Di­gi­ta­le Vor­rei­ter

Uhren-Magazin - - Special - Te x t — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Her­stel­ler

——— Wenn es nicht re­vo­lu­tio­när ist, ist es nicht Ca­sio. Die­se Aus­sa­ge von Ka­zu­ro Ka­shio, ei­ner der vier Brü­der, die 1946 das Un­ter­neh­men »Ka­shio Seisaku­jo« grün­de­ten, bringt des­sen Phi­lo­so­phie auf den Punkt. Um in­ter­na­tio­nal agie­ren zu kön­nen, ent­stand 1957 die heu­ti­ge Ca­sio Com­pu­ter Co. Ltd. Die Ca­sio Eu­ro­pe Gm­bh hat ih­ren Sitz in Deutsch­land. Von Nor­der­stedt aus, in der Nä­he von Ham­burg ge­le­gen, wird der ge­sam­te eu­ro­päi­sche Markt in al­len Be­lan­gen be­dient.

Die ers­te Arm­band­uhr mit Di­gi­tal­an­zei­ge na­mens Ca­sio­tron stell­te das Un­ter­neh­men 1974 vor. Knapp zehn Jah­re spä­ter brach­te Ca­sio ei­ne Uhr, die in­tel­li­gent, mul­ti­funk­tio­nal, wi­der­stands­fä­hig und ab­so­lut stoß­fest ist, auf den Markt – die G-shock. G-shock ent­stand aus der Idee, ei­ne un­zer­stör­ba­re Uhr zu er­schaf­fen. Die In­ge­nieu­re folg­ten ei­nem so­ge­nann­ten »Triple 10«-Kon­zept, nach dem die Uhr ei­nen Sturz aus zehn Me­tern Hö­he über­ste­hen, zehn Bar Was­ser­druck stand­hal­ten und mit nur ei­ner ein­zi­gen Bat­te­rie ei­ne Lauf­zeit von zehn Jah­ren er­rei­chen soll­te.

Man muss da­bei be­den­ken, dass G-shock zu ei­ner Zeit er­dacht wur­de, als Uh­ren noch als zer­brech­li­che In­stru­men­te gal­ten. Die Rea­li­sie­rung des Pro­jekts stell­te sich da­her als aus- ge­spro­chen am­bi­tio­niert her­aus und droh­te so­gar zu schei­tern. Erst als der In­ge­nieur Ki­kuo Ibe ei­nem Kind beim Ball­spie­len zu­sah, kam ihm die zün­den­de Idee – ei­ne Uhr mit »hoh­ler« Kon­struk­ti­on, in de­ren In­nern ein Mo­dul schwebt. Nach et­wa zwei Jah­ren Ent­wick­lungs­zeit und mehr als 200 ex­pe­ri­men­tel­len Pro­to­ty­pen war die stoß­fes­te Kon­struk­ti­on fer­tig.

Die DW-5000C-1A, die ers­te G-shock, wur­de 1983 auf den Markt ge­bracht. Seit­dem be­fin­det sich G-shock auf ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Weg der kon­ti­nu­ier­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung, oh­ne dass die grund­le­gen­de Kon­struk­ti­on ve­rän­dert wur­de.

Ca­sio prä­sen­tiert sich als Uh­ren­her­stel­ler mit ei­ner gro­ßen Mar­ken­welt und un­ter­schied­li­chen Pro­duk­ten. Das ja­pa­ni­sche Un­ter­neh­men ist Ent­wick­lungs­pio­nier und Markt­füh­rer in ver­schie­de­nen tech­no­lo­gi­schen Be­rei­chen.

Doch auch wenn in die­ser Sa­che al­les beim Al­ten blieb, ist Ca­sio Vor­rei­ter zahl­rei­cher wei­te­rer Ent­wick­lun­gen und Tech­no­lo­gi­en. Bei­spiels­wei­se des Tough So­lar Sys­tems, bei dem So­lar­fel­der Licht ein­fan­gen und in An­triebs­en­er­gie für die Uh­ren um­wan­deln. Mitt­ler­wei­le ist das Sys­tem so hoch ent­wi­ckelt, dass schwächs­te Licht­quel­len aus­rei­chen, um die Uh­ren zu be­trei­ben. Die So­lar­zel­len sind so un­auf­fäl­lig, dass sie sich pro­blem­los in je­des Zif­fer­blatt­de­sign in­te­grie­ren las­sen. Je­de Far­be und Form kann her­ge­stellt wer­den. Ei­ne Spei­cher­zel­le nimmt über­schüs­si­ge Ener­gie auf und gibt sie wie­der frei, wenn sich die Uh­ren im Dun­keln be­fin­den.

