Au­to­ma­tik-chro­no­gra­phen

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Vor 50 Jah­ren lie­fer­ten sich meh­re­re Her­stel­ler ei­nen Wett­lauf um die Lan­cie­rung des ers­ten au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen­werks. Wir re­kon­stru­ie­ren, wer da­mals wirk­lich die Na­se vorn hat­te.

Vor 50 Jah­ren lie­fer­ten sich meh­re­re Her­stel­ler ei­nen Wett­lauf um die Lan­cie­rung des ers­ten au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen­werks. Ein Kon­sor­ti­um aus Heu­er-leo­ni­das, Breitling, Bu­ren-ha­mil­ton und Du­bo­is Dé­praz wett­ei­fer­te mit Zenith und Seiko um die glei­che In­no­va­ti­on. Wie hiel­ten die Mar­ken ih­re Ent­wick­lun­gen ge­heim, und wie hat das Jahr 1969 die Uh­ren­welt ver­än­dert? Ei­ne Spu­ren­su­che.

——— Am 10. Ja­nu­ar 1969 er­leb­te Jack Heu­er mor­gens bei der Lek­tü­re sei­ner Ta­ges­zei­tung ei­nen sol­chen Schreck, dass dem Ge­ne­ral­di­rek­tor der Uh­ren­mar­ke Heu­er fast die Kaf­fee­tas­se aus der Hand fiel: Ei­ne kur­ze Mel­dung ver­kün­de­te, dass es Zenith ge­lun­gen sei, den ers­ten Chro­no­gra­phen mit au­to­ma­ti­schem Auf­zug zu ent­wi­ckeln und der kon­kur­rie­ren­de Her­stel­ler be­reits funk­tio­nie­ren­de Pro­to­ty­pen des »El Pri­me­ro« vor­zei­gen kön­ne. Wie konn­te das sein? Sei­ne Fir­ma hat­te die letz­ten drei Jah­re un­ter ho­hem Zeit­druck und stren­ger Ge­heim­hal­tung ge­mein­sam mit ei­nem Kon­sor­ti­um an eben die­ser Auf­ga­ben­stel­lung ge­ar­bei­tet. Für den 3. März war die Lan­cie­rung des Ka­li­bers 11 ge­plant. Wie konn­te Zenith nun die Na­se vorn ha­ben?

Die Ge­schich­te ge­hört zu den fas­zi­nie­rends­ten in der His­to­rie der mo­der­nen Uh­ren­in­dus­trie. Sie spielt in ei­nem Jahr, das wie schon das ge­sam­te Jahr­zehnt zu­vor von tech­ni­schem Fort­schritt und tief­grei­fen­dem ge­sell­schaft­li­chem Wan­del ge­prägt war. Da­zu zähl­ten die Mond­lan­dung, der Jung­fern­flug der Bo­eing 747 und die Flo­wer-po­wer-be­we­gung. Die ge­sam­te De­ka­de stand im Zei­chen des wirt­schaft­li­chen Auf­schwungs, ins­be­son­de­re der Au­to­mo­bil­in­dus­trie, und der spek­ta­ku­lä­ren Au­to­ren­nen, de­ren Hel­den die Men­schen­mas­sen be­geis­ter­ten. Der Zeit­geist ei­ner neu­en Mo­bi­li­tät und Kom­mu­ni­ka­ti­on war all­ge­gen­wär­tig. Die Welt tick­te in ei­nem sich ste­tig be­schleu­ni­gen­den Rhyth­mus: Im­mer leis­tungs­fä­hi­ge­re Au­tos lie­fen vom Fließ­band, und im­mer mehr Men­schen konn­ten sie sich leis­ten. Das Wel­tall wur­de die ul­ti­ma­ti­ve Gren­ze, wo der Kal­te Krieg er­bit­tert aus­ge­tra­gen wur­de. Die »Jagd« nach der Se­kun­de war in den 1960er­jah­ren om­ni­prä­sent.

