Ro­l­ex­wenn

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Jens Koch Fo­tos — Mar­cus Krü­ger

man ein paar Din­ge be­ach­tet, dann kann man mit dem Kauf ei­ner Ro­lex sein Geld ver­meh­ren.

Na­tür­lich kauft man ei­ne Ro­lex we­gen des De­signs und der Qua­li­tät. Wenn man ei­ni­ge Din­ge be­ach­tet, kann man die Uh­ren mit der Kro­ne aber so­gar da­zu nut­zen, sein Geld zu ver­meh­ren.

——— Die teu­ers­te Uhr der Welt ist ei­ne ge­brauch­te Ro­lex. Um­ge­rech­net über 15 Mil­lio­nen Eu­ro zahl­te ein Bie­ter für die Day­to­na Re­fe­renz 6239 aus dem Be­sitz von Paul New­man. 1972 be­kam der Schau­spie­ler die Uhr von sei­ner Frau ge­schenkt. Der Neu­preis lag un­ter 1000 Eu­ro. Da­mit ist ihr Wert um den Fak­tor 15000 ge­stie­gen. Das ist na­tür­lich ein ex­tre­mer Ein­zel­fall, aber auch an­de­re Ex­em­pla­re die­ser Re­fe­renz wer­den deut­lich über 30000 Eu­ro ge­han­delt. Hät­te man das da­mals ge­wusst, hät­te man na­tür­lich zu­ge­grif­fen.

His­to­ri­sche Uh­ren als Geld­an­la­ge er­for­dern viel Kennt­nis, denn kleins­te Zif­fer­blat­t­un­ter­schie­de kön­nen den Wert stark be­ein­flus­sen. Zu­dem sind die Prei­se zur­zeit be­reits sehr hoch, und es ist nicht si­cher, ob die ra­san­te Preis­ent­wick­lung der letz­ten Jah­re wei­ter an­hält. Au­ßer­dem ist es schwer, die Echt­heit der Uh­ren und vor al­lem der Zif­fer­blät­ter zu be­ur­tei­len. Für Ein­stei­ger eig­nen sich die neu­en Ro­lex-uh­ren bes­ser, bei de­nen zwar kei­ne Fan­ta­sie­ren­di­ten mög­lich sind, die da­für aber viel mehr Si­cher­heit bie­ten.

Wie er­reicht man die höchs­te Ren­di­te?

In­ter­es­san­ter­wei­se sind es nicht die Gold- oder Pla­tin­mo­del­le, die be­son­ders wert­sta­bil sind, son­dern eher die Ro­lex-sport­mo­del­le in Stahl. Aber auch dort gibt es Un­ter­schie­de: Schließ­lich bie­tet Ro­lex als ein­zi­ge Uh­ren­mar­ke die Chan­ce, ei­ne Uhr neu zu kau­fen und am nächs­ten Tag für 50 Pro­zent mehr wie­der zu ver­kau­fen. Na­tür­lich gibt es ei­nen Ha­ken: Es ge­stal­tet sich äu­ßerst schwer, sie neu zu be­kom­men. Die Re­de ist von dem Chro­no­gra­phen Cos­mo­graph Day­to­na in Stahl (Re­fe­renz 116500, Neu­preis 11300 Eu­ro). Die Day­to­na war schon in den letz­ten Jah­ren schwer zu be­kom­men. Seit sie 2016 ei­ne Ke­ra­mik­lü­net­te er­hielt, stieg die Be­gehr­lich­keit nicht nur bei den Ro­lex-fans wei­ter. Nicht mal mehr ei­nen Platz auf der War­te­lis­te be­kommt man bei den meis­ten Ju­we­lie­ren, da die Lis­ten für die nächs­ten Jah­re schon voll sind oder gar nicht ge­führt wer­den.

Ge­ne­rell kann man sa­gen: Wer häu­fig Gast bei sei­nem Stamm­ju­we­lier ist und hoch­prei­si­gen Schmuck und Uh­ren bei ihm kauft, stei­gert auch des­sen Be­reit­schaft, ei­ne be­gehr­te Uhr zu­zu­tei­len. Je klei­ner der Kon­zes­sio­när ist, des­to grö­ßer die Wahr­schein­lich­keit, dass das klappt.

Wel­che Ro­lex-mo­del­le eig­nen sich noch als Wert­an­la­ge?