Das Smart Ac­cess-sys­tem bie­tet über ei­ne elek­tro­ni­sche Kro­ne schnel­len und in­tui­ti­ven Zu­griff auf al­le wich­ti­gen Funk­tio­nen der Uhr. Die Kro­ne kann ge­drückt und ge­dreht wer­den, um zwi­schen den ein­zel­nen Mo­di zu wech­seln, und um Funk­tio­nen wie Stopp­uhr, Count­down, Alarm oder Welt­zeit zu be­die­nen. Die Wave Cep­tor Funk­tech­no­lo­gie er­mög­licht den Funk­emp­fang von sechs Si­gna­len welt­weit. Die au­to­ma­ti­sche Zei­ger­jus­tie­rung prüft die Grund­stel­lung der Zei­ger stünd­lich und kor­ri­giert sie, falls nö­tig. Und schließ­lich bringt die Tough Mo­ve­ment Tech­no­lo­gie vier in­no­va­ti­ve Funk­tio­nen zu­sam­men: Wave Cep­tor, Tough So­lar, ei­ne Hy­bridkon­struk­ti­on und die Zei­ger­jus­tie­rung.

Von der Quarz­uhr bis zur Smart­watch reicht die Mar­ken­welt

Es wür­de hier den Rah­men spren­gen, al­le Tech­no­lo­gi­en aus­führ­lich zu be­schrei­ben und in ver­schie­de­nen Ca­sio-mo­del­len zu zei­gen. Nur so viel: Auch im Be­reich der Con­nec­ted Wat­ches nimmt Ca­sio mit Edi­fice ei­ne ech­te Vor­rei­ter­rol­le ein. Noch be­vor der in­ter­na­tio­na­le Smart-hype die Uh­ren­bran­che er­fass­te, sorg­te Edi­fice im Jahr 2014 mit der Con­nec­ted Watch EQB-500 für Auf­se­hen. Mit Hil­fe der Blue­tooth 4.0-Tech­no­lo­gie so­wie der kos­ten­frei­en »Ca­sio Watch+« App kom­mu­ni­ziert die Uhr mit dem Smart­pho­ne, wor­über sich be­quem Ein­stel­lun­gen und Funk­tio­nen be­die­nen las­sen. Laut der Ge­sell- schaft für Kon­sum­for­schung (GFK) hat sich die »smar­ter Watch« im Jahr 2015 als Markt­füh­rer im Seg­ment der Con­nec­ted Wat­ches (Uh­ren mit Blue­tooth) plat­ziert. 2016 stell­te Ca­sio mit der An­dro­id-we­ar-smart­watch WSD-F10 die ers­te Smart­watch mit Out­door-taug­lich­keit vor.

Das Her­stel­lungs­herz für Ca­si­oUh­ren be­fin­det sich im ja­pa­ni­schen Ya­ma­ga­ta. Die ver­ti­kal in­te­grier­te Ma­nu­fak­tur ver­bin­det fort­schritt­lichs­te Ent­wick­lungs­tech­no­lo­gi­en mit High­tech-fer­ti­gung und ja­pa­ni­scher Hand­werks­kunst zu Uh­ren von au­ßer­ge­wöhn­li­cher Qua­li­tät. Von der Form­ge­bung über den For­men­bau und die Ma­te­ri­al­be­schaf­fung bis hin zum Mon­ta­ge- und Ve­re­de­lungs­pro­zess er­folgt hier al­les auf mo­derns­tem Ni­veau. In Ya­ma­ga­ta be­fin­det sich auch die »Pre­mi­um Pro­duc­tion Li­ne« für die Fer­ti­gung und Mon­ta­ge der High-end-mo­del­le aus der G-sho­ckKol­lek­ti­on. Ne­ben dem un­um­strit­te­nen »He­ro« ge­hö­ren zum Port­fo­lio von Ca­sio un­ge­zähl­te Mo­del­le der Mar­ken Edi­fice, Pro Trek, Ba­by- G, She­en oder Ca­sio Sports. ———

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