Der Hei­li­ge Gral

Pa­tek Phil­ip­pe Ref. 1518

Uhren-Magazin - - Neues - Tex t — John Gold­ber­ger Fo­tos — John Gold­ber­ger/au­rel Bacs

——— Vie­le Grün­de be­wo­gen mich da­zu, über nur ei­ne Uhr zu schrei­ben – je­ne Uhr, die al­lein die Quint­es­senz der Ge­schich­te der Uhr­ma­che­rei dar­stellt: die Pa­tek Phil­ip­pe Ref. 1518. Zu­nächst fin­de ich, dass ihr De­sign, ih­re es­sen­ti­el­le Geo­me­trie, ih­re kraft­vol­le Ba­lan­ce, die­se Uhr zu ei­ner der iko­nen­haf­tes­ten Arm­band­uh­ren ma­chen, die je­mals ent­wor­fen und ge­fer­tigt wur­den. Zwei­tens, und das ist der wich­tigs­te Punkt, ist die Re­fe­renz 1518 ein ein­zig­ar­ti­ger Mei­len­stein in der Ge­schich­te der Arm­band­uhr. Sie war die ers­te Arm­band­uhr mit Ewi­gem Ka­len­der, die in Se­rie pro­du­ziert wur­de, ei­ne Kunst, die für vier Jahr­zehn­te nur Pa­tek Phil­ip­pe be­herrsch­te. Die meis­ten Arm­band­uh­ren mit die­sen Funk­tio­nen über­nah­men die Zif­fer­blatt-kon­fi­gu­ra­ti­on der Ref. 1518. Pa­tek Phil­ip­pe brach­te den au­ßer­ge­wöhn­li­chen Zeit­mes­ser 1941 auf den Markt, wäh­rend um die Schweiz her­um der Zwei­te Welt­krieg tob­te. Das Werk ba­sier­te auf dem Hand­auf­zugs­ka­li­ber 13 von Val­joux (Frè­res Rochat), wur­de in den Ate­liers von Pa­tek Phil­ip­pe fi­nis­siert und be­kam dort den Na­men 13‘‘‘130. Es wur­de von Pa­tek Phil­ip­pe ins Val­lée de Joux zu Fils de Vic­to­rin Pi­guet und an­de­ren aus­ge­wähl­ten Uhr­ma­chern ge­schickt, die das Per­pe­tu­el­le-mo­dul hin­zu­füg­ten. Schließ­lich wur­de je­des Teil nach Genf in die Fa­b­rik von Pa­tek Phil­ip­pe zu­rück­ge­sandt, wo End­mon­ta­ge, Tests und Qua­li­täts­kon­trol­le statt­fan­den. Das Werk wur­de von Hand un­glaub­lich kunst­voll ver­edelt und über­rasch­te mit De­tails wie ei­nem ver­deck­ten Säu­len­rad, ei­nem Merk­mal, das ty­pisch wur­de für die Chro­no­gra­phen­wer­ke Pa­tek Phil­ip­pes.

Zif­fer­blät­ter aus der bes­ten Ma­nu­fak­tur der Welt

Die per­fekt de­sign­ten und pro­por­tio­nier­ten Zif­fer­blät­ter sind Kunst­wer­ke mit hand­gra­vier­ten email­lier­ten Ska­len und Si­gna­tu­ren. Die Zif­fer­blät­ter wur­den voll­stän­dig von Hand ge­fer­tigt und ka­men aus der Stern Frè­resZif­fer­blatt­ma­nu­fak­tur, der bes­ten welt­weit. Sie war im Be­sitz von Charles und Mar­cel Stern. Ihr Va­ter Je­an und ihr On­kel Charles ver­lie­ßen den Fa­mi­li­en­be­trieb, um 1932 Pa­tek Phil­ip­pe zu über­neh­men und in der groß­ar­tigs­ten Uh­ren­ma­nu­fak­tur der Welt ei­ne neue Ära ein­zu­lei­ten. Die email­lier­ten Pro­gramm­rä­der für Mond­pha­sen und Ewi­gen Ka­len­der (Mo­nat, Wo­chen­tag) ent­stan­den eben­falls in der Fa­b­ri­que Ca­drans Stern Frè­res. Ei­ni­ge Zif­fer­blät­ter wur­den aus Gold ge­fer­tigt, die meis­ten wa­ren je­doch aus Sil­ber, je nach Ent­ste­hungs­zeit und er­wünsch­tem Far­beffekt. In bei­den Fäl­len wa­ren al­le De­tails hand­gra­viert und mit Email­le aus­ge­füllt (die­se Tech­nik wird „gra­vé-émail­lé” ge­nannt).

Wenn ich Cha­rak­te­ris­ti­ka und mög­li­cher­wei­se die Ra­ri­tät ei­nes Ein­zel­stücks be­stim­men soll­te, dann kann ich als zu­sätz­li­che Spe­zi­fi­ka­ti­on die ver­schie­de­nen Sti­le und Far­ben der Ge­häu­se und Zif­fer­blatt­va­ri­an­ten be­rück­sich­ti­gen. Drei ver­schie­de­ne Ge­häu­se­bau­er wirk­ten an der Re­fe­renz 1518 mit, ei­ner ge­stal­te­te die Gold­ver­si­on (E. Vi­chet), zwei wa­ren für die Edel­stahl­mo­del­le zu­stän­dig (G. Croi­sier and A. Wen­ger). Es gab klei­ne Un­ter­schie­de in Ge­häu­se­for­men und -grö­ßen; es gab Zif­fer­blatt­va­ria­tio­nen, Un­ter­schie­de in Schrift­zü­gen und Ma­te­ria­li­en, in Far­be, Stil, Form und Grö­ße der St­un­den­mar­ker, ver­schie­de­ne Ober­flä­chen-ver­ede­lun­gen und Grö­ßen von Ka­len­der­fens­tern und Ka­len­der­rä­dern, hin­zu ka­men Per­so­na­li­sie­run­gen von Händ­lern: Es be­rei­chert ein Zif­fer­blatt, wenn es die Auf­schrift ei­nes pres­ti­ge­träch­ti­gen Re­tailers wie Haus­mann, As­trua, Ser­pi­co y Lai­no, Gü­be­lin oder Cu­er­vo y So­bri­no trägt. Die Re­fe­renz 1518 wur­de zwi­schen 1941 bis 1954 281mal her­ge­stellt, am häu­figs­ten in Gelb­gold. 20 Pro­zent der Chro­no­gra­phen ka­men in Ro­sé­gold auf den Markt. In Edel­stahl sind vier Ex­em­pla­re über­lie­fert. Da Ver­sio­nen in ho­her Qua­li­tät und im Ori­gi­nal­zu­stand be­son­ders schwer zu fin­den sind, bleibt die Re­fe­renz 1518 für ei­nen Samm­ler die be­geh­rens­wer­tes­te Arm­band­uhr der Welt. [7128] ———

Die Re­fe­renz 1518 von Pa­tek Phil­ip­pe war der ers­te Chro­no­graph der Welt mit Ewi­gem Ka­len­der. Für den Uh­ren­samm­ler John Gold­ber­ger ist der weg­wei­sen­de Zeit­mes­ser die be­geh­rens­wer­tes­te Arm­band­uhr der Welt.

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