Zeit­ge­mäß flie­gen

Preis­ka­te­go­rie bis 1000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Test - Text — Me­lis­sa Göß­ling Fo­tos — Her­stel­ler

——— »Die sieht ja toll aus, was ist das für ei­ne Uhr?« Die­sen Satz hört man öf­ters, wenn man die Hu­go Jun­kers trägt. Es ist vor al­lem das Zif­fer­blatt, das Auf­merk­sam­keit er­regt. Es ist schlicht schwarz-weiß an­ge­legt, trägt ei­ne durch­ge­hen­de Mi­nu­ten­ska­lie­rung und gro­ße ara­bi­sche Zif­fern für die St­un­den. So­weit ei­gent­lich noch nichts Be­son­de­res. In Kom­bi­na­ti­on aber mit dem Drei­eck mit zwei Punk­ten über der Zwölf und den gro­ßen rau­ten­för­mi­gen Zei­gern wird die Hu­go Jun­kers zu ei­ner Uhr, die den mi­li­tä­ri­schen Flie­ge­ruh­ren aus den 1940er-jah­ren äh­nelt. Das Zif­fer­blatt trägt al­so al­le At­tri­bu­te, die einst ein­ge­führt wur­den, um die Ables­bar­keit der Zeit zu op­ti­mie­ren. Auch an die Leucht­mas­se, für ein Ab-

Es ist nicht nur der Na­me Hu­go Jun­kers, der die Drei­zei­ge­ruhr von Jun­kers zu ei­nem Mo­dell im klas­si­schen Flie­ge­ruh­ren­stil macht. Zif­fer­blatt, Arm­band und Ge­häu­se grei­fen eben­falls be­stimm­te At­tri­bu­te auf.

le­sen im Dun­keln, hat die deut­sche Mar­ke Jun­kers ge­dacht. Nur lei­der spie­gelt das Sa­phir-deck­glas sehr stark, was zu Ir­ri­ta­tio­nen füh­ren und die schnel­le Ori­en­tie­rung auf dem Zif­fer­blatt et­was be­hin­dert.

Wäh­rend das Sa­phirglas Spie­ge­lun­gen her­vor­ruft, hält sich das Edel­stahl­ge­häu­se de­zent zu­rück. Es misst 42 Mil­li­me­ter im Durch­mes­ser und wur­de in­klu­si­ve der Lü­net­te sa­ti­niert. Das hat man auch Mit­te des 20. Jahr­hun­derts bei den Flie­ge­ruh­ren ge­macht, da­mit das Ge­häu­se kei­ne stö­ren­den Re­fle­xio­nen er­zeugt.

Eben­falls sa­ti­niert wur­de bei der Hu­go Jun­kers auch die Kro­ne. Sie fällt groß aus, so dass sie sich kom­for­ta­bel be­die­nen lässt. In der ers­ten ge­zo­ge­nen Po­si­ti­on ist ei­ne Schnell­kor­rek­tur des Da­tums mög­lich. Die­ses ist üb­ri­gens ein schö­ner Blick­fang auf dem Zif­fer­blatt. Denn wie die Zei­ger fällt auch das Da­tum et­was grö­ßer als ge­wohnt aus. In um­ge­kehr­ter Farb­co- die­rung zum Zif­fer­blatt – schwarz auf weiß statt weiß auf schwarz – kann man es auch über ei­nen seit­li­chen Blick schnell ab­le­sen.

Zieht man die Kro­ne ganz her­aus, las­sen sich Zeit und Da­tum ein­stel­len. Da­bei hilft der ein­ge­bau­te Se­kun­den­stopp des Au­to­ma­tik­werks ETA 2826. Im zwei­wö­chi­gen Tra­ge­test wie auf der Zeit­waa­ge er­ge­ben sich sehr gu­te Gang­wer­te des Ka­li­bers. Ob­wohl nicht als Chro­no­me­ter zer­ti­fi­ziert – das wür­de die Uhr teu­rer ma­chen –, läuft die Hu­go Jun­kers mit ei­ner mitt­le­ren täg­li­chen Gan­g­ab­wei­chung von plus ei­ner Se­kun­de chro­no­me­ter­ge­nau.

Ei­ne mo­der­ne Flie­ge­ruhr im klas­si­schen Ge­wand

Da legt man sich die Hu­go Jun­kers ger­ne ans Hand­ge­lenk. Wie bei den his­to­ri­schen Flie­ge­ruh­ren ist auch das Arm­band der Jun­kers-uhr aus Le­der ge­fer­tigt. Da­mals wa­ren die Bän­der zwar meist braun und an den Band­ste­gen zu­sätz­lich ver­nie­tet, da­für ver­leiht das schwar­ze Le­der­band der Jun­kers Mo­der­ni­tät. Die hel­le Naht kor­re­spon­diert mit dem wei­ßen Auf­druck auf dem Zif­fer­blatt. So er­gibt sich ein har­mo­ni­sches Ge­samt­bild. Der obe­re Ab­schnitt zu den Band­ste­gen ist zu­sätz­lich ver­stärkt. Das macht das Arm­band ro­bust, al­ler­dings rutscht die Uhr bei schma­len Hand­ge­lenk so et­was hin und her. Scha­de ist auch, dass das Le­der­band sehr schnell ers­te Ge­brauchs­spu­ren auf­weist.

Bei ei­nem Preis von 749 Eu­ro sind aber im­mer ein paar Ab­stri­che zu ma­chen und ein Le­der­band lässt sich leicht und nicht zu kos­ten­in­ten­siv aus­wech­seln. Die Hu­go Jun­kers sieht al­so nicht nur gut aus, sie ist auch für ei­nen re­la­tiv klei­nen Preis ei­ne zu­ver­läs­si­ge Uhr. ———

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