Markt­über­sicht

Uhren-Magazin - - Inhalt - Te x t — Sa­bi­ne Zwett­ler Fo­to — Wem­pe

Dress­wat­ches – al­les über den Trend zur ele­gan­ten Uhr.

Wie de­fi­nie­ren Sie das Gen­re der Dress­watch?

Die De­fi­ni­ti­on er­gibt sich an­lass­be­zo­gen: Zum An­zug ge­hört ein be­stimm­ter Dress­code – im Ge­schäfts­le­ben muss das Lang­arm­hemd im­mer ei­nen Zen­ti­me­ter un­ter dem Sak­koär­mel her­aus­schau­en –, folg­lich muss auch die Uhr un­ter die Man­schet­te pas­sen, al­so mög­lichst flach sein. Ei­ne sol­che Uhr wird auch nicht zu vie­le An­zei­gen be­sit­zen. Zum Smo­king passt am bes­ten ein Zwei-zei­gerMo­dell, be­vor­zugt aus Edel­me­tall. Zum Frack geht nur die gol­de­ne Ta­schen­uhr. Al­len­falls im Bu­si­ness ist dann ei­ne Uhr mit Da­tum pas­send.

Der Be­griff ist eher ei­ne Er­fin­dung der Neu­zeit. Wie wur­de die­se Art von Uhr frü­her be­zeich­net?

Die so­ge­nann­te Dress­watch ist die Wie­der­kehr der klas­si­schen Arm­band­uhr in der Form, in der sie An­fang des 20. Jahr­hun­derts ih­ren Sie­ges­zug be­gann. Kom­pli­ka­tio­nen wie Chro­no­gra­phen und Funk­ti­ons­uh­ren zum Flie­gen oder Tau­chen ka­men erst spä­ter hin­zu.

Was ist die »Mut­ter« der Dress­watch, und wel­che an­de­ren Ver­tre­ter des Gen­res sind eben­falls be­rühmt?

Der Klas­si­ker ist die Ca­lat­ra­va von Pa­tek Phil­ip­pe. Im­mer ge­pflegt wur­de das The­ma von Ja­e­ger-le­coult­re mit der Mas­ter-kol­lek­ti­on und von Va­che­ron Con­stan­tin mit der Pa­tri­mo­ny-fa­mi­lie. Von deut­schen Her­stel­lern spielt die Sa­xo­nia von A. Lan­ge & Söh­ne ei­ne gro­ße Rol­le, und auch in un­se­rer Chro­no­me­ter­wer­ke-kol­lek­ti­on er­freut sich das The­ma so­wohl als Hand­auf­zug- wie als Au­to­ma­tik­ver­si­on gro­ßen Zu­spruchs. Nicht ver­ges­sen darf man aber auch die Bre­guet Clas­si­que und die Car­tier Tank.

Ist die Dress­watch Teil ei­nes Dress­codes für Män­ner?

Ab­so­lut. Und die Si­tua­ti­on ist heu­te kom­ple­xer denn je. Die Re­geln sind nicht mehr starr. Ex­pe­ri­men­tier­freu­de wird ver­langt. Aber Re­geln kann nur der­je­ni­ge fur sich in­ter­pre­tie­ren, der sie auch kennt.

Was ist ein ab­so­lu­tes No-go ei­ner Dress­watch?

Die ty­pi­sche Dress­watch be­sitzt kein Me­tall­band und ist we­der zu groß, zu sport­lich noch zu bunt.

Ha­ben sich die Mar­ken aus dem Lu­xus-seg­ment in den letz­ten Jah­ren ver­stärkt mit dem Gen­re be­fasst?

Es gibt der­zeit so­gar ei­nen Wett­be­werb, wer die flachs­te Uhr baut. Schließ­lich ist es ei­ne uhr­ma­che­ri­sche Her­aus­for­de­rung, fla­che Wer­ke zu kon­stru­ie­ren. An­ders als bei im­mer grö­ße­ren Uh­ren. Und mit dem all­ge­mei­nen Trend zu fla­che­ren Uh­ren re­du­ziert sich auch der Durch­mes­ser.

Der lau­te Auf­tritt ist ih­re Sa­che nicht, statt­des­sen set­zen Dress­wat­ches mit ei­nem eben­so fei­nen wie zeit­lo­sen Cha­rak­ter auf Un­der­state­ment pur. Denn egal was die St­un­de zur Mo­de er­hebt, sie über­dau­ern Trends. Wir ha­ben ei­nen ech­ten Ex­per­ten auf dem Ge­biet der klas­si­schen Dress­watch be­fragt – Bern­hard Stoll von Wem­pe.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.