AN­TOI­NE PRE­ZI­U­SO

Flachs­te Au­to­ma­tik­uhr – 13500 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Journal -

ma­cher und er war es auch, der nach jah­re­lan­gem Tüf­teln her­aus­fand, wie man ei­ne Uhr mit drei Tour­bil­lons kon­stru­iert. »Wir hat­ten schon sehr lan­ge dar­an ge­ar­bei­tet, als Flo­ri­an ei­nes Ta­ges sag­te: Ich hab’s!« Va­ter An­toi­ne war et­was skep­tisch. Die bei­den bau­ten ei­nen Pro­to­typ in gro­ßem Maß­stab und es funk­tio­nier­te. »Dann ha­ben wir das Gan­ze ver­klei­nert und die Uhr ge­baut.« Mit der Tour­bil­lon of Tour­bil­lons ge­lan­gen Va­ter und Sohn drei pa­tent­ge­schütz­te Er­fin­dun­gen. Die Uhr ge­wann da­mit den »Uh­ren- Os­kar«, den Grand Prix d’hor­lo­ge­rie de Genè­ve, in gleich zwei Ka­te­go­ri­en: den Pu­bli­kums­preis und den In­no­va­ti­ons­preis. »Das war ein sehr gro­ßer Mo­ment für uns«, er­in­nert sich An­toi­ne Pre­zi­u­so.

Auch bei der Su­che nach neu­en Ma­te­ria­li­en geht der Gen­fer vor­an. Als ers­ter ver­ar­bei­te­te er be­reits 1991 Me­teo­ri­ten­ge­stein in ei­ner Uhr. Sein jüngs­tes Mo­dell ist die Stel­la Po­la­re, de­ren Ge­häu­se aus Gestein des Me­teo­ri­ten Muo­nio­nalusta be­steht – ei­nem aus Ei­sen be­ste­hen­dem Bro­cken, der 1906 in Nord­schwe­den ge­fun­den wur­de. Um die Wid­mann­stät­ten-struk­tur des Ei­sen­me­teo­ri­ten sicht­bar zu ma­chen, muss das Ma­te­ri- al ge­schlif­fen und mit Säu­re be­han­delt wer­den. Da­bei ent­steht ei­ne ein­zig­ar­ti­ge, kris­tal­li­ne und schraf­fier­te Ober­flä­che. »Das ist ei­ne Uhr, die der Zeit wi­der­steht«, sagt Pre­zi­u­so. Er liebt sol­che Pa­ra­do­xe und vie­len sei­ner Fans geht es eben­so. Wenn er und sein Sohn wie­der ein paar schö­ne Stü­cke fer­tig ge­stellt ha­ben, geht die Fa­mi­lie auf Rei­sen und prä­sen­tiert sie den Lieb­ha­bern der Mar­ke in Du­bai, To­kyo, Sin­ga­pur, Seo­ul oder in den USA. Und meis­tens sind die aus­ge­fal­le­nen Zeit­mes­ser dann ver­kauft.

Wenn An­toi­ne Pre­zi­u­so das er­zählt, hört es sich nach ei­nem stress­frei­en Le­ben an. Aber das ist auch die Kunst, die man im Al­ter von 60 Jah­ren er­reicht ha­ben soll­te: Trotz al­ler An­stren­gun­gen das Le­ben ge­nie­ßen zu kön­nen, ge­mein­sam mit der Fa­mi­lie, und sich auch Lieb­ha­be­rei­en wie der Kunst und der As­tro­no­mie wid­men zu kön­nen. [2725] ———

Er ab­sol­vier­te ei­ne Aus­bil­dung an der Gen­fer Uhr­ma­cher­schu­le, ar­bei­te­te bei Pa­tek Phil­ip­pe und mach­te sich selbst­stän­dig, bau­te Kom­pli­ka­tio­nen für an­de­re und dann schließ­lich für die Uh­ren­mar­ke un­ter sei­nem ei­ge­nen Na­men.

——— Die­ser ge­lun­ge­ne Welt­re­kord­ver­such aus dem Jahr 2017 hat­te zwei Vor­läu­fer: Bul­ga­ri hat­te im Jahr 2014 das flachs­te Tour­bil­lon und 2016 die flachs­te Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on der Welt in ei­ner Arm­band­uhr vor­ge­stellt. Bei den au­to­ma­ti­schen Arm­band­uh­ren konn­te 40 Jah­re lang Pia­get den Re­kord mit der Al­ti­pla­no und dem dar­in ein­ge­setz­ten Ka­li­ber 1208P auf­recht er­hal­ten. Die Oc­to Fi­nis­si­mo Au­to­ma­tic ist mit ei­ner Ge­häu­se­hö­he von 5,15 Mil­li­me­tern ge­nau 0,10 Mil­li­me­ter schlan­ker als die Al­ti­pla­no. In dem Tit­an­ge­häu­se gibt das neu kon­stru­ier­te Au­to­ma­tik­ka­li­ber BVL 138 den Takt vor. Es misst gera­de ein­mal 2,23 Mil­li­me­ter in der Hö­he – zum Ver­gleich: das 1208P von Pia­get ist 2,35 Mil­li­me­ter hoch. ———

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