Bul­ga­ri

Die Oc­to Ro­ma stellt die Evo­lu­ti­on ei­nes be­ste­hen­den De­signs dar. Den­noch un­ver­kenn­bar, aus­ge­stat­tet mit dem Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber BVL191 und zu ei­nem an­nehm­ba­ren Preis er­hält­lich, ist sie die Oc­to für den All­tag.

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Olaf Kös­ter

Die Oc­to Ro­ma ver­bin­det Schwei­zer Prä­zi­si­on und fei­ne Ele­ganz mit mo­der­nem De­sign. Sie ist die all­tags­taug­li­che Ver­si­on der ed­len Oc­to.

——— Vie­le We­ge füh­ren nach Rom. Auch je­ner der Oc­to. Laut Her­stel­ler ist de­ren acht­ecki­ges Ge­häu­se von ar­chi­tek­to­ni­schen De­tails der Ma­xen­ti­us­ba­si­li­ka, der größ­ten rö­mi­schen Ba­si­li­ka am Ran­de des Fo­rum Ro­ma­num, in­spi­riert. Der In­si­der weiß na­tür­lich auch, dass die Ur­sprün­ge des Oc­to- Ge­häu­ses auf ei­nen der be­rühm­tes­ten De­si­gner der Uh­ren­welt zu­rück­ge­hen: Gé­rald Gen­ta. Er brach­te be­reits in den 1980er-jah­ren Acht­eck, Qua­drat und Kreis zum Oc­to­gon zu­sam­men. Mit der Über­nah­me der gleich­na­mi­gen Uh­ren­mar­ke er­warb Bul­ga­ri im Jahr 2000 die Rech­te dar­an und ver­wan­del­te das be­tont mar­kan­te Ge­häu­se in ein sanf­tes, aber kei­nes­falls we­ni­ger aus­drucks­star­kes Acht­eck.

2012 brach­te Bul­ga­ri das neue Oc­to- Ge­häu­se mit der So­lo­tem­po in ei­nem kom­ple­xen De­sign, be­ste­hend aus 110 Fa­cet­ten, her­aus. Es leg­te den Grund­stein für ei­ne neue Kol­lek­ti­on. Der So­lo­tem­po, was so viel heißt wie »nur die Zeit«, folg­ten die Chro­no­gra­phen Ve­lo­cis­si­mo (»pfeil­schnell«) und di­ver­se ul­traf­la­che Ver­sio­nen mit dem Na­men Fi­nis­si­mo (»su­per­fein«). Wäh­rend die Chro­no­gra­phen mit dem Schnell­schwin­ger­ka­li­ber El Pri- me­ro der Lvmh-schwes­ter­mar­ke Ze­nith aus­ge­rüs­tet wur­den, brach Bul­ga­ri mit in­zwi­schen er­lang­ter Ma­nu­fak­tur­kom­pe­tenz und da­mit ei­ge­nen Ka­li­bern in der Fi­nis­si­mo-kol­lek­ti­on ei­ni­ge Welt­re­kor­de. Es ent­stan­den das flachs­te klas­si­sche Tour­bil­lon, die flachs­te Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on und die flachs­te Au­to­ma­tik­uhr.

Mit dem De­sign-ob­jekt im All­tag un­ter­wegs

Nach all dem stellt die Oc­to Ro­ma nun die Uhr für den All­tag dar – ge­gen­über so man­chem Vor­gän­ger­mo­dell gilt das vor al­lem für den Preis. Als Edel­stahl­ver­si­on mit Al­li­ga­tor­le­der­band star­tet sie bei 5800 Eu­ro. Ver­g­li­chen mit ähn­lich an­mu­ten­den Zeit­mes­sern von Au­de­mars Pi­guet und Gi­rard-per­re­gaux darf die Oc­to da­mit als »er­schwing­lich« gel­ten, auch wenn knapp 6000 Eu­ro für ei­ne Drei­zei­ge­ruhr im­mer noch viel Geld sind, denkt man mal an No­mos, Tu­dor, Ome­ga oder Ze­nith, die für we­ni­ger Geld auch schon Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber in Edel­stahl­ge­häu­sen an­bie­ten.

Das Ge­häu­se der Oc­to – in­zwi­schen in die De­sign­spra­che von Bul­ga­ri über­nom­men – ist in der Ver­si­on Ro­ma im­mer noch aus­drucks­stark.

