Tis­sot

Preis­ka­te­go­rie bis 1 000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt - Te x t — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Her­stel­ler

Wer die Che­min des Tou­rel­les GMT kauft, be­kommt zeit­ge­mä­ße Tech­nik zu ei­nem er­schwing­li­chen Preis.

Die Che­min des Tou­rel­les hat ih­ren Na­men von je­ner Stra­ße im schwei­ze­ri­schen Le Lo­cle, in der 1907 die Tis­sot-ma­nu­fak­tur er­rich­tet wur­de und wo die Mar­ke noch heu­te ih­ren Sitz hat. Sie ehrt die lan­ge Er­fah­rung des Un­ter­neh­mens – ei­ner­seits durch sehr klas­si­sche De­tails und an­de­rer­seits durch zeit­ge­mä­ße Tech­nik. Und das al­les zu ei­nem er­schwing­li­chen Preis.

——— Das Ge­häu­se kommt schlich­te­le­gant und prag­ma­tisch da­her: die Lü­net­te auf Hoch­glanz po­liert, das Mit­tel­teil sa­ti­niert, wohl aber mit ei­ner fei­nen Pha­se an den Band­an­stö­ßen ver­se­hen. Im Bo­den ein Spreng­de­ckel mit Mi­ne­ral­glas, der fünf Bar Druck­si­cher­heit gibt. Aber oben ein Sa­phirglas, ge­wölbt und ent­spie­gelt. Es bie­tet gu­te Sicht auf das schwar­ze Zif­fer­blatt, dem die schma­le Lü­net­te ih­rer­seits viel Platz ein­räumt.

Auf dem Zif­fer­blatt tref­fen Wel­ten auf­ein­an­der. Vier rö­mi­sche Zif­fern sind auf ein Clou-de-pa­ris-ron­dell ap­pli­ziert und wir­ken ziem­lich an­ti­quiert, die da­zwi­schen plat­zier­ten In­di­zes wie­der­um eher mo­dern; ge­nau­so wie die schma­len Zei­ger mit ih­ren aus­ge­wo­ge­nen Län­gen. Dass der Mi­nu­ten­zei­ger mit den St­un­den­in­di­zes und der St­un­denzei­ger am in­nen lie­gen­den Mi­nu­ten­kreis en­det, scheint viel­leicht nicht ganz schlüs­sig, aber ver­hält­nis­mä­ßig. Ne­ben dem zen­tra­len Se­kun­den­zei­ger ver­weist ein vier­ter im Bun­de mit ro­ter

Pfeil­spit­ze auf ei­ne zwei­te Zeit­zo­ne, die im 24-St­un­den-rhyth­mus auf ei­ner Ska­la am Zif­fer­blatt­rand dar­ge­stellt wird. Den 24-St­un­den-zei­ger bringt man über die drit­te Kro­nen­po­si­ti­on, al­so die Zei­ger­stell­funk­ti­on, in Stel­lung. Erst da­nach be­wegt man über die mitt­le­re Kro­nen­po­si­ti­on den St­un­denzei­ger auf die Hei­mat­zeit. In die­ser mitt­le­ren Kro­nen­stel­lung lässt sich der St­un­denzei­ger schritt­wei­se vor­wärts und rück­wärts schal­ten, wo­bei auch das Da­tum beim Durch­gang um Mit­ter­nacht schal­tet – vor­wärts und rück­wärts. Über die­se Funk­tio­na­li­tät er­folgt ge­ge­be­nen­falls auch die Da­tums­kor­rek­tur be­zie­hungs­wei­se die Da­tums­schnell­schal­tung.

Reist man in ei­ne an­de­re Zeit­zo­ne, be­wegt man über die mitt­le­re Kro­nen­po­si­ti­on ein­fach den St­un­denzei­ger ent­spre­chend. Die Hei­mat­zeit bleibt mit dem 24-St­un­den-zei­ger er­hal­ten. Und da die Uhr da­bei nicht an­hält, stim­men nach der Zeit­um­stel­lung auch Mi­nu­ten und Se­kun­den noch. Will man mit dem 24- St­un­den-zei­ger ei­ne zwei­te Zeit­zo­ne dar­stel­len, bringt man den Zei­ger ent­spre­chend in Po­si­ti­on und be­wegt an­schlie­ßend den St­un­denzei­ger auf die Hei­mat­zeit. Auch hier­bei ist die Da­tums­schal­tung zu be­ach­ten.

Das Da­tum im Fens­ter bei der Sechs scheint bei un­se­rer Te­stuhr nicht ganz mit­tig zu ste­hen und wirkt da­durch leicht schief. Auch wenn ei­ne wei­ße Zahl auf schwar­zem Grund bes­ser zum Ge­samt­bild pas­sen wür­de, ist der schwar­ze Druck auf wei­ßer Schei­be gut ab­les­bar. Da­für re­flek­tie­ren die stäh­ler­nen Zei­ger ganz or­dent­lich, und nachts blei­ben sie samt Zif­fern und In­di­zes im Dun­keln.

Die Uhr geht zwi­schen drei und vier Se­kun­den am Tag vor, läuft aber aus­ge­wo­gen. Das ist ein gu­tes Re­sul­tat für das in­zwi­schen bei den SwatchGroup-mar­ken weit ver­brei­te­te Po­wer­ma­tic-80-ka­li­ber, das in der Tis­sot-uhr als C07.111 in der Gr­und­aus­füh­rung, al­so oh­ne Si­li­zi­um­spi­ra­le und Chro­no­me­ter­zer­ti­fi­kat tickt. Für die Gan­gleis­tung sorgt ei­ne Syn­the­ti­kHem­mung und für die lan­ge Gang­dau­er von 80 St­un­den ein re­du­zier­ter Fe­der­haus­kern mit län­ge­rer Auf­zugs­fe­der. Mit sei­nen zu­rück­hal­ten­den Fi­nis­sa­gen kann man das Uhr­werk durch den Mi­ne­ral­glas­bo­den be­trach­ten, wo­bei sich zwi­schen den »Tis­so­tWel­len« auf dem Ro­tor klei­ne­re Krat­zer ein­ge­schli­chen ha­ben.

An der Che­min des Tou­rel­les GMT ist ein wei­ches Le­der­band mit dop­pel­sei­ti­ger Druck­falt­schlie­ße be­fes­tigt – ei­ne ziem­lich hoch­wer­ti­ge An­ge­le­gen­heit für ei­ne Uhr un­ter 1000 Eu­ro. Da­zu kommt das mo­der­ne Uhr­werk mit sei­ner Funk­tio­na­li­tät der zwei­ten Zeit­zo­ne und der lan­gen Gang­au­to­no­mie. Es gibt nur we­ni­ge Uh­ren, die das in die­sem Preis­seg­ment zu bie­ten ha­ben. [7126] ———

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