GAL­VA­NO­TECH­NIK/ ELEKTROPLA­TTIEREN

Uhren-Magazin - - Wissen - Jung­hans: Der Meis­ter Chro­no­scope trägt ei­ne gold­far­be­ne Pvd-schicht. 1 940 Eu­ro.

der und über­zie­hen ihn rund­um gleich­mä­ßig mit ei­ner dün­nen Schicht. Die­se ist in der Re­gel et­wa 0,001 bis 0,05 Mil­li­me­ter dick.

Je nach ge­wünsch­ter Här­te und Schicht­di­cke sind sechs oder sie­ben Be­hand­lun­gen er­for­der­lich. Zum Schluss folgt ei­ne Fein­rei­ni­gung durch Ul­tra­be­schal­lung und mehr­fa­che Spü­lung. Die letz­te Spü­lung in en­t­io­ni­sier­tem Was­ser er­mög­licht schließ­lich ei­ne fle­cken­freie Trock­nung. Da­nach bril­liert das be­han­del- te Ob­jekt in neu­em Glanz. Wer­den kei­ne an­de­ren Stof­fe bei­ge­mischt, sind ge­wöhn­li­che gal­va­ni­sche Schich­ten re­la­tiv weich und so­mit emp­find­lich ge­gen­über Krat­zern. Da­für sind sie aber sehr ab­rieb­fest. Auch müs­sen di­ver­se Vor- oder Nach­be­hand­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den, um die Gold­schicht dau­er­haft halt­bar zu ma­chen. Auf­grund der Farb­bril­lanz wird die Gal­va­no­tech­nik vor al­lem für Werks­tei­le wie Pla­ti­nen, Klo­ben und Brü­cken ver­wen­det. Aber auch Zif­fer­blät­ter er­hal­ten so ih­re spe­zi­fi­sche Far­be. Das Ge­häu­se und die Sa­phirglä­ser schüt­zen die emp­find­li­chen Tei­le vor Schä­den.

Die Gal­va­nik ist ein re­la­tiv auf­wän­di­ges und kos­ten­in­ten­si­ves Ver­fah­ren. Da hier mit Che­mi­ka­li­en ge­ar­bei­tet wird, un­ter­liegt die Hand­ha­bung mit Gal­va­nik­bä­dern stren­gen Vor­schrif­ten. Vor al­lem die Ent­sor­gung ist teu­er, wes­halb vie­le Uh­ren­fir­men das Gal­va­ni­sie­ren an ex­ter­ne Spe­zia­lis­ten ab­ge­ben.

Das Ab­schei­den und Wie­der­auf­brin­gen von me­tal­li­schen Über­zü­gen: Durch Strom­fluss in ei­nem elek­tro­ly­ti­schen Bad wer­den zu­nächst Me­tal­lio­nen ge­löst, die sich dann auf dem zu be­schich­ten­den Werk­stück wie­der ab­la­gern.

Ge­häu­se und Arm­bän­der wer­den in der Uh­ren­in­dus­trie meist in Pvd-ver­fah­ren be­schich­tet, aber auch Zei­ger und In­di­zes er­hal­ten so ei­ne an­de­re Far­be.

Für Ge­häu­se und Arm­bän­der sind Pvd-ver­fah­ren ge­eig­net

»PVD« steht für »Phy­si­cal Va­pour De­po­si­ti­on«, was zu Deutsch phy­si­ka­li­sche Gaspha­sen­ab­schei­dung be­deu­tet. Dar­un­ter wer­den va­ku­um­ba­sier­te Be­schich­tungs­ver­fah­ren wie das Ver­damp­fen und das Sput­tern ver­stan­den. Der gro­ße Vor­teil der Pvd-ver­fah­ren liegt in der viel­fäl­ti­gen Aus­wahl an Schicht­ma­te­ria­li­en. Meist wer­den Hart­stof­fe auf­ge­tra­gen, die die Ge­häu­se und Arm­bän­der ver­schleiß­be­stän­di­ger und kratz­fes­ter ma­chen. Zu­dem kön­nen auf­grund der ver­hält­nis­mä­ßig nied­ri­gen Pro­zess­tem­pe­ra­tu­ren ne­ben Me­tal­len wie Edel­stahl und Ti­tan auch di­ver­se Kunst­stof­fe in die­sen Ver­fah­ren be­schich­tet wer­den. Und wäh­rend die Gal­va­nik­bä­der be­son­de­rer Be­hand­lung und vor al­lem Ent­sor­gung be­dür­fen, um die Um­welt nicht zu be­las­ten, sind die Pvd-ver­fah­ren öko­lo­gisch un­be­denk­lich.

Grund­sätz­lich fin­det vor der Be­schich­tung im­mer ei­ne Rei­ni­gung, un­ter an­de­rem in ei­nem Ul­tra­schall­bad, des zu be­schich­ten­den Ma­te­ri­als statt. An­schlie­ßend wer­den die Tei­le in die Pvd-be­schich­tungs­an­la­ge ein­ge­baut, in der auch noch ei­ne Plas­mar­ei­ni­gung durch­ge­führt wird. Das Ver­damp­fen und das Sput­tern er­fol­gen in drei Schrit­ten: Das Über­füh­ren des Schicht­ma­te­ri­als in die Gaspha­se, das Trans­por­tie­ren des ver­dampf­ten Ma­te­ri­als zum Werk­stück und schließ­lich das Bil­den ei­ner Schicht durch Kon­den­sa­ti­on. Al­le Vor­gän­ge fin­den in ei­nem Va­ku­um statt – je bes­ser das V aku­um, des­to ge­rin­ger ist die An­we­sen­heit von un­er­wünsch­ten Fremd­stof­fen.

Beim Ver­damp­fen wird das Be­schich­tungs­ma­te­ri­al durch Ener­gie­zu­fuhr wie Strom, Elek­tro­nen- oder La­ser­strahl in ei­nem V aku­um er­hitzt, bis sich Ato­me lö­sen. Die­se Dampf­teil­chen wer­den io­ni­siert und durch elek­tri­sche Span­nung zum zu be­schich­ten­den Ma­te­ri­al be­schleu­nigt, an des­sen Ober flä­che sie als

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