Panerai TEST

Die Luminor Due re­prä­sen­tiert fla­che Ele­ganz in der Panerai-kol­lek­ti­on. Wir tes­ten auch ihr In­nen­le­ben.

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Ok-pho­to­gra­phy

——— Mit der Luminor Due kün­digt Panerai ein neu­es Ka­pi­tel in de­ren Ge­schich­te an. Die Uhr folgt ei­ner­seits dem Ori­gi­nal, das für die ita­lie­ni­sche Ma­ri­ne ent­wor­fen und von den 1930er-jah­ren an bis in die 1950er-jah­re hin­ein an die­se – und nur an die­se – aus­ge­lie­fert wur­de. An­de­rer­seits er­füllt die Uhr aber den Wunsch stil­si­che­rer Zeit­ge­nos­sen, ei­nen Zeit­mes­ser zu be­sit­zen, der dem sym­bol­träch­ti­gen Mo­dell folgt, je­doch für je­den An­lass taugt.

End­lich ei­ne Panerai für je­de Ge­le­gen­heit

Mit ei­ner Bau­hö­he von et­wa 10,8 Mil­li­me­tern passt die Luminor Due zum Sport­dress ge­nau­so gut wie un­ter die Hemd­man­schet­te, ja so­gar ans weib­li­che Hand­ge­lenk, oh­ne da­bei un­ge­wollt ei­nen mas­ku­li­nen Ein­druck zu er­we­cken. Nicht nur der Ein­ge­weih­te er­kennt die Merk­ma­le ei­ner Luminor so­fort wie­der. Qua­si un­ver­wech­sel­bar ist das kis­sen­för­mi­ge Ge­häu­se. Es stammt von der Ra­dio­mir aus dem Jahr 1940 und wird auch für die Luminor Due in­klu­si­ve sei­ner mas­si­ven Band­an­stö­ße aus ei­nem Stahl­block ge­fräst. Da­mit bil­den die Hör­ner auch beim neu­en Luminor Due- Ge­häu­se ei­ne ro­bus­te Ein­heit mit dem Ge­häu­se­mit­tel­teil. Zugleich wirkt die rund­um glän­zen­de Ar­chi­tek­tur mit ih­ren Fa­cet­ten und wei­chen Flan­ken weit­aus char­man­ter als die ver­schie­de­ner Vor­gän­ger-mo­del­le.

Die­se Ele­ganz un­ter­streicht zu­dem die schma­le, stei­le Lü­net­te, die dem Zif­fer­blatt viel Raum für Nach­hal­tig­keit ein­räumt. Nach­hal­tig­keit im mehr­fa­chen Sin­ne: Den mi­ni­ma­lis­ti­schen Auf­bau mit vier ara­bi­schen Zif­fern an den Kar­di­nal­spunk­ten und den da­zwi­schen lie­gen­den Ba­ton-in­di­zes so­wie ei­ner Klei­nen Se­kun­de bei neun Uhr kennt man von un­ge­zähl­ten Panerai-re­fe­ren­zen. Eben­so un­ver­kenn­bar ist die Sand­wich­bau­wei­se des Zif­fer­blat­tes – hier mit ei­ner Son­nen­schliff-po­lier­ten schwar­zen obe­ren und ei­ner leicht bei­gen un­te­ren Ebe­ne. Wäh­rend letz­te­re zu­sam­men mit den Zei­gern ei­nen leich­ten Re­tro-charme ver­sprüht, un­ter­streicht das chan­gie­ren­de Schwarz des obe­ren Blat­tes den ge­wünsch­ten ele­gan­ten Auf­tritt der Luminor Due. Bei Dun­kel­heit er­schei­nen Zif­fern, In­di­zes und Zei­ger ge­wohnt nach­hal­tig in ei­nem kräf­ti­gen Grün­ton.

Und nicht zu ver­ges­sen – die mo­dell­prä­gen­de Kro­nen­schutz­brü­cke, wel­che die Auf­zugs­kro­ne vor un­be­ab­sich­tig­ten Stö­ßen schützt und sie mit ih­rem in­te­grier­ten He­bel zugleich im Ge­häu­se fi­xiert und ab­dich­tet. Da das Ge­häu­se aber nur bis drei Bar druck­fest, sprich bis 30 Me­ter was­ser­dicht und so­mit zum Ba­den, Schwim­men und Tau­chen nicht ge­eig­net ist, dient letz­te­re Funk­ti­on bes­ten­falls dem Staub­schutz. Den­noch gleicht die Be­tä­ti­gung des He­bels ei­nem lieb­ge­wor­de­nen Ri­tu­al. Beim Öff­nen kann man der leich­ten Ent­span­nung der Kro­ne aus dem Ge­häu­se her­aus fol­gen und sie dann so­gleich zur Zei­ger­stel­lung in die nächs­te Po­si­ti­on zie­hen. Das be­darf al­ler­dings nach­hal­ti­ger Zug­kraft. Wäh­rend sich die Kro­ne nur bei ge­öff­ne­tem He­bel zie­hen lässt, funk­tio­niert der Hand­auf­zug auch im ge­schlos­se­nen Zu­stand.

