Cha­di-nou­ri-gru­ber

Uhren-Magazin - - Inhalt -

Die Pro­dukt­che­fin von Au­de­mars Pi­guet spricht im In­ter­view über Män­ner- und Da­men­uh­ren und das In­ter­es­se von Frau­en an Me­cha­nik.

Cha­di Nou­ri- Gru­bers ers­te Lie­be galt dem Schmuck. Als Pro­dukt­che­fin von Au­de­mars Pi­guet ist sie nun für Her­ren- und Da­men­uh­ren ver­ant­wort­lich. Im Ge­spräch sagt sie, dass Män­ner- und Da­men­uh­ren gar nicht so ver­schie­den sind.

——— Wie ka­men Sie in die eher män­ner­do­mi­nier­te Welt der Uh­ren ? Uh­ren ha­ben mich schon im­mer be­geis­tert, be­son­ders die Zeit­mes­ser von Au­de­mars Pi­guet. Nach­dem ich bei Car­tier die Ab­tei­lung Fi­ne Je­wel­le­ry in der Schweiz lei­te­te, fing ich 2015 bei Au­de­mars Pi­guet an, zu­nächst als Ma­na­ge­rin des Pro­dukt­teams im Be­reich Sa­les und Ex­clu­si­ve Pro­ducts, wo ich in der Hau­te Hor­lo­ge­rie und Prä­zi­si­ons­tech­nik für kom­pli­zier­te Uh­ren ein­ge­bun­den war. Im März 2016 wur­de ich zum Head of Pro­duct Ma­nage­ment er­nannt, be­vor ich im Ja­nu­ar 2018 schließ­lich zur Pro­dukt­di­rek­to­rin be­för­dert wur­de. Als sol­che zeich­ne ich für die in­ter­na­tio­na­len Pro­dukt- und De­si­gnab­tei­lun­gen ver­ant­wort­lich. Es ist rei­ner Zu­fall, dass mei­ne Schwes­ter und ich in der­sel­ben Bran­che ar­bei­ten. Als ge­bür­ti­ge Schwei­ze­rin hat man ja meist nur die Wahl zwi­schen Fi­nan­zen, Scho­ko­la­de oder Lu­xus­gü­tern. Un­ser Bru­der ar­bei­tet üb­ri­gens im Fi­nanz­be­reich. In der heu­ti­gen Welt – und be­son­ders bei Au­de­mars Pi­guet – wer­den Frau­en da­zu er­mu­tigt, auf Ihr In­ners­tes zu ver­trau­en, wo mei­ne Ide­en und mei­ne schöp­fe­ri­sche Kraft her­kom­men. Ich blei­be mei­nen krea­ti­ven Vor­stel­lun­gen treu und ge­be re­gel­mä­ßig Im­pul­se, sei es für die Da­men­kol­lek­tio­nen oder an­de­re Pro­dukt­li­ni­en. Wie man Men­schen zum Träu­men bringt, ist ei­ne Fra­ge, die mich je­den Tag be­schäf­tigt. Un­se­re Kun­den und Kun­din­nen ste­hen im­mer im Mit­tel­punkt un­se­rer Auf­merk­sam­keit. Seit über 130 Jah­ren fer­ti­gen wir kom­pli­zier­te Da­men­uh­ren. Im Wan­del der Jahr­zehn­te ha­ben wir zeit­ge­nös­si­sche De­signs ge­schaf­fen, je­weils an den sich än­dern­den Li­fe­style der Frau­en an­ge­passt. Zum Bei­spiel ha­ben wir uns ent­schie­den, un­se­re Mil­len­a­ry-kol­lek­ti­on den Da­men zu wid­men und ha­ben da­für ein am­bi­tio­nier­tes Werk kre­iert, in das wir fünf Jah­re Ent­wick­lungs­zeit in­ves­tier­ten. Um die Me­cha­nik in den Fo­kus zu rü­cken, wur­de es so de­signt, dass es in um­ge­dreh­ter Form ein­ge­schalt wird. Von der Zif­fer­blatt­sei­te aus be­trach­tet, zeigt es sich per­fekt auf die ova­le Form des Ge­häu­ses ab­ge­stimmt. In die­sem Jahr ha­ben wir auch zwei neue Mo­del­le mit gol­de­nem, »pol­nisch« ge­floch­te­nem Mi­la­nai­se­band vor­ge­stellt. Eben­falls neu ist ei­ne Mil­len­a­ry mit Opal-zif­fer­blatt und Froste­dGold-fi­nish, letz­te­res ei­ne Pre­mie­re in der Li­nie. Das In­ter­es­se von Frau­en an me­cha­ni­schen Uh­ren steigt. Heu­te kennt man sich mit Kom­pli­ka­tio­nen aus, und sie sind be­gehrt. Es ist un­se­re Auf­ga­be, un­se­ren Kun­din­nen die Kom­ple­xi­tät und das er­staun­li­che Know-how, das in der Ent­wick­lung und Kon­struk­ti­on ei­ner kom­pli­zier­ten me­cha­ni­schen Uhr steckt, zu ver­mit­teln. Bis jetzt ha­ben wir viel­leicht nicht im­mer die rich­ti­gen Wor­te ge­fun­den, um die­se Sei­te ih­rer Per­sön­lich­keit an­zu­spre­chen. Frau­en lie­ben Schmuck, denn sie ken­nen sich da­mit aus. Bei Schmuck muss man nur über das Ma­te­ri­al und die Edel­stei­ne spre­chen. Es gibt so vie­le Ge­schich­ten dar­über. Wir müs­sen ähn­li­che über Uh­ren er­zäh­len.

» Uh­ren müs­sen die Per­sön­lich­keit des Be­sit­zers und der Be­sit­ze­rin wi­der­spie­geln, Neu­gier­de we­cken und Ge­füh­le an­spre­chen. «

sich tra­gen und den glei­chen Esprit aus­strah­len wie die Män­ner­mo­del­le. Auf der an­de­ren Sei­te pro­du­zie­ren wir die Mil­len­a­ry-kol­lek­ti­on, die jetzt aus­schließ­lich für Frau­en be­stimmt ist. Das um­ge­dreh­te Ka­li­ber, das das Herz der Li­nie ist, ver­bin­det höchs­te Uhr­ma­cher-ex­per­ti­se mit ex­qui­si­ter Ju­we­lier­kunst. Die ova­le Form­ge­bung schmiegt sich zu­dem per­fekt an das weib­li­che Hand­ge­lenk an. Da­von ab­ge­se­hen tra­gen ei­ni­ge un­se­rer Kun­din­nen auch ger­ne Män­ner­uh­ren.

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