UN­SE­RE MES­S­ER­GEB­NIS­SE

Uhren-Magazin - - Test - Tra­ge­test Zeit­waa­ge Breit­ling Mitt­le­rer tägl. Gang Voll­auf­zug Gang Am­pli­tu­de + 0,8 s ± 0,0 s + 1,1 s + 1,2 s – 1,2 s + 0,4 s 2,4 s Er­klä­rung Gan­g­er­geb­nis 287° 289° 266° 251° 262° 271° 38° + 0,9 s nach 24 St­un­den Gang Am­pli­tu­de + 1,8 s ± 0,0 s + 2,9 s

noch auf das – wenn auch über­ar­bei­te­te – El-pri­me­ro-ka­li­ber von 1969 setzt. Das Ze­nith-ka­li­ber über­leb­te nur durch ei­nen Zu­fall: Die Pro­duk­ti­ons­werk­zeu­ge soll­ten ei­gent­lich wäh­rend der so­ge­nann­ten Quarz­kri­se ver­nich­tet wer­den, wur­den aber vom Lei­ter der Chro­no­gra­phen­ab­tei­lung auf dem Dach­bo­den ein­ge­la­gert. Als me­cha­ni­sche Uh­ren sich als Lu­xus fürs Hand­ge­lenk wie­der eta­blier­ten, war die Fir­men­lei­tung dank­bar für die ei­gen­mäch­ti­ge Ret­tungs­ak­ti­on des Mit­ar­bei­ters. Denn so konn­te die Pro­duk­ti­on des El Pri­me­ro schnell wie­der auf­ge­nom­men wer­den.

Kup­peln und Schal­ten – mal his­to­risch, mal mo­dern

Breit­ling stell­te erst 2009 mit dem Ka­li­ber 01 wie­der ein ei­ge­nes Chro­no­gra­phen­werk vor. Im Jahr dar­auf in­dus­tria­li­sier­te und mo­di­fi­zier­te TAG Heu­er als ers­tes ei­ge­nes Werk ein von ei­ner an­de­ren Mar­ke über­nom­me­nes Chro­no­gra­phen­ka­li­ber. In­ter­es­san­ter­wei­se stammt es vom drit­ten Prot­ago­nis­ten des his­to­ri­schen Ren­nens um den Au­to­ma­tik­chro­no­gra­phen: Sei­ko. Ein in der Schwei­zer Uh­ren­welt bis­her ein­zig­ar­ti­ger Vor­gang.

TAG Heu­er hat das von Sei­ko 1998 ent­wi­ckel­te Werk mit Be­dacht ge­wählt: Es ver­fügt über ei­ne ele­gan­te Chro­no­gra­phen­steue­rung mit­tels Schalt­rad und be­sitzt ei­ne Schwing­trieb­kon­struk­ti­on. Die­se Art der Chro­no­gra­phen­kupp­lung war vom Fir­men­grün­der Edouard Heu­er er­fun­den und im Jahr 1887 pa­ten­tiert wor­den. Au­ßer­dem fiel das Sei­koWerk den Tech­ni­kern we­gen sei­nes ef­fek­ti­ven Klin­ken­auf­zu­ges auf.

In der ge­tes­te­ten TAG Heu­er be­fin­det sich das Ka­li­ber Heu­er 01, das ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung des Ka­li­bers 1887 von 2010 dar­stellt. Schon da­mals war der Durch­mes­ser ver­grö­ßert, die Hö­he ver­rin­gert und die ge­sam­te Hem­mung er­setzt wor­den. Ver­än­dert hat TAG Heu­er auch die For­men von Pla­ti­ne, Brü­cken und Ro­tor. Nun wur­den die Chro­no­gra­phen­brü­cke, der Ro­tor und die Da­tums­schei­be ske­let­tiert. Gen­fer Strei­fen und po­lier­te Schrau­ben ver­edeln das Werk. Es gibt aber auch ge­stanz­te He­bel, bei de­nen man un­ter der Lu­pe Be­ar­bei­tungs­pu­ren er­ken­nen kann.

