TAG Heuer

Ge­schwin­dig­keit ge­hört seit je­her zur DNA von TAG Heuer. So­wohl als Zeit­neh­mer und Spon­sor im Mo­tor­sport und Fuß­ball als auch bei den ei­ge­nen Uh­ren. Sie sind hoch­prä­zi­se und kön­nen mit­un­ter ul­tra­kur­ze Zeit­span­nen mes­sen. Da­bei avan­ciert bei­na­he je­des Mo­de

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Me­lis­sa Göß­ling Fo­tos — Her­stel­ler

Die Schwei­zer Mar­ke ist jung, cool und in al­ler Mun­de. Wer un­se­re 5 Fakten über TAG Heuer kennt, der weiß, was die Fas­zi­na­ti­on der Mar­ke aus­macht.

Iko­nen

——— Die Car­re­ra ent­stand auf der Renn­stre­cke. Jack W. Heuer hat­te ei­nen Chro­no­gra­phen mit ei­nem be­tont schlich­ten Zif­fer­blatt ent­wi­ckelt, der noch ei­nen Na­men brauch­te. Beim be­rühm­ten Au­to­ren­nen »12 St­un­den von Se­bring« er­zähl­te ihm der Renn­fah­rer Ri­car­do Ro­d­ri­guez von der Ral­lye Car­re­ra Pan­ame­ri­ca­na. 1963 er­schien schließ­lich die Car­re­ra und war schnell sehr er­folg­reich. Der Clou war das Zif­fer­blatt­de­sign: Auf der Schrä­ge des Spann­rings, der das Ple­xi­glas von in­nen an das Ge­häu­se drückt, ließ Heuer die Se­kun­den­ska­la des Chro­no­gra­phen dru­cken. So wur­de das Zif­fer­blatt op­tisch grö­ßer und op­ti­mal ables­bar. Heu­te bil­det die Car­re­ra die größ­te Kol­lek­ti­on von TAG Heuer. Sie bie­tet na­tür­lich vor al­lem Chro­no­gra­phen, aber auch Drei­zei­ge­ruh­ren mit Da­tum und ei­ni­ge Da­men­uh­ren. Auch an­de­re Iko­nen, wie die le­gen­dä­ren Chro­no­gra­phen Mon­za und Mo­na­co, sind heu­te wie­der Teil des Uh­ren­be­stands. 2017 kommt ei­ne neue Au­ta­via. Der jüngs­te Klas­si­ker ist die Aqua­ra­cer. Sie wur­de in den 1980er-jah­ren als ro­bus­te Sportuhr ent­wor­fen und bil­det heu­te die zweit­größ­te Kol­lek­ti­on bei TAG Heuer. Al­le Aqua­ra­cer-mo­del­le sind bis min­des­tens 20 bar druck­fest, tra­gen ei­ne ein­sei­tig dreh­ba­re Lü­net­te, Leucht­an­zei­gen so­wie ei­ne ver­schraub­te Kro­ne mit Flan­ken­schutz. ———

Chro­no­gra­phen

——— Im Jahr 1860 er­öff­ne­te Edouard Heuer ei­ne Uhr­mach­er­werk­statt. Schnell er­kann­te er, dass er sei­ne Fir­ma nur mit ei­ner Spe­zia­li­sie­rung zum Er­folg füh­ren kann. Und so kon­zen­trier­te sich Heuer, auch in Ab­gren­zung zur star­ken ame­ri­ka­ni­schen Kon­kur­renz, auf die Pro­duk­ti­on prä­zi­ser Stopp­uh­ren. Um die­se be­son­ders güns­tig an­bie­ten zu kön­nen, ent­wi­ckel­te Heuer 1887 das so­ge­nann­te Schwing­trieb. Die­se be­weg­lich mon­tier­te Wel­le mit zwei Rit­zeln er­setz­te die re­la­tiv kost­spie­li­ge Kupp­lung. Bis heu­te ar­bei­tet die­se Er­fin­dung zum Bei­spiel im Best­sel­ler­werk Eta/val­joux 7750.

