In­ter­view

Uhren-Magazin - - Inhalt - Tex t — Sa­bi­ne Zwett­ler Fo­tos — Por­sche AG und Por­sche De­sign Ti­me­pie­ces

Jan Be­cker, CEO von Por­sche De­sign Ti­me­pie­ces, über ei­nen Chro­no­gra­phen, der den Por­sche 911 fei­ert.

Herr Be­cker, was ha­ben der neue Neu­nel­fer und der 911 Chro­no­graph Time­l­ess Ma­chi­ne LE ge­mein?

Was bei­de auf den ers­ten Blick eint, ist ei­ne kla­re For­men­spra­che mit mar­kan­ten Li­ni­en und die Re­duk­ti­on auf das We­sent­li­che. Das zeit­lo­se De­sign, das mit je­der Ge­ne­ra­ti­on sei­ne zeit­ge­mä­ße Ent­spre­chung fand und be­reits den Ur-el­fer vor über 50 Jah­ren präg­te, ist auch in der Gestal­tung des Chro­no­gra­phen deut­lich spür­bar. Mit viel Lie­be zum De­tail the­ma­ti­siert die li­mi­tier­te Edi­ti­on die zeit­lo­se Ele­ganz des Por­sche. So be­steht das Ge­häu­se – ty­pisch für uns – zur Gän­ze aus dem Werk­stoff Ti­tan, der bei- spiels­wei­se im Motorsport für den es­sen­ti­el­len Leicht­bau sorgt. Und gleich­zei­tig höchs­ten Be­las­tun­gen stand­hält. Sei­ne Form folgt der­sel­ben De­sign­phi­lo­so­phie, nach der be­reits der Por­sche 911 kon­zi­piert wur­de. Auch das groß­zü­gig di­men­sio­nier­te schwar­ze Zif­fer­blatt ist ab­ge­lei­tet vom mo­to­ri­sier­ten Vor­bild. Der To­ta­li­sa­tor bei sechs Uhr re­fe­ren­ziert mit den Mar­kie­run­gen bei »3«, »6«, »9« und »11« auf die Sport­wa­gen-iko­ne. Die wei­ßen Zei­ger und In­di­zes ga­ran­tie­ren im Cock­pit wie auch am Hand­ge­lenk ma­xi­ma­le Ables­bar­keit. Die Sil­hou­et­te der Fly­line des Por­sche 911 auf dem Zif­fer­blatt zeigt die Her­kunft auf den ers­ten Blick. Ge­nau wie das Arm­band, das aus ori­gi­nal Por­sche In­te­ri­eur-le­der ge­fer­tigt ist.

Der Chro­no­graph wird von ei­nem Eta/val­joux 7750 an­ge­trie­ben. War­um fiel die Wahl auf die­ses Ka­li­ber an­statt auf das 2007 prä­sen­tier­te Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber »Werk 01.200« mit Fly­back?

Als Uh­ren­her­stel­ler ist es uns ein An­lie­gen, un­se­ren Kun­den ne­ben her­aus­ra­gen­den Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten und höchs­ter Pro­dukt­qua­li­tät auch ein sehr gu­tes Preis-/leis­tungs­ver­hält­nis zu bie­ten. Um für den 911 Chro­no­graph Time­l­ess Ma­chi­ne Li­mi­ted Edi­ti­on ei­nen UVP un­ter 5000 Eu­ro – oh­ne Ver­zicht auf un­se­re ty­pi-

Por­sche De­sign fei­ert den neu­en Neu­nel­fer mit ei­nem auf 911 Stück li­mi­tier­ten Zeit­mes­ser aus der 1919-Li­nie. Der 911 Chro­no­graph Time­l­ess Ma­chi­ne trägt die DNA des Sport­wa­gens. Er setzt auf pu­ris­ti­sches De­sign, Funk­tio­na­li­tät und Leis­tungs­stär­ke. Wir spra­chen mit Jan Be­cker, CEO von Por­sche De­sign Ti­me­pie­ces, über die Neu­heit.