Die von jahr­hun­der­te­al­ten Tra­di­tio­nen ge­präg­te Schwei­zer Uh­ren­in­dus­trie ver­such­te, mit die­ser In­no­va­ti­ons­freu­de im neu­en Zeit­al­ter Schritt zu hal­ten – wohl auch in dem Be­wusst­sein, dass sie sich er­neu­ern muss­te, um mit der schnel­le­ren Tak­tung und ins­be­son­de­re auch der wach­sen­den fern­öst­li­chen Kon­kur­renz Schritt hal­ten zu kön­nen. Im Nach­hin­ein be­trach­tet warf die Quarz­kri­se, die die Eid­ge­nos­sen kei­ne zehn Jahr spä­ter eis­kalt er­fas­sen soll­te, ih­re Schat­ten be­reits vor­aus. Spä­ter wür­den bö­se Zun­gen be­haup­ten, dass die Schwei­zer den Fort­schritt schlicht­weg ver­schla­fen hät­ten. Die Ent­wick­lung ei­nes »mo­der­nen« au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen wur­de zu ei­ner Art Hei­li­ger Gral für die gro­ßen Her­stel­ler der Kurz­zeit­mes­sung.

Was an­ge­sichts der über­wäl­ti­gen­den Aus­wahl des Gen­res in der Ge­gen­wart ver­wun­dern mag, war da­mals je­doch ei­ne ech­te Her­aus­fro­de­rung. Bis da­to war es tat­säch­lich noch nicht ge­lun­gen, den prak­ti­schen au­to­ma­ti­schen Auf­zug und die all­ge

mein be­lieb­te Funk­tio­na­li­tät des Chro­no­gra­phen in ei­nem Arm­band­uh­ren­ge­häu­se zu­sam­men­zu­brin­gen.

Der da­ma­li­ge Heu­er-mit­ar­bei­ter und spä­te­re Grün­der der Mar­ke Chro­no­s­wiss, Gerd-rüdiger Lang, er­in­nert sich: »Der au­to­ma­ti­sche Chro­no­graph war die größ­te uhr­ma­che­ri­sche Er­fin­dung des 20. Jahr­hun­derts, das an­sons­ten nichts wirk­lich Bahn­bre­chen­des in die­sem Be­reich her­vor­ge­bracht hat. Die Schwei­zer Chro­no­gra­phen­her­stel­ler hoff­ten dar­auf, neue Ab­satz­märk­te zu er­schlie­ßen, ei­nen in­no­va­ti­ven und um­satz­stei­gern­den Ver­kaufs­schla­ger an­bie­ten zu kön­nen – und da­bei dem da­ma­li­gen Markt­füh­rer Ome­ga zu­vor­zu­kom­men.«

Kom­pli­zier­te Kon­struk­ti­on

Dass bis zu je­nem Zeit­punkt Chro­no­gra­phen­fans aus­schließ­lich Hand­auf­zugs­mo­del­le zur Wahl stan­den, lag dar­an, dass die tech­ni­sche Pro­blem­stel­lung es durch­aus in sich hat­te. Als ers­tes galt es, das Ener­gie­pro­blem zu lö­sen: Der Se­kun­den­zei­ger so­wie Mi­nu­ten- und St­un­den­zäh­ler ver­brau­chen beim ein­ge­schal­te­ten Chro­no­gra­phen weit­aus mehr Ener­gie als bei der klas­si­schen Zeit­an­zei­ge und be­nö­ti­gen des­halb ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge­re Auf­zugs­tech­nik. Auch be­züg­lich der Kon­struk­ti­on muss­ten die Uhr­ma­cher Neu­land be­tre­ten, um die bei­den kom­ple­xen Mecha­nis­men in­tel­li­gent zu kom­bi­nie­ren, die ver­schie­de­nen zu­sätz­li­chen Kom­po­nen­ten – ins­be­son­de­re den Ro­tor – platz­spa­rend ein­zu­bau­en und die für die zahl­rei­chen An­triebs­wel­len not­wen­di­gen »Durch­gän­ge« aus­zu­ar­bei­ten; und das al­les, man darf es nicht ver­ges­sen, in den en­gen Di­men­sio­nen ei­nes Arm­band­uh­ren­ge­häu­ses. Die­se am­bi­tio­nier­ten Zie­le be­schäf­tig­ten in den 1960er-jah­ren die klügs­ten Köp­fe der Ent­wick­lungs­ab­tei­lun­gen, die un­ter größ­ter in­ter­ner Ge­heim­hal­tung nach Lö­sun­gen such­ten.

Wie wir heu­te wis­sen, be­gann Zenith als ers­ter im Jahr 1962 mit der Ent­wick­lung. Die Lan­cie­rung des Au­to­ma­tik-chro­no­gra­phen war ur­sprüng­lich für 1965 zum 100-jäh­ri­gen Fir­men­ju­bi­lä­um an­vi­siert, doch es soll­te wei­te­re vier Jah­re dau­ern, bis das Pro­jekt ab­ge­schlos­sen war und der ers­te Pro­to­typ vor­lag .