Ein wei­te­rer Mei­len­stein in der Chro­no­gra­phen­ge­schich­te ge­lang der Fir­ma Heuer rund 80 Jah­re spä­ter in Zu­sam­men­ar­beit mit Breit­ling, Ha­mil­ton-bü­ren und Du­bo­is Dé­praz. 1969 stell­ten sie ge­mein­sam nach vier Jah­ren Ent­wick­lungs­zeit ei­nes der ers­ten Au­to­ma­tik-Chro­no­gra­phen­wer­ke vor. Heuer setz­te das neue Ka­li­ber 11 gleich in drei Mo­del­le ein: der Au­ta­via, der Car­re­ra und der wie das Uhr­werk ganz neu­en Mo­na­co. Mit der Quarz- re­vo­lu­ti­on ver­schwand das Ka­li­ber 11. Erst im Jahr 2010, zum 150-jäh­ri­gen Be­ste­hen der Fir­ma, stell­te TAG Heuer er­neut ein ei­ge­nes Ba­sis­ka­li­ber für Chro­no­gra­phen vor. Das Au­to­ma­tik­werk 1887 stamm­te kon­struk­tiv von Sei­ko. TAG Heuer wech­sel­te je­doch die kom­plet­te Hem­mung und Stoß­si­che­rung aus und setz­te das Schwing­trieb statt der ver­ti­ka­len Kupp­lung ein. Vor­ge­stellt wur­de das Werk in ei­nem Ge­häu­se der Car­re­ra-kol­lek­ti­on.

Sel­bi­ge war auch der Man­tel für das 2015 vor­ge­stell­te Heuer 01. Die­se Wei­ter­ent­wick­lung des Ca­li­bre 1887 er­hielt ein ro­tes, statt wie bis­her blau­es, Säu­len­rad und Uhr­werks­tei­le wie die Chro­no­gra­phen­brü­cke, der Ro­tor und die Da­tums­schei­be er­schie­nen nun ske­let­tiert. 2016 kam das Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber Heuer 02T mit Chro­no­gra­phen­funk­ti­on und Tour­bil­lon. Die Sen­sa­ti­on war der Ein­füh­rungs­preis der da­zu­ge­hö­ri­gen Uhr. Die Car­re­ra Heuer 02 Tour­bil­lon Chronograp­h kos­tet mit Tit­an­ge­häu­se knapp un­ter 15 000 Eu­ro, was für ei­ne Tour­bil­lon-uhr ver­hält­nis­mä­ßig preis­wert ist. ———

Ul­tra­kurz­zeit­mes­sung

——— Be­reits 1916 zeig­te TAG Heuer, dass die Schwei­zer Fir­ma Ex­per­te für Chro­no­gra­phen ist. Mit der Ta­schen­uhr Mi­kro­graph konn­te die Zeit bis auf die Hun­der­s­tel­se­kun­de ge­nau ge­stoppt wer­den. Mit der Car­re­ra Ca­li­bre 360 lan­cier­te TAG Heuer 2005 die ers­te me­cha­ni­sche Arm­band­uhr, die Zeit­in­ter­val­le bis auf die Hun­derts­tel­se­kun­de ge­nau stop­pen konn­te. Im Grun­de trug die­se Uhr zwei Uhr­wer­ke: Ein Eta-au­to­ma­tik­werk 2892 für die Zeit­an­zei­ge und ein Mo­dul von La Joux-per­ret, das nur für die Chro­no­gra­phen­funk­ti­on zu­stän­dig war. Die­ses ar­bei­te­te mit ei­ner Fre­quenz von 360 000 Halb­schwin­gun­gen in der St­un­de (50 Hertz). So voll­führ­te der Stopp­se­kun­den­zei­ger 100 Schrit­te pro Se­kun­de. Das Ca­li­bre 360 bil­de­te den Auf­takt zu ei­ner Rei­he hoch­prä­zi­ser Zeit­neh­mer. 2011 lan­cier­te TAG Heuer den Car­re­ra Mi­kro­graph 1/100th: Wie die zwei Vor­gän­ger konn­te auch die­se Uhr auf die Hun­derts­tel­se­kun­de ge­nau stop­pen. Die­ses Mal rea­li­sier­te TAG Heuer die Prä­zi­si­ons­mes­sung mit­hil­fe ei­nes in­te­griert auf­ge­bau­ten Chro­no­gra­phen­werks, des­sen Stopp­me­cha­nis­mus mit 50 Hertz os­zil­liert. Im glei­chen Jahr ent­stand der Mi­krot­i­mer Fly­ing 1000, der auf die Tau­sends­tel­se­kun­de ge­nau stop­pen konn­te. Auf­grund der ho­hen Fre­quenz von 500 Hertz ver­zich­te­te TAG Heuer auf ei­ne ge­wöhn­li­che Un­ruh. Ein schalt­rad­ge­steu­er­tes Im­puls-brems-sys­tem er­mög­lich­te die Chro­no­gra­phen­funk­ti­on. Ein Jahr spä­ter wur­de die Zeit­mes­sung bei TAG Heuer noch schnel­ler: Der Mi­kro­gir­der 10 000 stopp­te auf die hal­be Tau­sends­tel­se­kun­de ge­nau. Wie beim Vor­gän­ger rea­li­siert dies ein Chro­no­gra­phen­werk mit Im­puls-brems-sys­tem, doch die­ses Mal os­zil­liert die Spi­ral­fe­der mit 7,2 Mil­lio­nen Halb­schwin­gun­gen pro St­un­de (ent­spricht 1000 Hertz). Da ge­wöhn­li­che Spi­ral­fe­dern nur 600 Hertz er­lau­ben, ent­wi­ckel­ten die Kon­struk­teu­re bei TAG Heuer ei­ne ge­ra­de ge­streck­te Un­ruh­spi­ra­le. Ei­ne Zif­fer­blatt­öff­nung bei sie­ben Uhr gibt den Blick auf die­se In­no­va­ti­on frei. 2013 ließ TAG Heuer die Un­ruh­spi­ra­le gleich ganz weg. In der Car­re­ra Mi­kro­pen­du­lum über­neh­men Ma­gne­te ih­re Ar­beit und er­zeu­gen 360000 Halb­schwin­gun­gen pro St­un­de, die das Stop­pen auf die Hun­derts­tel­se­kun­de ge­nau er­mög­li­chen. ———

