Lon­gi­nes

Preis­ka­te­go­rie bis 3 000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt - Te x t — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Her­stel­ler

Die Flie­ge­ruhr The Lon­gi­nes Avi­ga­ti­on Big Eye ver­bin­det Re­tro-de­sign mit mo­der­ner Uhr­ma­che­rei.

——— Wo­her die­ser Chronograp­h sei­nen Na­men hat, ist im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes au­gen­schein­lich: Ein gro­ßer Coun­ter bei drei Uhr zählt die ge­stopp­ten Mi­nu­ten. Ei­ne gu­te Vor­aus­set­zung, dass das Fünf-mi­nu­ten-früh­stücks­ei auch ge­lingt. Aber auf­ge­passt! Die lan­gen In­dex-li­ni­en kenn­zeich­nen je­de drit­te Mi­nu­te, nicht – wie weit ver­brei­tet – je­de fünf- te. Beim ers­ten lan­gen Strich ist das Ei al­so noch fast roh und beim zwei­ten schon hart. Au­ßer­ge­wöhn­lich ist auch die schlei­chen­de Be­we­gung des pfeil­för­mi­gen Chro­no­gra­phen-mi­nu­ten­zei­gers. Man muss al­so schon et­was ge­nau­er hin­se­hen, will man ge­stopp­te Zeit­in­ter­val­le ex­akt ab­le­sen. Aber das ist kein Pro­blem. Die Ska­lie­run­gen sind sau­ber und da­her gut ab-

Die au­gen­schein­li­che Flie­ge­ruhr ist die Neu­auf­la­ge ei­nes Chro­no­gra­phen aus den 1930er-jah­ren und ver­bin­det Luft­fahrt­ge­schich­te mit mo­der­ner Uhr­ma­che­rei. Das jun­ge Schalt­rad­ka­li­ber L688 wird ex­klu­siv für Lon­gi­nes her­ge­stellt.

les­bar. Zwölf St­un­den wer­den bei sechs Uhr ge­zählt. Der da­zu­ge­hö­ri­ge Zei­ger voll­führt eben­falls ei­ne per­ma­nen­te Be­we­gung über Mar­kie­run­gen mit St­un­den­zif­fern und In­di­zes im Halb­stun­den­ab­stand.

Die Stopp­uh­ren-kadra­tur ge­hört nebst Zeit­an­zei­ge mit Klei­ner Se­kun­de bei neun Uhr aber oh­ne Da­tum zum Ka­li­ber L688.2, das auf Ba­sis des ETA Val­gran­ges A08.L01 für Lon­gi­nes ge­fer­tigt wird. Es han­delt sich um ei­nen Säu­len­rad-chro­no­gra­phen, der als Mo­di­fi­ka­ti­on mit CoAxi­al-hem­mung auch als Ba­sis für das Ome­ga-ka­li­ber 3330 dient.

Lon­gi­nes such­te vor ein paar Jah­ren nach ei­nem Chro­no­gra­phen­ka­li­ber mit Säu­len­rad für den Ein­satz in preis­wer­ten Uh­ren. Das Er­geb­nis – ur­sprüng­lich A08.231 und spä­ter A08.L01 ge­nannt, wur­de 2010 als Lon­gi­nes L688 ein­ge­führt und spä­ter auch als Lon­gi­nes L788 be­nutzt. Es ar­bei­tet mit Rä­der­kupp­lung und zwei­ar­mi­gem Rück­stell­ham­mer. Die Schalt­punk­te beim Be­die­nen der Hüt­chen­drü­cker sind an­ge­sichts vor­han­de­ner Säu­len­rad-mecha­nik aus­ge­wo­gen und ziem­lich si­cher.

Mit ih­rer Form zi­tie­ren die gut be­dien­ba­ren Chro­no­gra­phen­drü­cker die Ge­schich­te, wel­che Lon­gi­nes im­mer wie­der zur Auf­la­ge neu­er He­ri­ta­ge-mo­del­le in­spi­riert. Die Avi­ga­ti­on Big Eye ge­hört in die­se Rei­he. Den his­to­ri­schen Touch un­ter­streicht auch das mat­te, klas­si­sche Ge­häu­se mit ei­ner ge­stuf­ten Lü­net­te, ei­nem stark rand­ge­wölb­ten Sa­phirglas und ei­nem ge­schlos­se­nen Ge­win­de­schraub­bo­den mit Son­der­gra­vur. Das an den et­was scharf­kan­ti­gen Hör­nern be­fes­tig­te brau­ne Kalbs­le­der­band er­in­nert in sei­ner Vin­ta­ge- Op­tik eben­so an his­to­ri­sche Flie­ge­ruh­ren wie das matt­schwar­ze Zif­fer­blatt an die Pio­nier­zeit der Luft­fahrt.

Dank star­ker Kon­tras­te ist es gut ab­les­bar. Und trotz drei­er Coun­ter bleibt die Zeit­an­zei­ge do­mi­nant. Da­für sor­gen die da­für ver­ant­wort­li­chen ge­ra­den und wohl­pro­por­tio­nier­ten Zei­ger so­wie ara­bi­sche Zif­fern, die bei Dun­kel­heit zu­sam­men kräf­tig leuch­ten. Man­che Zahl muss­te ei­nem Hilfs­zif­fer­blatt wei­chen oder ist leicht an­ge­schnit­ten. Die­ser klei­ne Ma­kel wur­de aber schon beim his­to­ri­schen Chro­no­gra­phen to­le­riert. Die Zeit kommt den­noch zu­ver­läs­sig zur An­zei­ge. Die Lon­gi­nes Avi­ga­ti­on Big Eye geht zwi­schen vier und fünf Se­kun­den am Tag vor, und zwar egal, ob sie voll auf­ge­zo­gen oder schon ein paar St­un­den ab­ge­lau­fen ist, der Chronograp­h ge­ra­de läuft oder nicht.

Sie tickt aus­ge­wo­gen und fühlt sich am Hand­ge­lenk am wohls­ten. Das gu­te Tra­ge­ge­fühl un­ter­stützt das knapp 41 Mil­li­me­ter gro­ße Edel­stahl­ge­häu­se mit sei­nen er­go­no­misch ge­form­ten Band­an­stö­ßen eben­so wie das schö­ne wei­che Le­der­band mit sei­ner schlich­ten Dorn­schlie­ße. So er­in­nert man sich gern an längst ver­gan­ge­ne Zei­ten. [3569] ———

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.