­re­ren Far­ben.

Wäh­rend die Mo­del­le mit Ska­len­lü­net­te, vor al­lem Sub­ma­ri­ner und Gmt-mas­ter II, durch ih­ren Iko­nen-

sta­tus nur sehr lang­sam und lang­fris­tig ver­än­dert wer­den, bie­ten die ele­gan­te­ren Mo­del­le mehr Spiel­raum für mo­di­sche Va­ri­an­ten, für Ver­sio­nen, die auf be­stimm­te Märk­te aus­ge­rich­tet sind, oder et­was ge­wag­te­re Far­ben, die kei­ne gro­ßen Stück­zah­len er­rei­chen dürf­ten. Da­mit kann Ro­lex auch ei­nem Pro­blem be­geg­nen, das der Er­folg mit sich bringt: Ei­ne Sub­ma­ri­ner sieht man oft. Da­ge­gen wird es ei­ne Zeit lang dau­ern, bis man ei­ne Day-da­te in Gold mit grü­nem Zif­fer­blatt und grü­nem Kro­ko­band an ei­nem an­de­ren Hand­ge­lenk er­späht. Man kann auch be­ob­ach­ten, dass sich Ro­lex mit zahl­rei­chen Gold- oder Bi­co­lor­va­ri­an­ten be­müht, den Durch­schnitts­preis der ver­kauf­ten Uh­ren zu er­hö­hen. Auch das wirkt sich auf das De­sign aus, da es meist farb­lich pas­sen­de Zif­fer­blät­ter gibt. In­ter­es­san­ter­wei­se be­fin­den sich aber auch die güns­tigs­ten Ro­lex-mo­del­le in die­ser ele­gan­te­ren Grup­pe – dank des seit 2015 auch in her­ren­kom­pa­ti­blen 39 Mil­li­me­tern er­hält­li­chen Mo­dells Oys­ter Per­pe­tu­al oh­ne Da­tum. Hier nimmt die Mar­ke auch Trends wie et­wa blaue Zif­fer­blät­ter auf.

Chro­no­gra­phen neh­men Son­der­stel­lung bei Ro­lex ein

Trotz der vie­len Va­ri­an­ten las­sen sich auch die ele­gan­te­ren Mo­del­le leicht als Ro­lex iden­ti­fi­zie­ren. Das liegt da­ran, dass so­gar die un­ter­schied­li­chen Zif­fer­blät­ter und Lü­net­ten schon wie­der als ty­pisch für Ro­lex er­kannt wer­den: Ra­di­al an­ge­ord­ne­te rö­mi­sche oder ara­bi­sche Zif­fern, Bal­ken- und qua­dra­ti­sche Dia­mant­in­di­zes sind eben­so cha­rak­te­ris­tisch wie die ge­rif­fel­ten oder bom­bier­ten Lü­net­ten. Das Glei­che gilt für Oys­ter-, Ju­bilé- oder Prä­si­dent-me­tall­arm­bän­der. Hin­zu kom­men die Kon­stan­ten: Oys­ter- Ge­häu­se, Obe­lisk­zei­ger, Da­tums­lu­pe. Das er­höht die Wie­der­er­kenn­bar­keit.

Ei­ne Aus­nah­me stel­len die bei­den Chro­no­gra­phen Day­to­na und Yacht-mas­ter II dar. Sie be­sit­zen zwar die Obe­lisk­zei­ger, ha­ben aber ei­gen­stän­di­ge In­di­zes. Die Day­to­na mit ih­ren schiff­chen­för­mi­gen In­di­zes, den ab­ge­setz­ten Ska­len der Hilfs­zif­fer­blät­ter und vor al­lem der Ta­chy­me­ter­ska­la ist selbst ei­ne Iko­ne. Und zwar ge­nau so ei­ne wie oben er­wähnt – ei­ne Iko­ne oh­ne ein­zig­ar­ti­ge De­si­gn­merk­ma­le, bei der die Kom­bi­na­ti­on der Merk­ma­le das Ein­zig­ar­ti­ge dar­stellt. Die neue­re Yacht-mas­ter II un­ter­schei­det sich deut­lich von der Cos­mo­graph Day­to­na. Sie be­sitzt zwar die farb­lich ab­ge­setz­te Ska­la der Klei­nen Se­kun­de, trägt aber Blo­ckin- di­zes und an­ders ge­stal­te­te, un­ver­schraub­te Drü­cker. Ins­ge­samt wirkt sie am mu­tigs­ten. Mit den Far­ben Weiß und Blau spielt sie ge­schickt aufs Se­geln an. Als Re­gat­ta-chro­no­graph ist das ihr Ein­satz­ge­biet.