Das rot la­ckier­te und da­her gut sicht­ba­re Schalt­rad sorgt für ei­nen sehr leicht­gän­gi­gen Start-stopp-vor- gang, und auch der Rück­stell­drü­cker braucht we­nig Kraft. Nur das Da­tum be­nö­tigt ei­ne St­un­de zum Schal­ten, wäh­rend es bei Breit­ling und Ze­nith au­gen­blick­lich springt.

Gu­te Gang­wer­te und si­che­re Falt­schlie­ßen

Auch das Breit­ling-ka­li­ber gibt sich zu­min­dest auf der Rück­sei­te of­fen­her­zig: Durch den Glas­bo­den und un­ter dem schwar­zen Ro­tor sieht man das Schalt­rad, vie­le He­bel und so­gar teil­wei­se die Chro­no­gra­phen­rä­der mit den Null­stell­her­zen. Das Ka­li­ber ar­bei­tet mit klas­si­schem Schalt­rad und mo­der­ner ver­ti­ka­ler Kupp­lung. Es fin­den sich po­lier­te Schrau­ben­köp­fe und Zier­schlif­fe, aber die aus Blech ge­stanz­ten He­bel se­hen trotz der Po­li­tur nicht sehr hoch­wer­tig aus. Mit 70 St­un­den spei­chert das Breit­ling-ka­li­ber fast ei­nen Tag mehr Ener­gie als die Kon­kur­ren­ten von TAG Heu­er und Ze­nith.

Beim be­rühm­ten Ze­nith El Pri­me­ro schwingt die Unruh mit fünf Hertz schnel­ler als die heu­te gän­gi­gen vier Hertz, wes­halb sich das El Pri­me­ro als welt­weit ein­zi­ges Groß­se­ri­en-chro­no­gra­phen­ka­li­ber zum

Stop­pen von Zehn­tel­se­kun­den eig­net. Durch das Sa­phirglas­fens­ter sieht man das of­fen lie­gen­de Rä­der­werk. Die Rä­der sind flie­gend, al­so nur auf ei­ner Sei­te, ge­la­gert. Als ein­zi­ges Werk im Test be­sitzt das El Pri­me­ro ei­ne klas­si­sche ho­ri­zon­ta­le Chro­no­gra­phen­kupp­lung, die sich gut be­ob­ach­ten lässt. Ein Schalt­rad und ei­ne funk­ti­ons­si­che­re Fein­re­gu­lie­rung über ei­nen lan­gen Rück­er­zei­ger mit Ex­zen­ter­schrau­be run­den die Tech­nik ab. Als Werk­ver­zie­run­gen sieht man Per­lie­run­gen, ge­bläu­te Schrau­ben und Sa­ti­nie­run­gen auf Stahl­tei­len wie Chro­no­gra­phen­he­beln. An­glier­te und po­lier­te Kan­ten fin­det man bei kei­nem der Test­kan­di­da­ten. Das El Pri­me­ro macht mit sei­nen mas­si­ven He­beln und der am bes­ten sicht­ba­ren Chro­no­gra­phenk­adra­tur den hoch­wer­tigs­ten Ein­druck. Ei­ne Schwä­che hat Ze­nith dem Werk aber über die Jah­re noch nicht aus­ge­trie­ben: Ein Se­kun­den­stopp fehlt im Ge­gen­satz zu Breit­ling und TAG Heu­er. Die Zeit lässt sich al­so nicht se­kun­den­ge­nau ein­stel­len.

Die wich­tigs­te Ei­gen­schaft ei­nes Uhr­werks bleibt die Gang­ge­nau­ig­keit, und da ver­fügt die Breit­ling als ein­zi­ge Uhr über ein Chro­no­me­ter­zer­ti­fi­kat. Auf der Zeit­waa­ge un­ter Voll­auf­zug und am Hand­ge­lenk glänzt sie mit un­ter ei­ner Se­kun­de Vor­gang am Tag. Auch die La­gen blei­ben mit zwei, drei Se­kun­den Ab­wei­chung eng bei­ein­an­der. Es folgt Ze­nith mit et­wa drei Se­kun­den Vor­gang am Hand­ge­lenk und 4,7 Se­kun­den auf der Zeit­waa­ge bei Voll­auf­zug. Je­doch läuft die­se Uhr un­aus­ge­wo­ge-

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