Die Uh­ren­trä­ger von mor­gen

——— Um ein mög­lichst brei­tes und vor al­lem jun­ges Pu­bli­kum an­zu­spre­chen, stützt TAG Heuer sei­ne Ver­mark­tungs­stra­te­gie auf vier Säu­len. Die ers­te, und zu­gleich auch die äl­tes­te, ist der Mo­tor­sport. Die­ser spiel­te be­reits in den Sieb­zi­ger Jah­ren ei­ne wich­ti­ge Rol­le für die Schwei­zer Mar­ke. Ak­tu­ell ist TAG Heuer of­fi­zi­el­ler Zeit­neh­mer der ers­ten voll­elek­tri­schen Renn­se­rie For­mel E und spon­sert seit 2016 das For­mel-1-team Red Bull Ra­c­ing. Aber auch im Fuß­ball en­ga­giert sich TAG Heuer und ist seit der Spiel­sai­son 2016/2017 of­fi­zi­el­ler Part­ner der Deut­schen Bun­des­li­ga. Pro­mi­nen­te Mar­ken­bot­schaf­ter aus die­sen Be­rei­chen sind zum Bei­spiel Cris­tia­no Ro­nal­do, Mats Hum­mels oder Da­ni­el Ric­ci­ar­do.

In den Sieb­zi­gern und Acht­zi­gern war Renn­spor­ti­ko­ne Ayr­ton Sen­na pro­mi­nen­tes Ge­sicht der Mar­ke. Heu­te er­in­nern Tag-heuer-an­zei­gen an den ver­stor­be­nen Sport­ler. Die­se Ver­knüp­fung von Fir­men­ge­schich­te mit der Ge­gen­wart stellt TAG Heuer und den Be­griff He­ri­ta­ge, die zwei­te Ver­mark­tungs­säu­le. Ei­ne ähn­li­che Ver­bin­dung be­steht zum Schau­spie­ler Ste­ve Mc­queen. Er trug 1971 in dem Renn­fah­rer­film »Le Mans« ei­ne TAG Heuer Mo­na­co, in­spi­riert von sei­nem Rol­len­vor­bild Jo Sif­fert, der selbst Uh­ren von TAG Heuer ge­tra­gen hat.

Dass die Kern­ziel­grup­pe von TAG Heuer sehr jung ist, zei­gen auch die bei­den an­de­ren Ver­mark­tungs­säu­len. Im Be­reich Li­fe­style fin­den sich Mar­ken­bot­schaf­ter wie das Mo­del Ca­ra De­le­ving­ne oder Schau­spie­ler Chris Hems­worth. Aus Mu­sik und Kul­tur wer­ben DJ Da­vid Gu­et­ta so­wie die Pop-band One Re­pu­blic. ———