An­de­rer­seits kann man die Kro­ne über den He­bel aus der Zei­ger­stell­funk­ti­on her­aus di­rekt zu­rück ins Ge­häu­se drü­cken, was ei­ner sinn­vol­len Ein­rich­tung für die se­kun­den­ge-

Un­ver­kenn­bar in­spi­riert von der Li­ni­en­füh­rung der Luminor ist die »Due« ei­ne Neu­in­ter­pre­ta­ti­on des Klas­si­kers aus den 1950er-jah­ren. Ihr si­gni­fi­kan­tes Ge­häu­se ist et­wa 40 Pro­zent fla­cher,bleibt in De­sign und Funk­tio­na­li­tät je­doch dem Ori­gi­nal treu und um­schließt das mo­der­ne Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber P.4000 mit Mi­kroro­tor-au­to­ma­tik­auf­zug.

naue Ein­stel­lung der Uhr ent­spricht. Dies wie­der­um er­mög­licht ei­ne Se­kun­den­stopp­vor­rich­tung im au­to­ma­ti­schen Ka­li­ber P.4000.

Syn­the­se aus mo­der­ner Tech­nik und ele­gan­tem De­sign

Das P.4000 macht die fla­che Bau­wei­se der Luminor Due über­haupt erst mög­lich und un­ter­streicht nicht zu­letzt den ele­gan­ten Cha­rak­ter ei­nes Zeit­mes­sers, der sich in Form und Funk­ti­on auf das Nö­tigs­te kon­zen­triert. Das Ka­li­ber bie­tet le­dig­lich St­un­den-, Mi­nu­ten- und Se­kun­den­an­zei­ge, kein Da­tum, das so man­cher vi­el­leicht ver­misst. Das P.4000 ist das flachs­te Uhr­werk, das die Ma­nu­fak­tur in Neu­châ­tel bis­her ent­wi­ckelt und ge­baut hat und kommt nach der Ra­dio­mir 1940 nun erst­mals auch in der Luminor Due zum Ein­satz.

Da­bei han­delt es sich um ein eher sel­ten zu fin­den­des Uhr­werk mit Mi­kroro­tor-auf­zug. Der klei­ne­re Durch­mes­ser des Ro­tors er­laubt, dass die Schwung­mas­se nicht über dem Uhr­werk, son­dern mit ihm auf glei­cher Ebe­ne sei­ne Ar­beit ver­rich­tet.

Nicht sel­ten be­rei­ten Mi­kroro­to­ren Pro­ble­me bei der Auf­zugs­leis­tung, die wir in un­se­rem Test al­ler­dings nicht fest­stel­len kön­nen. Viel­mehr be­fin­det sich das Uhr­werk am Hand­ge­lenk zu­meist im Voll­auf­zug, was an­hand der Gang­wer­te nach­weis­bar ist. Stellt man die vom Hand­ge­lenk de­nen der Zeit­waa­ge ge­gen­über, so fin­det man her­aus, dass die Uhr am Hand­ge­lenk ver­gleichs­wei­se schnell un­ter­wegs ist – sie geht mehr als neun Se­kun­den am Tag vor. Auf der Zeit­waa­ge pen­delt sich der durch­schnitt­li­che Gang bei knapp sechs Se­kun­den bei Voll­auf­zug und gut drei Se­kun­den nach 24 St­un­den Gang­dau­er ein. Dem Zeit­waa­genPro­to­koll ist dar­über hin­aus zu ent­neh­men, dass die Uhr vor al­lem bei Voll­auf­zug in den Zif­fer­blatt­la­gen

PANERAI KA­LI­BER P. 4000 Das au­to­ma­ti­sche Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber aus dem Jahr 2014 be­steht aus 203 Ein­zel­tei­len, wird von ei­nem Mi­kroro­tor an­ge­trie­ben und baut in zwei in Rei­he ge­schal­te­ten Fe­der­häu­sern 72 St­un­den Gang­au­to­no­mie auf.

vor­geht, und zwar so­gar mehr als im Durch­schnitt am Hand­ge­lenk. Da sich die Uhr am Arm ja oft­mals in die­sen so­ge­nann­ten Flach­la­gen be­fin­det, las­sen sich die Gan­g­ab­wei­chun­gen am Hand­ge­lenk er­klä­ren.

