Hoch­leis­tungs­kurs

Uhren-Magazin - - Special - Tex t — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Breitling

——— Mit der Lan­cie­rung des Ka­li­bers 01 hat Breitling im Jahr 2009 nicht nur Ma­nu­fak­tur­sta­tus, son­dern auch weit­ge­hen­de Markt­un­ab­hän­gig­keit er­langt. Kon­zen­trier­te man sich in den Fol­ge­jah­ren vor al­lem auf die Wei­ter­ent­wick­lung des Uhr­werks – stat­te­te es bei­spiels­wei­se als Ver­si­on 04 mit ei­ner zwei­ten Zeit­zo­ne oder als 05 mit ei­ner Welt­zeit­in­di­ka­ti­on aus – geht es im Pro­jekt Chro­no­works nun um Leis­tungs­stei­ge­rung durch un­ein­ge­schränk­te In­no­va­ti­on.

Breitling ver­gleicht die­se Un­ter­neh­mung da­bei gern mit der Au­to­mo­bil­welt, in der Tu­ning-ex­per­ten Höchst­leis­tun­gen aus den Mo­to­ren kit­zeln. Ge­nau dar­um dreht es sich auch beim Pro­jekt Chro­no­works. Die et­wa zehn dar­an Be­tei­lig­ten – es sind Uhr­ma­cher, Wer­ke­bau­er, Tech­ni­ker, In­ge­nieu­re, Ma­te­ri­al­spe­zia­lis­ten – ha­ben nicht nur be­din­gungs­lo­se in­no­va­ti­ve Frei­hei­ten, son­dern auch bes­te tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen: In der neu­en Breitling Chro­no­mé­trie in La Chaux-de-fonds, in der auch die »nor­ma­len« Se­ri­en-chronograp­hen ge­fer­tigt wer­den, steht den Spe­zia­lis­ten ei­nes der mo­derns­ten La­bo­re der Uh­ren­in­dus­trie zur Ver­fü­gung. Kein Wun­der al­so, dass sie al­le­samt, wie Vice Pre­si­dent Je­an-paul Gi­rar­din in ei­nem In­ter­view mit dem UH­REN­MA­GA­ZIN kon­sta­tiert, »mit Feu­erei­fer bei der Sa­che sind«.

Beim Ka­li­ber 01 han­delt es sich um ei­nen au­to­ma­ti­schen Säu­len­ra­dChro­no­gra­phen mit ver­ti­ka­ler Kupp­lung und über 70 St­un­den Gang­au­to­no­mie. »Das Ziel des ers­ten Tu­nings be­stand dar­in, die Leis­tung zu ver­bes­sern, wo im­mer es mög­lich ist«, lässt Gi­rar­din wis­sen: »Je­des ein­zel­ne Werks­or­gan wur­de ge­nau un­ter die Lu­pe ge­nom­men und auf jeg­li­che Ener­gie­ver­lus­te ana­ly­siert.« Am En­de ste­hen fünf tech­ni­sche Neue­run­gen, wel­che die en­er­ge­ti­sche Ef­fi­zi­enz des Ka­li­bers – jetzt BC01 ge­nannt – um 45 Pro­zent stei­gern und so­mit die Lauf­zeit auf 100 St­un­den er­hö­hen.

Leis­tungs­stei­ge­rung durch mo­der­ne Ma­te­ria­li­en

Ei­ne Op­ti­mie­rung be­zieht sich auf das Werk­schas­sis, sprich auf Pla­ti­ne und Rä­der­werk­brü­cken. Die­se Tei­le wer­den im Chro­no­works-ka­li­ber BC01 aus High­tech-ke­ra­mik ge­fer­tigt, um we­ni­ger Rei­bung bei den Ach­sen­ro­ta­tio­nen zu er­rei­chen. Das he­xa­go­na­le Bor­ni­trid wird als Schmier­mit­tel­hilfs­stoff bei Hoch­leis­tungs­mo­to­ren ver­wen­det, ist aber bis­her noch nie in ei­ner me­cha­ni­schen Uhr zum Ein­satz ge­kom­men. Dank sei­nes sehr ge­rin­gen Rei­bungs­ko­ef­fi­zi­en­ten kön­nen die Ach­sen oh­ne Schmie­rung, fast oh­ne Ener­gie­ver­lust und ver­schleiß­arm di­rekt in den Bohr­lö­chern der Brü­cken und Pla­ti­ne dre­hen. Auf die­se Wei­se wer­den 11 von 47 Ru­bi­nen im Uhr­werk ein­ge­spart. Um Ener­gie­ver­lus­te zwi­schen den Rä­dern zu min­dern, be­ste­hen meh­re­re im Ka­li­ber BC01 aus Si­li­zi­um. Für ei­ne op­ti­ma­le Geo­me­trie wer­den sie im Io­nen­tie­fätz­ver­fah­ren (DREI) her­ge­stellt. Die­ses ver­leiht ih­nen ei­ne stei­fe­re Struk­tur und ver­hin­dert Ver­for­mung.

Kaum we­ni­ger be­las­tet als die Rä­der ist je­nes win­zi­ge Ele­ment, das im Chro­no­gra­phen­be­trieb das Ba­sis­werk mit dem Stopp­me­cha­nis­mus ver­bin­det. Die­se aus ei­ner Ach­se und

Als Chronograp­hen-spe­zia­list sieht sich Breitling in der Ver­ant­wor­tung, Uh­ren­tech­nik stän­dig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, um sie schließ­lich in Se­ri­en­mo­del­le ein­zu­brin­gen. Die Ex­per­ten der ei­gens zu die­sem Zweck in­stal­lier­ten Spar­te »Chro­no­works« ha­ben sich tief­grün­dig mit dem Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber Breitling 01 aus­ein­an­der­ge­setzt und des­sen Leis­tun­gen durch Auf­se­hen er­re­gen­de In­no­va­tio­nen er­heb­lich ge­stei­gert.

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