Le­ser­brie­fe

Uhren-Magazin - - Inhalt - Ser­vice Frank Bei­cken, per E-mail — Ein Po­si­tiv­bei­spiel

——— Als be­geis­ter­te Abon­nent will ich mei­ne Freu­de dar­über tei­len, dass es fä­hi­ge, ehr­li­che und his­to­risch be­geis­ter­te Uhr­ma­cher gibt. 1992 kauf­te ich für we­nig Geld die Flie­ge­ruhr LIP Ty­pe 14 von 1940 auf ei­nem Floh­markt in Cas­ablan­ca. Die­se LIP Ty­pe 14 und die Ze­nith Ty­pe 20 wur­den im Zwei­ten Welt­krieg in fran­zö­si­sche Flug­zeu­ge ein­ge­baut. Nach ei­ge­ner Ana­ly­se und teil­wei­ser De­mon­ta­ge muss­te 1994 doch ein Pro­fi für fran­zö­si­sche Lip-uh­ren her, den ich in den Vo­ge­sen fand. Das Un­ter­neh­men J.L. Fre­sard gilt als Spe­zia­list für die Re­pa­ra­tur al­ter Uh­ren. So wur­den wir uns ei­nig, dass ich ihm mei­ne Uhr ein­schi­cke.

Ein paar Mo­na­te spä­ter wur­de ich von Er­lan­gen für fünf Jah­re nach Tai­wan ver­setzt. Nach der Rück­kehr hat­te ich die Uhr ziem­lich ver­ges­sen. Neue Auf­ga­ben trie­ben mich durch die gan­ze Welt. Um sess­haf­ter zu wer­den, wur­de ich 2005 nach Ka­tar ver­setzt, um dort acht Jah­re im Sand an den größ­ten Pro­jek­ten die­ser Welt zu ar­bei­ten. Kein Grund al­so, ei­ne al­te emp­find­li­che Uhr nach­zu­ho­len. 2013 ver­ließ ich den Sand­kas­ten, um neue Funk­tio­nen im El­sass zu über­neh­men. Da ich nun wie­der auf fran­zö­si­schen Grund stand und aus ir­gend­ei­nem Grund wie­der an mei­ne Uhr dach­te, kon­tak­tier­te ich oh­ne viel Hoff­nung Herrn Fre­zard, der mir »cool« be­stä­tig­te, dass die Uhr bei ihm im Sa­fe liegt, da bei ihm nie­mals et­was ver­wor­fen wer­de. Es muss­te al­ler­dings die Schmie­rung er­neut vor­ge­nom­men wer­den, da das Werk (Ca­li­bre 38,5 mit 15 Ru­bi­nen und 36 St­un­den Gan­g­re­ser­ve) nach 22 Jah­ren wie­der ver­harzt war. Doch nun läuft die 76-Jäh­ri­ge wie neu. Sie wird beim nächs­ten Um­zug be­stimmt da­bei sein. Ein Lob die­sem Un­ter­neh­men, dass ich gern wei­ter­emp­feh­le.———

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