Al­le Zeit der Welt ...

Preis­span­ne von 1060 Eu­ro bis 658500 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Wissen - Text — Sabine Zwett­ler/me­lis­sa Göß­ling Fo­tos — Ok-pho­to­gra­phy/©bigs­tock­pho­to/ja­ri­no47/pixabay.com

——— Hat die New Yor­ker Wall Street be­reits ge­öff­net? Ist der Ge­schäfts­part­ner in Tokio nach dem Lunch wie­der an sei­nem Ar­beits­platz er­reich­bar? Welt­zeit­uh­ren be­ant­wor­ten die­se Fra­gen mit ei­nem Blick auf ih­re Zif­fer­blät­ter. Die­se Glo­be­trot­ter brin­gen die Uhr­zeit al­ler 24 Zo­nen, die sich durch ganz­stün­di­ge Ab­stän­de un­ter­schei­den, oder gar mehr ans Hand­ge­lenk. Sie ver­ste­hen sich als Bu­si­ness­part­ner in ei­ner glo­ba­li­sier­ten Welt, die sich schein­bar im­mer schnel­ler dreht und nie­mals schläft.

Be­reits in den 1930er-jah­ren ge­lang es dem Gen­fer Uhr­ma­cher Lou­is Cot­tier, die In­for­ma­tio­nen der Zeit­zo­nen­kar­te mit­hil­fe ei­nes aus­ge­klü­gel­ten Uhr­werks­me­cha­nis­mus zu wi­der­spie­geln. Da­bei stand auf dem Zif­fer­blatt ei­ne Me­tro­po­le stell­ver­tre­tend für ei­ne Zeit­zo­ne. Pa­tek Phil­ip­pe über­nahm sei­ne Kon­struk­ti­on, die mit zwei be­weg­li­chen Schei­ben die Orts­zei­ten al­ler 24 Zeit­zo­nen an­zei­gen kann. Bei Samm­lern ist die­se Heu­re Uni­ver­sel­le, die zwi­schen 1930 und 1960 her­ge­stellt wur­de, heu­te heiß be­gehrt. Sie er­zielt auf Auk­tio­nen as­tro­no­mi­sche Prei­se.

Die Re­fe­renz 5930 ist die ak­tu­el­le Welt­zeit­uhr des Hau­ses. Pa­tek Phil­ip­pe kom­bi­niert da­bei erst­mals den

... ha­ben die Uh­ren, die auf den fol­gen­den Sei­ten zu se­hen sind. Da­bei sind sie mit­nich­ten Mü­ßig­gän­ger, son­dern zei­gen ge­schäfts­tüch­tig und welt­of­fen die rich­ti­ge Uhr­zeit rund um den Glo­bus an.

ei­ge­nen Au­to­ma­tik­chro­no­gra­phen mit dem ma­nu­fak­turei­ge­nen Welt­zeit­mo­dul. Über den Drü­cker bei der Zehn wählt der Trä­ger die Stadt sei­ner ak­tu­el­len Zeit­zo­ne, wo­bei der St­un­den­zei­ger ent­spre­chend mit­springt. Ein 24-St­un­den-ring um die Zif­fer­blatt­mit­te gibt Aus­kunft, wo auf der Welt es ge­ra­de Tag oder Nacht ist. Das Mo­dell kommt auf ei­nen stol­zen Preis von 66 316 Eu­ro und ge­hört da­mit zu den hoch­prei­si­gen Welt­zeit­uh­ren. Doch das Rei­sen um den Glo­bus ist längst nicht mehr nur den Ver­mö­gen­den vor­be­hal­ten.

Es gibt mitt­ler­wei­le kaum ei­nen re­nom­mier­ten Her­stel­ler, der nicht min­des­tens ein Mo­dell in sei­nem Pro­gramm führt, das die nütz­li­che Welt­zeit­funk­ti­on an­bie­tet. Im Un­ter­schied zu ei­ner GMT-UHR kann der Trä­ger ei­nes Welt­zeit­mo­dells we­nigs­tens 24 Zeit­zo­nen – man­che bie­ten so­gar 37 – auf ei­nen Blick vom Zif­fer­blatt ab­le­sen. Ei­ne Aus­nah­me bil­det un­ter an­de­rem die Se­na­tor Cos­mo­po­li­te von Glas­hüt­te Ori­gi­nal. Sie be­sitzt die Welt­zeit­funk­ti­on, zeigt aber nur zwei Zei­ten auf dem Zif­fer­blatt an. In zwei Fens­tern bei acht Uhr wird die je­wei­li­ge Re­fe­renz­stadt ge­zeigt und ob dort ge­ra­de Som­mer- oder Nor­mal­zeit herrscht. Die Be­son­der­heit die­ser Uhr liegt in ih­rem In­nern.

Welt­zeit­uh­ren un­ter­schei­den sich in ih­rer Hand­ha­bung

Das Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber 89-02 der Se­na­tor Cos­mo­po­li­te kennt 37 Zeit­zo­nen. Der Trä­ger kann die Haupt­zeit ver­än­dern, in dem er die zu­sätz­li­che Kro­ne bei vier Uhr dreht. Dann springt der Mi­nu­ten­zei­ger in 15-Mi­nu­ten-schrit­ten, bis die ge­wünsch­te Zeit­zo­ne ge­fun­den ist. Im Ge­gen­satz zu ei­ner Uhr mit nur zwei­ter Zeit­zo­ne muss der Trä­ger hier nicht wis­sen, um wie vie­le St­un­den er die Uhr voro­der zu­rück­stel­len muss, denn die An­zei­ge für die Re­fe­renz­städ­te der 37 Zeit­zo­nen ist pro­gram­miert.

Ei­ne Welt­zeit­uhr mit Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber ist kos­ten­in­ten­siv. Es gibt aber auch so­li­de Ba­sis­wer­ke, wie das ETA 2893, das ei­ne 24-St­un­den-an­zei­ge mit Städ­te­ring an­bie­tet. Der Nach­teil bei Uh­ren, die mit die­sen Wer­ken be­stückt sind, liegt für man­chen in der Hand­ha­bung: Bei dem ei­nen Mo­dell lässt sich der Städ­te­ring dre­hen, bei dem an­de­ren nur die 24St­un­den-an­zei­ge. Möch­te man ei­ne neue Uhr­zeit ein­stel­len, dann springt bei man­chen Uh­ren der St­un­den­zei­ger nur vor­wärts, bei an­de­ren be­wegt sich der Mi­nu­ten­zei­ger. Es emp­fiehlt sich al­so, vor dem Kauf zu tes­ten, ob die Welt­zeit­in­di­ka­ti­on dem per­sön­li­chen Be­darf ent­spricht. So hat man da­nach al­le Zeit der Welt, sich mit dem neu­en Glo­be­trot­ter rund um den Glo­bus zu be­we­gen. ———

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