Ne­ben der Day­to­na gibt es ei­ni­ge wei­te­re Mo­del­le, die be­gehrt sind und über dem La­den­preis ge­han­delt wer­den, die man aber durch­aus schon mal mit Glück oder auf Aus­lands­rei­sen di­rekt beim Ro­lex-händ­ler er­wer­ben kann. Das gilt für die GMTMas­ter II mit blau-schwar­zer Lü­net­te (Re­fe­renz 116710BLNR, Spitz­na­me »Bat­man«, Neu­preis 8100 Eu­ro), die Sub­ma­ri­ner Da­te mit grü­ner Lü­net­te und grü­nem Zif­fer­blatt (Re­fe­renz 116610LV, Spitz­na­me »Hulk«, Neu­preis 8200 Eu­ro) und zur­zeit noch die Sea-dwel­ler (Re­fe­renz 126600, 10350 Eu­ro).

Da die Sea-dwel­ler erst 2017 vor­ge­stellt wur­de und bis­her we­ni­ge Ex­em­pla­re aus­ge­lie­fert sind, könn­te es sein, dass sich die Lie­fer­si­tua­ti­on et­was ent­spannt und da­durch die Prei­se kurz­fris­tig nicht wei­ter stei­gen. Die­se Mo­del­le sind un­ein­ge­schränkt emp­feh­lens­wert, wenn man sie für den Ori­gi­nal­preis beim Ro­l­exKon­zes­sio­när be­kommt. Aber auch die meis­ten an­de­ren Ro­lex-sport­mo- del­le in Edel­stahl ver­spre­chen ei­nen Wert­zu­wachs. Emp­feh­lens­wert sind vor al­lem die Sub­ma­ri­ner Da­te in Schwarz (Re­fe­renz 116610LN, 7750 Eu­ro), die Gmt-mas­ter II in Schwarz (Re­fe­renz 116710LN, 7650 Eu­ro) so­wie die Ex­plo­rer (Re­fe­renz 214270, 5900 Eu­ro).

Ein Ge­heim­tipp könn­te die Ex­plo­rer II (Re­fe­renz 216570, 7350 Eu­ro) sein, die zur­zeit am we­nigs­ten ge­fragt ist und bei der es die größ­ten Ra­bat­te gibt. Soll­te sie über­ar­bei­tet wer­den, steigt er­fah­rungs­ge­mäß auch das al­te Mo­dell im Wert. So war es bei der Sea-dwel­ler 4000, die nicht be­son­ders nach­ge­fragt wur­de, bis sie 2017 von der neu­en Sea-dwel­ler ab­ge­löst wur­de. Sprung­haft stie­gen die Prei­se des al­ten Mo­dells um 50 Pro­zent an.

Wo kauft man am bes­ten ei­ne Ro­lex?

Ers­te Wahl ist ein Ro­lex-kon­zes­sio­när in Deutsch­land. Denn hier sind Echt­heit, ei­ne deut­sche Se­ri­en­num­mer und Ga­ran­tie­kar­te so­wie ei­ne voll­stän­di­ge Box und ei­ne Rech­nung ga­ran­tiert. Beim Kauf über re­nom­mier­te Auk­ti­ons­häu­ser kann man eben­falls von der Echt­heit der Uh­ren aus­ge­hen. Bei an­de­ren Händ­lern und vor al­lem bei Pri­vat­per­so­nen ist aber Vor­sicht ge­bo­ten: Die­bes­gut, un­ech­te Uh­ren oder – deut­lich schwe­rer zu er­ken­nen – ge­fälsch­te Zif­fer­blät­ter in ech­ten Uh­ren sind kei­ne Sel­ten­heit.

Ne­ben der Echt­heit stei­gern na­tür­lich auch die Pa­pie­re, der Zu­stand und ei­ne voll­stän­di­ge Box den Wert. Leich­ter wird der spä­te­re Ver­kauf auch, wenn die Ga­ran­tie­kar­te den Län­der­code LC100 für Deutsch­land

RO­LEX IST IM­MER EI­NE GU­TE WAHL Ro­lex ist die ein­zi­ge Mar­ke, bei der man schon beim Kauf ei­nes Mo­dells weiß, dass es ge­winn­brin­gend ver­kauft wer­den kann. Da­bei ist es egal, ob man sich für ei­ne Sub­ma­ri­ner, ei­ne Sea- Dwel­ler oder Ex­plo­rer ent­schei­det.

aus­weist. Denn da­mit ist man bei spä­te­ren Fra­gen nach der Ein­fuhr­um­satz­steu­er auf der si­che­ren Sei­te. Per­fekt sind au­ßer­dem ori­gi­nal­ver­kleb­te Uh­ren.

Wor­auf soll­te man beim Kauf ei­ner Ro­lex ach­ten?