Ro­lex be­sitzt be­mer­kens­wert vie­le ein­deu­ti­ge De­si­gn­merk­ma­le. Die durch die Funk­ti­on in­spi­rier­ten ein­zig­ar­ti­gen Ele­men­te wie Mer­ce­des­Zei­ger und Da­tums­lu­pe hat Ro­lex mit Aus­dau­er ge­pflegt. Sie ste­hen ei­ner­seits für den Tool­watch-mar­ken­kern, an­de­rer­seits sor­gen sie für die Wie­der­er­kenn­bar­keit. Die Gen­fer set­zen

die­se Merk­ma­le auch bei neu­en Mo­del­len groß­flä­chig ein. So er­reicht die Mar­ke zu­sätz­lich auch ei­ne aus­rei­chen­de Va­ri­anz. Bei den ele­gan­te­ren Mo­del­len er­laubt Ro­lex sich ei­ne grö­ße­re Aus­wahl an Far­ben und Zif­fer­blät­tern und greift Trends auf. Aber so­gar dort, wo man die Wahl zwi­schen meh­re­ren Mög­lich­kei­ten hat, wie bei Lü­net­ten und Arm­bän­dern, sind die­se Va­ri­an­ten be­kannt und ei­gen­stän­dig ge­nug, dass sich die­se Uh­ren un­schwer als Ro­lex-mo­del­le aus­ma­chen las­sen.

Auch die neue Da­te­just 41 folgt dem klu­gen Kon­zept

Das zeigt auch die in die­sem Jahr vor­ge­stell­te Da­te­just 41. Sie soll lang­fris­tig die be­reits eta­blier­te Da­te­just II er­set­zen. Ro­lex nimmt de­ren Ge­häu- se­durch­mes­ser von 41 Mil­li­me­tern zu­sam­men mit den be­kann­ten De­si­gn­merk­ma­len wie den Bal­ken­in­di­zes, die ge­rif­fel­te oder bom­bier­te Lü­net­te und den Obe­lisk­zei­gern und er­wei­tert die Aus­wahl an Arm­bän­dern: Wäh­rend die Da­te­just II nur an ei­nem Oys­ter-band aus­ge­lie­fert wur­de, bie­tet Ro­lex zur Da­te­just 41 nun auch ein Ju­bilé-band.

Ab­so­lut neu ist da­ge­gen das ver­bau­te Au­to­ma­tik­ka­li­ber 3235. Dank ei­nes neu­en Auf­baus des Fe­der­hau­ses so­wie des ver­bes­ser­ten Wir­kungs­gra­des der Chro­n­er­gy-hem­mung bie­tet das Ma­nu­fak­tur­werk ei­ne Gang­au­to­no­mie von bis zu 70 St­un­den. Wie al­le Ro­lex-ka­li­ber geht auch die­ses Chro­no­me­ter ge­nau. Be­schei­nigt wird dies vom 2015 ein­ge­führ­ten Zer­ti­fi­kat »Chro­no­me­ter der Su­per­la­ti­ve«. Mit die­sem Zer­ti­fi­kat setzt Ro­lex ei­nen neu­en Stan­dard für sei­ne Uh­ren fest. Nur Uh­ren, die in­ner­halb der Gang­to­le­ranz von mi­nus zwei bis plus zwei Se­kun­den pro Tag lie­gen, wer­den aus­ge­lie­fert. Da­mit er­hebt Ro­lex stren­ge­re Richt­li­ni­en als die COSC, de­ren To­le­ran­zen zwi­schen mi­nus vier und plus sechs Se­kun­den pro Tag lie­gen.

Wie kei­ne an­de­re Mar­ke hat Ro­lex es ge­schafft, bei ei­ni­gen Mo­del­len seit 60 Jah­ren pu­ris­tisch beim iko­nen­haf­ten De­sign zu blei­ben und gleich­zei­tig neue Mo­del­le zu brin­gen, die sich zu ei­nem Teil aus dem be­ste­hen­den De­si­gnf­un­dus be­die­nen. Mit der ein­deu­ti­gen und glaub­wür­di­gen Mar­ken­bot­schaft und der un­ver­wech­sel­ba­ren Gestal­tung un­ter­stützt das De­sign den an­hal­ten­den Er­folg der Uh­ren­mar­ke Ro­lex. ———

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