Am Puls der Zeit

——— TAG Heuer stell­te im Win­ter 2015 sei­ne Ant­wort auf die App­le Watch vor. CEO Je­an-clau­de Bi­ver sag­te da­zu: »Rich­tig tief war die Schwei­zer Uh­ren­in­dus­trie in die­se The­ma­tik noch nie in­vol­viert. Aber die App­le Watch hat uns auf­ge­weckt und auch ein we­nig auf­ge­schreckt. Auch für uns bei TAG Heuer war klar, dass wir die Are­na mit reich­lich Ver­spä­tung be­tre­ten wer­den. Aber da wir auf un­se­re Fah­nen Avant­gar­de ge­schrie­ben ha­ben, muss­ten wie mit un­se­rem Pro­dukt zwangs­läu­fig nach vor­ne.« Dank der An­dro­id-we­ar-tech­no­lo­gie von Goog­le er­mög­licht die Con­nec­ted Watch die Kom­munka­ti­on mit dem Smart­pho­ne, um zum Bei­spiel Wet­ter­mel­dun­gen, Push-nach­rich­ten oder Ka­len­de­rer­in­ne­run­gen auf der Uhr zu emp­fan­gen. Auch die Fit­ness-app Goog­le Fit funk­tio­niert dank ein­ge­bau­ter Sen­so­ren ein­wand­frei. TAG Heuer wei­tet zu­dem sei­ne Part­ner­schaf­ten im Sport auf die Con­nec­ted Watch aus. So hat der Schwei­zer Her­stel­ler mit der Deut­schen Fuß­ball Li­ga (DFL) ei­ne App ent­wi­ckelt, die un­ter an­de­rem Sta­tis­ti­ken, In­for­ma­tio­nen und schrift­li­che Li­veKom­mena­te über die je­wei­li­gen Bun­des­li­gis­ten über­mit­telt. Mit der App für die For­mel E wird der Uh­ren­trä­ger wäh­rend und ab­seits von Ren­nen über Stre­cken, Fah­rer und Renn­wa­gen in­for­miert. Auch die Mar­ken­bot­schaf­ter von TAG Heuer wur­den für die Con­nec­ted Watch mo­bi­li­siert und ha­ben je ein ei­ge­nes Zif­fer­blatt kre­iert, das man sich her­un­ter­la­den kann. ———

1 For­mel 1: TAG Heuer und das Red Bull Ra­c­ing Team.

2 Fuß­ball: Seit 2016 ist TAG Heuer Part­ner der Bun­des­li­ga.

3 Mu­sik: DJ Da­vid Gu­et­ta ist Mar­ken­bot­schaf­ter.

3 Mi­kro­graph: Misst auf die Hun­derts­tel­se­kun­de ge­nau.

1 Mi­kro­pen­du­lum: Ar­bei­tet hoch­prä­zi­se oh­ne Un­ruh­spi­ra­le.

5 Mi­kro­gir­der: Stoppt auf die hal­be Tau­sends­tel­se­kun­de.

4 Mi­krot­i­mer: Zeigt die Tau­sends­tel­se­kun­de prä­zi­se an.

2 Ca­li­bre 360: Der ers­te hoch­fre­quen­te Arm­band­stop­per.

Ca­li­bre 1887: 2010 erst­mals vor­ge­stellt, kos­tet die Car­re­ra heu­te 4 050 Eu­ro.

Heuer 01: Das Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber kommt neu in matt­schwar­zer Ke­ra­mik. 5 650 Eu­ro.

Mo­na­co: Die­se Uhr wur­de 1969 für das Au­to­ma­tik­ka­li­ber 11 (un­ten) neu kre­iert.

Sport­lich: Die Aqua­ra­cer mit schwarz be­schich­te­tem Tit­an­ge­häu­se. 2 500 Eu­ro.

Rück­kehr: 2017 wird TAG Heuer ei­ne Neu­auf­la­ge der Au­ta­via vor­stel­len.

Klas­sisch: Die Car­re­ra Ca­li­bre 16 DayDa­te kos­tet in Stahl 4200 Eu­ro.

Re­tro: Die Wur­zeln die­ses Kis­sen-stop­pers lie­gen im Jahr 1976. 4 700 Eu­ro.

Sport­lich: Die Bun­des­li­ga-app gibt es nur bei TAG Heuer. 1 400 Eu­ro.

Um­fang­reich: Auch über die For­mel E wird der Trä­ger in­for­miert. 1 600 Eu­ro.

Edel: Auch ei­ne Ver­si­on in Ro­sé­gold mit Le­der­band ist er­hält­lich. 11 200 Eu­ro.

Wan­del­bar: Die Con­nec­ted Watch bie­tet ver­schie­de­ne Zif­fer­blät­ter. 1 400 Eu­ro.

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