Kauft man im Aus­land, muss man bei der Ein­fuhr die deut­sche Mehr­wert­steu­er be­zah­len so­wie even­tu­el­le Zoll­ge­büh­ren. Im Ge­gen­zug kann man sich bei der Aus­fuhr in vie­len Län­dern de­ren Mehr­wer­steu­er er­stat­ten las­sen. In je­dem Fall soll­te man ge­nau rech­nen. Denn man­ches Schnäpp­chen ent­puppt sich so als un­ren­ta­bel. Ver­kauft man ei­ne Uhr in­ner­halb ei­nes Jah­res wie­der, muss man den Ge­winn ver­steu­ern.

Die Wert­stei­ge­rung neu­er Mo­del­le kommt vor al­lem durch drei Phä­no­me­ne zu­stan­de: Ers­tens be- kommt man beim Kauf ei­ner Ro­l­exS­portuhr in Stahl – an­ders als bei Mo­del­len der meis­ten an­de­ren Mar­ken – ex­trem we­nig bis gar kei­nen Ra­batt. Zwei­tens er­höht Ro­lex die Prei­se re­gel­mä­ßig, und drit­tens gel­ten fast al­le Sport­mo­del­le von Ro­lex als Klas­si­ker, die op­tisch teil­wei­se seit über 60 Jah­ren nur leicht an­ge­passt wur­den.

Kauft man ei­ne neue Uhr, so steigt sie über die Jah­re mit den Preis­er­hö­hun­gen im Wert. Wie die Gra­fik der Preis­ent­wick­lung der Sub­ma­ri­ner Da­te in Stahl (Sei­te xy) zeigt, liegt der Ver­kaufs­preis 2017 3,6-mal so hoch wie 1994. Das be­deu­tet ei­ne durch­schnitt­li­che jähr­li­che Wert­stei­ge­rung von elf Pro­zent. Ver­gli­chen mit den Mi­ni­mal­zin­sen, die es zur­zeit auf Fest­geld gibt, ein gu­ter Wert. Und an­ders als bei Gold und Ak­ti­en kennt der Ro­lex-preis nur ei­ne Rich­tung: auf­wärts. Das Al­ler­bes­te aber ist: Man kann die Uhr so­gar tra­gen, wenn man pfleg­lich mit ihr um­geht, und er­reicht trotz­dem ei­nen Wert­zu­wachs – auch wenn Ge­brauchs­spu­ren beim Ver­kauf na­tür­lich für ei­nen Ab­schlag sor­gen.

Fa­zit: Wert­zu­wachs er­reicht man mit vie­len Ro­lex-uh­ren

Wer al­so ei­ne Ro­lex beim Kon­zes­sio­när zum re­gu­lä­ren Preis kauft, sie zehn Jah­re trägt und dann wie­der ver­kauft, oh­ne ei­nen Ser­vice zu ma­chen, er­reicht et­wa fünf Pro­zent Wert­zu­wachs pro Jahr und hat auch noch et­was von sei­nem Geld. Hät­te man 2007 die Sub­ma­ri­ner Da­te für 4400 Eu­ro er­wor­ben, wür­de man heu­te et­wa 15 Pro­zent we­ni­ger als den der­zei­ti­gen Neu­wert von 7750 Eu­ro be­kom­men. Sie ist al­so um 50 Pro­zent im Wert ge­stie­gen. Ei­ne ähn­li­che Wert­ent­wick­lung kann man

auch für die nächs­ten zehn Jah­re pro­gnos­ti­zie­ren. Im Ex­trem­fall der Day­to­na in Stahl kann es sich so­gar loh­nen, den ho­hen Auf­schlag zu be­zah­len, der fäl­lig wird, wenn man die Uhr so­fort ha­ben möch­te. Denn es ist nicht zu er­war­ten, dass sich die Lie- fer­si­tua­ti­on ent­spannt, der Auf­schlag wird al­so ähn­lich hoch blei­ben. Da Ro­lex den Ver­kaufs­preis wei­ter kon­ti­nu­ier­lich an­he­ben wird, lässt sich auch hier ein hö­he­rer Ver­kaufs­preis und da­mit ei­ne Wert­stei­ge­rung er­zie­len. [3116] ———

Be­gehrt: Die­se Day­to­na-mo­del­le mit Paul-new­man-zif­fer­blatt sind heu­te weit mehr als das Zehn­fa­che ih­res Ori­gi­nal­prei­ses wert.

Wert­voll: Die Sub­ma­ri­ner Da­te mit grü­ner Lü­net­te wird an­ders als die ganz grü­ne Version nicht mehr ge­baut. Bei­de stei­gen im Preis.

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