Es gibt nur noch 58 statt 110 Fa­cet­ten, wo­durch es de­zen­ter und we­ni­ger kan­tig wirkt. Die sa­ti­nier­te run­de Lü­net­te tritt da­durch stär­ker her­vor und lässt die Uhr eher har­mo­nisch als kan­tig wir­ken. Un­ter dem Sa­phirglas bleibt das na­mens­ge­ben­de Acht­eck op­tisch er­hal­ten, eben­so wie beim Ge­häu­se­mit­tel­teil. 41 Mil­li­me­ter im Qua­drat ste­hen ei­ner Dia­go­na­len von 43 Mil­li­me­tern, ge­mes­sen von zwei nach acht Uhr, ge­gen­über. Ne­ben der do­mi­nie­ren­den Lü­net­te sind Kro­ne und Sa­phirglas­bo­den wei­te­re run­de Ele­men­te. Die ge­rän­del­te Kro­ne mit ein­ge­leg­ter Ke­ra­mik lässt sich gut fas­sen, zum Hand­auf­zug ver­wen­den und in die ein­zel­nen Po­si­tio­nen zie­hen. Zur Zei­ger­stel­lung bie­tet das in­nen­lie­gen­de Au­to­ma­tik­ka­li­ber BVL191 ei­nen Se­kun­den­stopp. Der mit vier Schrau­ben fi­xier­te Sa­phirglas­bo­den ver­leiht dem Ge­häu­se bis zu fünf Bar Druck­fes­tig­keit.

An das Acht­eck dockt mit fest­sit­zen­den An­schluss­stü­cken ein sehr schö­nes Edel­stahl­arm­band an. Die in­ein­an­der­grei­fen­den, teils po­lier­ten, teils sa­ti­nier­ten Glie­der ver­jün­gen sich hin zu ei­ner Dop­pel­falt­schlie­ße mit seit­li­chen Drü­ckern. Ein­zel­ne Tei­le las­sen sich ent­neh­men, um das Band auf die ge­wünsch­te Län­ge zu kür­zen. Das En­sem­ble ver­brei­tet ei­nen sport­lich-läs­si­gen Look und schmiegt sich mit sei­nen hoch­wer­tig ver­ar­bei­te­ten, schma­len Glie­dern char­mant ans Hand­ge­lenk an.

Char­man­tes Äu­ße­res und zu­ver­läs­si­ge in­ne­re Wer­te

Durch die acht­ecki­ge Öff­nung des den­noch phä­no­me­nal rund an­mu­ten­den, tief­schwar­zen Zif­fer­blatts kom­men sil­ber­far­be­ne In­dex-ap­pli­ken und Ske­lett­zei­ger sehr gut zur Gel­tung. Si­gni­fi­kant sind die der Bul­ga­ri-bul­ga­ri ent­lehn­ten Zif­fern Sechs und Zwölf – ei­ne au­gen­zwin­kern­de Hom­mage an Gé­rald Gen­ta, der auch die­se Iko­ne ent­wor­fen hat­te. Die Zeit ist an der Oc­to Ro­ma nur am Ta­ge gut ab­les­bar, denn es gibt kei­ne Leucht­far­be auf Zif­fer­blatt und Zei­gern. Ein klei­ner Ma­kel, über den man bei ei­nem so ge­lun­ge­nen De­si­gn­ob­jekt viel­leicht hin­weg­se­hen kann. Ge­fäl­lig fügt sich da­ge­gen das Da­tum bei drei Uhr als wei­ße Zif­fer auf schwar­zer Schei­be ins Ge­samt­bild.

Da­tum, St­un­de, Mi­nu­te und Se­kun­de ge­hö­ren zur Aus­stat­tung des Ma­nu­fak­tur­ka­li­bers BVL191. Die­ses wur­de 2013 lan­ciert und be­reits in meh­re­ren Bul­ga­ri-uh­ren ein­ge­setzt. In un­se­rer Te­stuhr läuft es nicht schlecht, je­doch ein biss­chen un­aus­ge­wo­gen. Mit ab­neh­men­der Gan­g­re­ser­ve wird es schnel­ler, bei Voll­auf­zug am Hand­ge­lenk geht es da­für leicht nach, läuft hier aber am bes­ten. Für vol­le Kraft sorgt ein ke­ra­mik­ku­gel­ge­la­ger­ter Zen­tral­ro­tor, der beid­sei­tig auf­zieht. Da­bei kann man dem Ge­trie­be beim Wech­sel der Auf­zugs­rich­tung durch ei­ne ge­öff­ne­te Au­to­ma­tik­brü­cke so­gar zu­se­hen – ge­nau­so wie der der mit vier Hertz un­ter ei­ner sta­bi­len Brü­cke schwin­gen­den Un­ruh.

Das aus 191 Kom­po­nen­ten be­ste­hen­de Werk gilt bei Bul­ga­ri als Ar­beits­tier und ist an­ge­mes­sen ver­ziert. So passt das Ma­nu­fak­tur­werk zu ei­ner Oc­to, die im Ver­gleich mit ih­ren Art­ge­nos­sen re­du­ziert er­scheint, aber ih­re wich­ti­gen De­sign-merk­ma­le be-

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