Tech­nik A-Z

Klei­nes Tech­ni­kLe­xi­kon von »A« wie An­ker­rad­zahn bis »Z« wie Zug­fe­der

Uhren-Magazin - - Inhalt -

Der Ein­fluss von Ma­gnet­fel­dern

Ma­gnet­fel­der kön­nen den Gang ei­ner me­cha­ni­schen Uhr nach­hal­tig be­ein­träch­ti­gen. Das kommt da­her, weil vie­le Tei­le des Uhr­werks aus ma­gne­ti­sier­ba­rem Ma­te­ri­al – Ei­sen und Stahl – be­ste­hen. Durch den Ma­gnet­feld­ein­fluss wer­den Dreh­tei­le in ih­ren Be­we­gun­gen be­hin­dert, was bis zum Still­stand der Uhr füh­ren kann, be­son­ders dann, wenn Tei­le des Gan­g­reg­lers ma­gne­ti­siert wer­den. Um den Gang der Uhr wie­der­her­zu­stel­len, muss sie ent­ma­gne­ti­siert wer­den. Ma­gne­tis­mus ist die Ei­gen­schaft ei­ni­ger Me­tal­le, wie Ei­sen, Ko­balt oder Ni­ckel (na­tür­li­cher Ma­gne­tis­mus) oder wird durch Elek­tri­zi­tät er­zeugt (künst­li­cher Ma­gne­tis­mus). Die Er­schei­nung ist abs­trakt und schwer fass­bar. Die Wir­kung er­folgt über ein Ma­gnet­feld, wel­ches von den ma­gne­ti­schen Ob­jek­ten oder den elek­tri­schen La­dun­gen aus­geht. Ma­gnet­fel­der kom­men über­all um uns her­um vor und neh­men zu. Sie ge­hen von Elek­tro­mo­to­ren, Laut­spre­chern, In­duk­ti­ons­koch­fel­dern, Mo­bil­te­le­fo­nen und de­ren Hül­len oder auch von Ta­schen­ver­schlüs­sen aus. Um me­cha­ni­sche Uh­ren vor dem stö­ren­den Ein­fluss von Ma­gne­tis­mus zu schüt­zen, gibt es zwei Mög­lich­kei­ten: Die An­fer­ti­gung be­son­ders an­fäl­li­ger Werk­t­ei­le wie Hem­mung, Un­ruh oder Spi­ra­le aus nicht ma­gne­ti­sier­ba­ren Ma­te­ria­li­en oder das Um­ge­ben des Uhr­werks mit ei­nem Schutz­man­tel. Mo­der­ne Spi­ra­len, zum Bei­spiel die aus Ni­varox, gel­ten als »an­tima­gne­tisch« nach in­ter­na­tio­nal gel­ten­den Nor­men. Nach die­sen darf ei­ne Uhr als sol­che be­zeich­net wer­den, wenn sie nach ei­nem Ma­gnet­feld­ein­fluss von 4800 Am­pe­re pro Me­ter (A/m) nicht mehr als 30 Se­kun­den pro Tag voro­der nach­geht. Nicht nur, dass die­se Grenz­wer­te un­se­ren heu­ti­gen Vor­stel­lun­gen von der Gang­ge­nau­ig­keit ei­ner Uhr bei Wei­tem nicht mehr ent­spre­chen, wir­ken vie­le Ma­gnet­fel­der doch weit­aus stär­ker. Es gibt al­so gu­te Grün­de, Uh­ren vor Ma­gnet­fel­dern zu schüt­zen, die über die von Nor- men de­fi­nier­te Grö­ßen­ord­nung hin­aus­ge­hen. Bis vor nicht all­zu lan­ger Zeit war es le­dig­lich mög­lich, Ma­gne­tis­mus durch Ab­schirm­maß­nah­men aus dem Uhr­werk her­aus­zu­hal­ten. Ma­gnet­fel­der kön­nen näm­lich durch ma­gne­ti­sier­ba­re Werk­stof­fe um­ge­lei­tet wer­den. Bringt man zum Bei­spiel ei­nen Hohl­kör­per aus Ei­sen in ein Ma­gnet­feld, so lässt sich be­ob­ach­ten, dass ein Groß­teil des Fel­des ab­ge­lenkt wird. Der In­nen­raum des Hohl­kör­pers wird da­durch weit­ge­hend ma­gne­tisch ab­ge­schirmt. Stof­fe, die sich leicht ma­gne­ti­sie­ren las­sen, aber nach der Ma­gnet­feld­ein­wir­kung kaum Ma­gne­tis­mus auf­wei­sen, hei­ßen weich­ma­gne­tisch. Rei­nes Ei­sen er­füllt die­sen An­spruch zum Bei­spiel sehr gut. Des­halb spricht man bei je­nen Hohl­kör­pern, die in Arm­band­uh­ren das Uhr­werk schüt­zen, auch von Weich­ei­sen­kä­fi­gen oder Weich­ei­sen­in­nen­ge­häu­sen, die zu­meist aus dem Zif­fer­blatt, ei­nem Werk­hal­te­ring und ei­nem zwei­ten Ge­häu­se­bo­den be­ste­hen. Auf die­se Wei­se kann ein Ma­gnet­feld­schutz bis ma­xi­mal 80000 A/m er­reicht wer­den. Ist das Ma­gnet­feld stär­ker, reicht die­ser Schutz nicht mehr aus. Mit dem Ein­zug des nicht ma­gne­ti­schen Ma­te­ri­als Si­li­zi­um in die Uhr­werk­tech­nik sind ganz neue Per­spek­ti­ven zur Lö­sung der Ma­gnet­feld­pro­ble­ma­tik ent­stan­den. Ome­ga bie­tet mit den Mas­ter-chro­no­me­tern ei­nen Ma­gnet­feld­schutz von 15000 Gauß, das sind 1,2 Mil­lio­nen A/m. Bei die­sen be­steht nicht nur die Un­ruh­spi­ra­le aus Si­li­zi­um, auch Wel­len und La­ger wer­den teil­wei­se aus nicht­ma­gne­ti­schen Ma­te­ria­li­en her­ge­stellt, der Stahl wei­te­rer Tei­le wird durch nicht ma­gne­ti­sches Ma­te­ri­al er­setzt. Aber auch an­de­re Her­stel­ler, wie zum Bei­spiel Ze­nith oder Bau­me & Mer­cier ha­ben durch den Ein­satz nicht ma­gne­ti­sier­ba­rer Ma­te­ria­li­en ei­nen Ma­gnet­feld­schutz für ih­re Uhr­wer­ke ent­wi­ckelt, der über den von Nor­men be­stimm­ten und wohl längst nicht mehr zeit­ge­mä­ßen weit hin­aus geht. [7156] Ma­ri

Die Stopp­funk­ti­on ist ei­ne ge­frag­te und be­son­ders an­spruchs­vol­le Kom­pli­ka­ti­on. Wir stel­len Ih­nen die in­ter­es­san­tes­ten Bei­spie­le vor und be­leuch­ten den Markt.

Ma­te­ri­al­ein­satz: Durch den Ein­satz nicht ma­gne­ti­scher Ma­te­ria­li­en wie Si­li­zi­um kommt das Uhr­werk oh­ne Weich­ei­sen­man­tel aus und bleibt im Gang un­be­ein­druckt.

Ab­schir­mung: Ein Weich­ei­sen­man­tel kann das Uhr­werk vor Ma­gne­tis­mus bis zu 80000 A/m schüt­zen. Bei stär­ke­ren Fel­dern durch­dringt der Ma­gne­tis­mus das Schutz­schild.

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