Ge­stat­ten, die Dress­watch

Preis­span­ne zwi­schen 189 Eu­ro und 35 900 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Wissen - Text — Sa­bi­ne Zwett­ler Fo­tos — Her­stel­ler

In den letz­ten Jah­ren hat sich ein neu­er Be­griff in der Welt der Uh­ren eta­bliert: »Dress­watch«. Ge­meint ist ei­ne fla­che und fei­ne Drei­zei­ge­ruhr, even­tu­ell mit Da­tums­an­zei­ge, mit der man im­mer und über­all ei­ne gu­te Fi­gur ab­gibt – sei es bei Ge­schäfts­ter­mi­nen, in der Oper oder le­ger in der Frei­zeit. Sie ver­steht sich als stil­vol­le Er­gän­zung zum An­zug, passt aber auch zu Je­ans und Po­lo-shirt.

——— Der mus­ku­lö­se Auf­tritt ist ih­re Sa­che nicht. Dress­wat­ches ste­hen für Ele­ganz, fla­ches De­sign und die pu­ris­ti­sche Kon­zen­tra­ti­on auf die we­sent­li­che Auf­ga­be ei­ner Uhr: die Zeit­an­zei­ge. Frü­her nann­te man die­se Fein­geis­ter un­ter den Arm­band­uh­ren »An­zug­uh­ren«. Kommt ei­ne Da­tums­an­zei­ge hin­zu, wer­den sie als »Ge­schäfts­uh­ren« be­zeich­net. Die Stei­ge­rung der Dress­watch ist die Smo­king- oder Abend-uhr. De­ren De­sign fällt noch mi­ni­ma­lis­ti­scher aus. Zu­dem han­delt es sich da­bei um Zwei­zei­ge­ruh­ren mit St­un­den- und Mi­nu­ten­an­zei­ge. Wel­che Va­ri­an­te man auch nimmt: Auch heu­te pas­sen sol­che Zeit­mes­ser ide­al zu fest­li­chen An­läs­sen und schi­cken Events, und im Zwei­fels­fall sind sie auch zu Ge­schäfts­ter­mi­nen die rich­ti­ge Wahl.

Die Dress­watch ist ein Aus­druck von Kul­ti­viert­heit

Heu­te wie da­mals ist die Dress­watch Teil ei­nes Codes kul­ti­vier­ter und er­folg­rei­cher Män­ner und ge­hört in ge­ho­be­nen Ge­sell­schafts­schich­ten zum gu­ten Ton wie der maß­ge­schnei­der­te An­zug, die pas­sen­de Kra­wat­te und die Man­schet­ten­knöp­fe. Wer ein Pro­dukt ver­tritt oder ei­ne Fir­ma re­prä­sen­tiert, soll­te das Ein­mal­eins des pas­sen­den Out­fits be­herr­schen. Und was für den Klei­dungs­stil gilt, trifft auch auf den ihn er­gän­zen­den Zeit­mes­ser zu. Den bes­ten Ein­druck er­zeugt man, wenn man we­der over- noch un­der­dres­sed ist. Da­mit ver­rät man Ge­spür für ge­sell­schaft­li­che Codes und zeigt dem Ge­gen­über Re­spekt.

Pu­ris­mus be­stimmt auch die Zif­fer­blät­ter

Die Ge­häu­se von Dress­wat­ches, vor­zugs­wei­se aus Gold, Edel­stahl oder Pla­tin, sind eher mo­de­rat im Durch­mes­ser und von ge­rin­ger Bau­hö­he, da­mit sie un­ter die Hemd­man­schet­te pas­sen, oh­ne auf­zu­tra­gen. Ein will­kom­me­ner Ne­ben­ef­fekt ist der dar­aus re­sul­tie­ren­de er­höh­te Tra­ge­kom­fort, und dass sie auch an Da­men­hand­ge­len­ken nicht fehl am Platz wir­ken. Den pu­ris­ti­schen An­satz der Dress­watch spie­geln die Zif­fer­blät­ter wi­der. Von der Farb­ge­bung her eher ge­deckt, tra­gen sie klas­si­sche rö­mi­sche oder ara­bi­sche Zif­fern und schlich­te In­di­zes. Statt auf schmü­cken­des Bei­werk set­zen sie auf schlich­te, aber ed­le De­tails. Schlicht be­deu­tet hier kei­nes­falls uni­form oder gar lang­wei­lig, son­dern steht viel­mehr für ei­ne ei­ge­ne Raf­fi­nes­se. Au­ßer­dem war­tet das Gen­re mit ei­ner gro­ßen Viel­falt auf und wird von je­der Mar­ke in­di­vi­du­ell in­ter­pre­tiert.

Arm­bän­der aus Kro­ko­dil­le­der sind der Klas­si­ker

Frü­her galt in Be­zug auf Arm­bän­der die strik­te Re­gel, dass sie aus rei­nem Le­der sein soll­ten. Vor al­lem schwar­zes Kro­ko­dil­le­der mit fei­nen Näh­ten gilt bis heu­te als der Klas­si­ker, da am bes­ten kom­bi­nier­bar. Heu­te sind auch zar­te Mi­la­nai­se­bän­der zu den ele­gan­ten Be­glei­tern am Hand­ge­lenk an­nehm­bar. Sti­lis­tisch lehnt sich die Dress­watch üb­ri­gens an die An­fangs­jah­re der Arm­band­uhr an, al­so an die ers­ten Jahr­zehn­te des 20. Jahr­hun­derts. Da­mals wa­ren Uh­ren da­zu da, St­un­de, Mi­nu­te und Se­kun­de an­zu­zei­gen. Sport­li­che Funk­tio­nen ka­men erst spä­ter hin­zu und sorg­ten da­für, dass die Um­fän­ge der Uhr­wer­ke und der Zeit­mes­ser wuch­sen. Jetzt gibt es wie­der ei­nen Markt für fla­che, ele­gan­te und klei­ne­re Uh­ren, den wir Ih­nen auf den fol­gen­den Sei­ten vor­stel­len. [71]

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