Klei­ne Lö­sun­gen im De­tail – groß­ar­ti­ges Uhr­werk

Der im Durch­mes­ser et­wa 17 Mil­li­me­ter mes­sen­de Auf­zugs­ro­tor be­steht aus Wolf­ram, ei­nem Ma­te­ri­al mit be­son­ders ho­hem spe­zi­fi­schem Ge­wicht. Er ro­tiert in ei­nem Zir­ko­ni­um-ku­gel­la­ger und zieht zwei über­ein­an­der lie­gen­de und in Rei­he ge­schal­te­te Fe­der­häu­ser in bei­de Dreh­rich­tun­gen auf. Die Kon­struk­ti­on si­chert im­mer­hin 72 St­un­den –das sind drei Ta­ge – Gang­au­to­no­mie.

Schaut man ein­mal ge­nau­er durch den Sa­phirglas­bo­den, so ent­deckt man zahl­rei­che, in die Au­to­ma­tik­brü­cke ein­ge­las­se­ne Ru­bi­ne. Die ei­nen die­nen zur La­ge­rung von Klein­bo­den- und Se­kun­den­rad und tra­gen auf ih­re Wei­se zur Flach­heit des Ka­li­bers P.4000 bei, die an­de­ren ver­rin­gern die Rei­bung am Ro­tor. Sie

ste­hen nicht im per­ma­nen­ten Kon­takt mit der Schwung­mas­se, son­dern fe­dern die­se bei even­tu­el­len Schlä­gen und Er­schüt­te­run­gen ab und las­sen sie leicht wei­ter­glei­ten. Im nor­ma­len Be­trieb schwebt der Ro­tor mit mi­ni­ma­lem Ab­stand über die leicht ge­wölb­ten St­ei­ne hin­weg.

Ele­gan­ter Be­glei­ter im Ori­gi­nal-out­fit

Ei­nen be­reits be­kann­ten An­blick aus frü­he­ren Panerai-ka­li­bern lie­fert die sta­bi­le Brü­cken­bau­wei­se. Un­ter der ei­nen ver­schwin­det ein Groß­teil des Uhr­werks, un­ter der an­de­ren schwingt die Un­ruh mit va­ria­blem Träg­heits­mo­ment im Vier-hert­zRhyth­mus. Zwei Schrau­ben die­nen zum Ein­stel­len des senk­rech­ten Spiels der Un­ruh­wel­le. Re­gu­liert wird der Os­zil­la­tor über vier Schrau­ben am Un­ruh­reif. Mag sein, dass die en­gen Ver­hält­nis­se in der Luminor Due da­zu bei­tra­gen, dass der Gang des P.4000 leicht un­aus­ge­wo­gen ist. Im Test der Ra­dio­mir 1940 vor ei­nem reich­li­chen Jahr lief das P.4000 mit weit­aus ge­rin­ge­ren Gan­g­ab­wei­chung und ins­ge­samt auch gleich­mä­ßi­ger.

Da­für gibt sich die Luminor Due sehr aus­ge­wo­gen am Hand­ge­lenk. Sie passt zu je­dem An­lass, wo­für nicht zu­letzt das groß­schup­pi­ge, aber den­noch ele­gant wir­ken­de schwar­ze Al­li­ga­tor-le­der­band sorgt. Es ist flach wie die Luminor Due selbst und wohl­pro­por­tio­niert, so dass die Uhr nicht vorn­über kippt. Selbst die an dem ei­nen Ban­den­de ver­schraub­te Dorn­schlie­ße hin­ter­lässt ei­nen ele­gan­te­ren Ein­druck als man­che ih­rer Art­ver­wand­ten. Den­noch be­hält sie die kan­ti­ge Li­ni­en­füh­rung bei und folgt so­mit wie die Luminor Due ins­ge­samt der Ori­gi­naläs­the­tik ei­ner ech­ten Panerai-uhr. ———

Sand­wich: So nennt man das dop­pel­la­gi­ge Zif­fer­blatt. Es sorgt auch bei der Luminor Due für bes­te Nach­ta­bles­bar­keit.

Ac­ces­soire: Auch am Ge­häu­se der Luminor Due darf der Kro­nen­schutz­bü­gel selbst­ver­ständ­lich nicht feh­len.

Ori­gi­nal­ge­treu: Auch die fla­che Luminor Due folgt un­ver­kenn­bar in den De­si­gn­merk­ma­len ih­ren gro­ßen Vor­bil­dern.

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