KEI­NE EF­FEKT­HA­SCHE­REI

Uhren-Magazin - - Journal -

kat­i­on. Das ist doch ein we­sent­li­cher Un­ter­schied, was die Wich­tig­keit für die Fir­ma an­geht.«

Als klei­nes Un­ter­neh­men schnell auf Än­de­run­gen re­agie­ren

Die bei­den le­ben ge­mein­sam das Uhr­ma­cher­jahr, ge­hen im Win­ter viel auf Rei­sen und be­schäf­ti­gen sich im Som­mer mit ih­ren Bie­nen­völ­kern. »Im­ker wä­re auch ei­ne be­ruf­li­che Al­ter­na­ti­ve ge­we­sen«, sagt Brand. Die flei­ßi­gen In­sek­ten fas­zi­nie­ren das Ehe­paar. »Ich lie­be es, wie per­fekt so ein Bie­nen­staat funk­tio­niert. Das wün­sche ich mir für un­se­re Fir­ma auch«, sagt Pe­tra An­ja Brand. Und die bei­den kom­men mit ih­ren ein­ge­spiel­ten Pro­zes­sen die­sem Ide­al schon sehr na­he. Doch wer sich so lan­ge auf dem Markt be­haup­tet, muss auch ge­schickt dar­in sein, sich schnell auf neue Rah­men­be­din­gun­gen ein­zu­stel­len. »Wir müs­sen uns nicht nicht mit lang­fris­ti­gen Pro­duk­ti­ons­plä­nen und Ab­stim­mun­gen zwi­schen De­sign und Tech­nik auf­hal­ten«, er­klärt Brand. Um ein neu­es Mo­dell zu kre­ieren, setzt er sich zu­nächst an den Com­pu­ter, wo er die Kon­struk­ti­on er­stellt und die kom­plet­te Uhr samt Ge­häu­se und Zif­fer­blatt als vir­tu­el­les Ab­bild er­schafft. An­schlie­ßend stel­len die Spe­zia­lis­ten, wie der Her­stel­ler von Roh­wer­ken Tech­not­ime oder der Zif­fer­blat­t­her­stel­ler Car­dor, die ers­ten Mus­ter her, »und dann sieht al­les noch mal ganz an­ders aus, vie­les funk­tio­niert doch nicht ganz so, wie man sich das vor­ge­stellt hat.« Al­so tüf­telt Brand so lan­ge her­um, bis er das Ge­fühl hat, »jetzt passt es«.

Wer­ke, Ge­häu­se, Glä­ser, Zif­fer­blät­ter und Zei­ger wer­den in Deutsch­land und der Schweiz ge­nau nach Vor­ga­be ge­fer­tigt und nach Heim­bu­chen­thal ge­lie­fert, wo Brand zu­sam­men mit sei­nem Mit­ar­bei­ter die Uh­ren zu­sam­men­baut. Be­vor der Meis­ter ei­ne Arm­band­uhr aus­lie­fert,

Rund 400 Uh­ren fer­tigt die Uh­ren­mar­ke Rai­ner Brand im Jahr, den über­wie­gen­den Teil in Edel­stahl. Brand und sein Team le­gen Wert auf ein pu­ris­tisch- funk­tio­na­les De­sign und ei­nen en­gen Kon­takt zu ih­ren Kun­den.

kommt der letz­te Test: »Ich neh­me die Uhr mit ge­schlos­se­nen Au­gen in die Hän­de und tas­te sie rund­um ab.« Ist al­les glatt, fügt sich das Glas über­gangs­los in die Lü­net­te? Das sind die Fein­hei­ten, die nur ein klei­ner Be­trieb leis­ten kann.

Die Kun­den be­loh­nen Rai­ner Brand mit Treue. An­hand der Ser­vice-da­ten­bank kön­nen die Brands se­hen, dass vie­le sich über die Jah­re hin­weg im­mer mal wie­der ei­ne neue Brand-uhr ge­kauft ha­ben und so meh­re­re be­sit­zen. »Sie schät­zen es, dass mein Mann an­sprech­bar ist«, er­klärt Pe­tra An­ja Brand. Zu ih­ren Aus­stel­lun­gen kom­men im­mer auch vie­le lang­jäh­ri­ge Fans an den Stand: Lan­ge Ge­sprä­che mit Uh­ren­freun­den ge­hö­ren für Rai­ner Brand zum Ge­schäfts­mo­dell. Sei­ne Stamm­händ­ler neh­men die Uh­ren auch des­halb ger- ne in ihr Pro­gramm, weil sei­ne Uh­ren ab­so­lut au­then­tisch sind. »In je­der deut­schen Stadt gibt es heu­te zu 80 Pro­zent die glei­chen Pro­duk­te zu kau­fen. Die Händ­ler su­chen des­halb im­mer nach Din­gen, die sie von der Mas­se ab­he­ben«, er­klärt Brand. In die­ser klei­nen Ni­sche hat er es sich be­quem ein­ge­rich­tet. Rund 400 Uh­ren fer­tigt sei­ne Werk­statt je­des Jahr, den al­ler­größ­ten Teil in Stahl. Es gibt auch im­mer wie­der klei­ne Se­ri­en in Gold, doch nur wenn der Markt da­für da ist. »Im Mo­ment ist das ganz klar nicht der Fall«, sagt Brand. Da­mit ha­ben sich aber die Aus­wir­kun­gen der ak­tu­el­len Kri­se auch schon er­schöpft. Dem Uhr­ma­cher im Spes­sart geht es wei­ter­hin gut. Sei­nen Bie­nen­völ­kern auch. Die Kun­den dür­fen sich al­so wei­ter­hin an pu­ris­ti­schen Uh­ren und ge­sun­dem Ho­nig er­freu­en. ———

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