Son­der­ein­satz

Preis­ka­te­go­rie bis 3000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Wissen - Te xt — Me­lis­sa Göß­ling/mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Her­stel­ler

——— Man­che müs­sen sich im Be­ruf auf ih­re Uhr ver­las­sen kön­nen, weil ihr Le­ben da­von ab­hängt, bei­spiels­wei­se Ret­tungs­tau­cher, Feu­er­wehr­leu­te, Pi­lo­ten. Sinn-uh­ren war­ten für sie nur mit tech­no­lo­gi­schen Lö­sun­gen auf, die nütz­lich sind.

Ein­satz­zeit­mes­ser (EZM) nennt die Frank­fur­ter Mar­ke Sinn Spe­zi­al­uh­ren die­se Uh­ren. Sie kon­zen­trie­ren sich auf das We­sent­li­che, sind her­vor­ra­gend ab­les­bar und ent­spre­chend ih­res Ein­satz­ge­bie­tes mit spe­zi­el­len Funk­tio­nen aus­ge­stat­tet. So wur­de der EZM 2B (oder UX) zum Bei­spiel für die ma­ri­ti­me Ein­heit der GSG 9 ent­wi­ckelt. Die Uhr ist un­ter Was­ser aus je­dem Win­kel ver­spie­ge­lungs­frei ab­les­bar und druck­fest für je­de er­reich­ba­re Tauch­tie­fe. Neu in die­ser Rie­ge von Spe­zi­al­uh­ren ist die 212 KSK, die für das Kom­man­do Spe­zi­al­kräf­te (KSK) kon­stru­iert wur­de. Die­ser mi­li­tä­ri­sche Spe­zi­al­ver­bund des Hee­res wur­de 1996 of­fi­zi­ell auf­ge­stellt. Ei­nes sei­ner wich­tigs­ten Ein­satz­zwe­cke ist die Ret­tung und Eva­ku­ie­rung deut­scher Staats­bür­ger aus Kri­sen­si­tua­tio­nen.

An­läss­lich des 20-jäh­ri­gen Be­ste­hens des KSK ar­bei­te­ten Sinn Spe­zi­al­uh­ren und die Ge­mein­schaft Deut­scher Kom­man­do­sol­da­ten e.v. zu­sam­men, um ei­ne Uhr zu ent­wi­ckeln, die im mi­li­tä­ri­schen All­tag zu­ver­läs­sig ih­ren Di­enst ver­rich­tet. Zum Schutz des Au­to­ma­tik­werks ETA 2893 be­steht das Ge­häu­se aus perl­ge­strahl­tem U-boot-stahl. Die­ser Stahl ist be­son­ders fest, ama­gne­tisch und salz­was­ser­be­stän­dig. Das Ge­häu­se misst 47 Mil­li­me­ter im Durch­mes­ser und bleibt bis 100 bar

Die Ein­satz­zeit­mes­ser von Sinn Spe­zi­al­uh­ren sind so kon­stru­iert, dass sie auch Ex­trem­si­tua­tio­nen un­be­scha­det über­ste­hen. Da­für ent­wi­ckelt das Frank­fur­ter Un­ter­neh­men spe­zi­el­le Lö­sun­gen, zum Bei­spiel für er­höh­ten Ma­gnet­feld­schutz, be­son­de­re Kratz­fes­tig­keit oder Tem­pe­ra­tur­re­sis­tenz.

druck­fest. Zu­sätz­lich ist das Ge­häu­se auch noch un­ter­druck­si­cher. Fällt au­ßer­halb des Ge­häu­ses der Druck ab, so ver­hin­dert ei­ne spe­zi­el­le Kon­struk­ti­on, dass auf­grund des Druck­un­ter­schie­des zwi­schen Ge­häu­s­ein­ne­rem und Au­ßen­be­reich das Sa­phirglas aus dem Ge­häu­se springt.

Und noch ei­nen spe­zi­el­len Schutz hat Sinn Spe­zi­al­uh­ren für das Uhr­werk ein­ge­baut: die Ar-tro­cken­hal­te­tech­nik. Edr-dich­tun­gen, ei­ne Schutz­gas­fül­lung und ei­ne Tro­cken­kap­sel ver­hin­dern die Ver­brei­tung von Feuch­tig­keit in das Ge­häu­se. Das Uhr­werk la­gert da­mit in ei­ner na­he­zu tro­cke­nen At­mo­sphä­re, was Al­te­rungs­pro­zes­se der Werk­t­ei­le ver­hin­dert und die Gang­ge­nau­ig­keit er­höht. Au­ßer­dem kann dank der Ar-tro­cken­hal­te­tech­nik das Deck­glas bei Käl­te­schock nicht be­schla­gen. Wann die Tro­cken­kap­sel aus­ge­tauscht wer­den muss, zeigt ein klei­nes Sicht­fens­ter bei sechs Uhr auf dem Zif­fer­blatt. Färbt sich die­ses tief­blau, ist es Zeit für ei­nen Wech­sel. Am Zif­fer­blatt­rand bie­tet die 212 KSK ei­ne 24St­un­den-anzeige für ei­ne zwei­te Zeit­zo­ne, ein grau­er Pfeil­zei­ger zeigt die je­wei­li­ge Uhr­zeit. Der ei­gent­li­che Clou der Uhr ist aber der un­ver­lier­ba­re Dreh­ring mit ei­ner 64-Strich-ein­tei­lung ei­nes Marsch­kom­pas­ses. Die 64-Strich-ein­tei­lung stammt aus der Ar­til­le­rie. Strich heißt bei der Ar­til­le­rie die Maß­ein­heit zur An­ga­be von ebe­nen Win­keln, die zur Ori­en­tie­rung not­wen­dig sind. Ei­ne Kom­pass­ro­se wird bei die­ser Maß­ein­heit in 6400 Teil­be­rei­che ein­ge­teilt, wo­bei in der Re­gel nur die Hun­der­ter ein­ge­zeich­net wer­den. Da­mit kann sich das KSK auch oh­ne tech­ni­sche Ge­rä­te im Ge­län­de ori­en­tie­ren.

Um die Him­mels­rich­tun­gen zu be­stim­men, wird der Pfeil­zei­ger der zwei­ten Zeit­zo­ne als 24-St­un­den-zei­ger ge­nutzt. Hält man nun die Uhr ho­ri­zon­tal und dreht sie so, dass der St­un­den­zei­ger auf die Son­ne zeigt, dann weist der Pfeil­zei­ger nach Nor­den. Nun kann man den Dreh­ring so dre­hen, dass die Nord­mar­kie­rung auf der Po­si­ti­on der Pfeil­spit­ze steht. Him­mels­rich­tun­gen und Mar­sch­rich­tungs­zah­len sind jetzt auf dem Dreh­rung ab­les­bar. ———

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