schen Pro­dukt­merk­ma­le – zu rea­li­sie­ren, ha­ben wir uns da­für ent­schie­den. Das Chro­no­gra­phen­ka­li­ber war schon im Grün­dungs­jahr der Mar­ke 1972 je­nes Uhr­werk, wel­ches in den Chro­no­graph I ein­ge­schalt wur­de. Zu­dem war Por­sche De­sign ei­ne der ers­ten Mar­ken, die die­ses seinerzeit neue und heu­te so be­kann­te Ka­li­ber ver­bau­te. Da­her ist das ro­bus­te Chro­no­gra­phen-werk für ei­nen Por­sche-de­sign-chro­no­gra­phen so lo­gisch wie der Bo­xer-mo­tor für den Por­sche 911.

Als ein­zi­ge Uh­ren­mar­ke pro­fi­tiert Por­sche De­sign von der For­schung und Ent­wick­lung ei­nes Au­to­mo­bil­her­stel­lers. Gibt es ei­ne Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den bei­den Un­ter­neh­men?

Un­se­re Ent­wick­lungs­ab­tei­lung in der Schweiz ar­bei­tet nach ei­nem klar struk­tu­rier­ten Pro­zess, der aus der Au­to­mo­bil­ent­wick­lung ab­ge­lei­tet ist. Ihn zeich­net aus, dass die Zu­lie­fe­rer be­reits zu ei­nem frü­hen Zeit­punkt in­te­griert wer­den. Dies ist für die Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten und die Pro­dukt­qua­li­tät von zen­tra­ler Be­deu­tung, denn auch in der Uh­ren­in­dus­trie wer­den zahl­rei­che Bau­tei­le von so­ge­nann­ten Ent­wick­lungs­lie­fe­ran­ten her­ge­stellt.

Tech­no­lo­gisch ste­hen uns zu­sätz­lich die Tü­ren bei Por­sche of­fen und wir tau­schen uns in­ten­siv zu Ma­te­ria­li­en, Fer­ti­gungs­ver­fah­ren oder Qua­li­täts­ma­nage­ment­me­tho­den aus. Selbst die Fer­ti­gung im schwei­ze­ri­schen So­lo­thurn ist als schlan­ke Pro­duk­ti­on nach dem Por­sche-pro­duk­ti­ons­prin­zip auf­ge­baut.

Por­sche De­sign hat in den letz­ten Jah­ren stark auf Chro­no­gra­phen ge­setzt, be­son­ders mit dem in­no­va­ti­ven Mo­no­bloc Ac­tua­tor und dem oben er­wähn­ten Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber. Wo­her kommt die­ses be­son­de­re Fai­b­le für den Stop­per am Hand­ge­lenk?

Das ist ganz klar auf un­se­re Ge­schich­te zu­rück­zu­füh­ren. Seit 1972 be­zie­hen un­se­re De­si­gner und Ent­wick­ler ih­re In­spi­ra­ti­on aus der Kom­pe­tenz von Por­sche im Motorsport. Zwei­fels­oh­ne geht es auf der Renn­stre­cke um Prä­zi­si­on, Funk­tio­na­li­tät und höchs­te Per­for­mance, und das in je­der Se­kun­de. Als prä­zi­ses In­stru­ment zur Mes­sung der Zeit ist der Chro­no­graph in der La­ge, je­der­zeit Spit­zen­leis­tun­gen und Best­zei­ten fest­zu­hal­ten und zu do­ku­men­tie­ren. Kon­se­quen­ter­wei­se ist er da­bei zu ei­nem Sym­bol für Sports­geist und Wett­kampf avan­ciert – und ne­ben­bei die un­be­strit­ten be­lieb­tes­te Kom­pli­ka­ti­on un­ter Uh­ren­lieb­ha­bern.

Wel­che Gestal­tungs­par­al­le­len gibt es zwi­schen Sport­wa­gen und Zeit­mes­ser? » Die zen­tra­le Her­aus­for­de­rung ist, die Gestal­tung so vor­zu­neh­men, dass De­sign und Funk­ti­on ei­ne Sym­bio­se bil­den, die letzt­lich aus ei­nem Mi­ni­mum das Ma­xi­mum an Funk­tio­na­li­tät und Kun­den­nut­zen her­aus­holt. «

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