Ei­ne Al­li­anz der Kon­kur­ren­ten

»Pro­ject 99« lau­te­te der Co­de­na­me, un­ter dem sich par­al­lel da­zu ei­ni­ger der be­deu­tends­ten Spe­zia­lis­ten der Kurz­zeit­mes­sung zu­sam­men­schlos­sen: Breitling, Heu­er-leo­ni­das und Ha­mil­ton-bü­ren. Vor­an­ge­gan­gen war dem il­lus­tren Kreis die An­fra­ge ei­nes hoch spe­zia­li­sier­ten Wer­ke­kon­struk­teurs, ei­nes ech­ten Spe­zia­lis­ten sei­ner Zeit: Gé­rald Du­bo­is. Er zeich

ne­te für das tech­ni­sche Bü­ro von Dé­praz & Cie. ver­ant­wort­lich. Das 1901 ge­grün­de­te und in Le Lieu im Val­lée de Joux an­säs­si­ge Un­ter­neh­men war ei­ner der größ­ten Zu­lie­fe­rer und ver­dank­te sei­nen Ruf zahl­rei­chen Ent­wick­lun­gen im Be­reich der Stopp­uhr wie den Säu­len­rad­me­cha­nis­mus und den ers­ten Chro­no­gra­phen mit Rü­ck­er­füh­rer aus dem Jahr 1937. Der En­kel des Fir­men­grün­ders hat­te schon lan­ge mit der Ent­wick­lung ei­nes Au­to­ma­tik­chro­no­gra­phen ge­lieb­äu­gelt. Doch die Rea­li­sie­rung er­for­der­te be­trächt­li­che Mit­tel, die das Un­ter­neh­men al­lei­ne nicht auf­brin­gen konn­te.

Er wand­te sich 1965 an Wil­ly Breitling. Der Chef der Gren­che­ner Uh­ren­mar­ke be­geis­ter­te sich so­fort für das Pro­jekt. Als drit­ten Part­ner hol­te man Jack Heu­er, Ge­ne­ral­di­rek­tor von Heu­er-lheou­en­ridcals.,11i:nj­sed­be­oot. Auch er war üb­fe­irrm­ze­aud­ge­tr,ind­ta­er­sesssde­en-m Au­to­ma­tik­chro­no­gra­phen die Zu­kunft ge­hör­te. Vier­ter­chim­ron­bo-um­nadti­ce er Wer­ke­her­stel­ler Bü­renih,re­dre­b­res­te­sietl­l1e9r.66 zur ame­ri­ka­ni­schen Mar­ke Ha­mil­ton ge­hör­te. Nach ver­trag­li­cher Re­ge­lung der Kos­ten­auf­tei­lung und der Pa­tent­rech­te gab das Kon­sor­ti­um 1966 den Start­schuss für die Ent­wick­lung, die im Ge­hei­men statt­fand. Gerd-rüdiger Lang, der 1968 als Uhr­ma­cher bei Heu­er an­fing, er­in­nert sich, dass nie­mand aus der Be­leg­schaft die ge­rings­te Ah­nung von dem Ge­heim­pro­jekt hat­te.

Dies war der Be­ginn ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Zu­sam­men­ar­beit an­sons­ten kon­kur­rie­ren­der Mar­ken und Zu­lie­fe­rer, aus de­ren Al­li­anz drei Jah­re spä­ter das Ka­li­ber 11 her­vor­ge­hen soll­te (bei Breitling hieß es Chro­no­ma­tic, auch bei Heu­er stand an­fangs »Chro­no­ma­tic« auf dem Zif­fer­blatt).

Ein un­er­war­te­ter Geg­ner

Doch auch die Kon­kur­renz in Fer­n­ost schlief nicht. Die ja­pa­ni­sche Mar­ke Seiko, die seit An­fang der 1960er­jah­re mit ih­ren Grand-seiko-mo­del­len im Pre­mi­um­be­reich er­folg­reich war und Schwei­zer Her­stel­lern Kon­kur­renz mach­te, be­gann Mit­te der 1960er-jah­re eben­falls mit ei­ner Ent­wick­lung. In­tern lief das Pro­jekt un­ter dem Na­men »6139«. Ein Jahr zu­vor, als die Welt auf die Olym­pi­schen Spie­le in To­kio blick­te, hat­te das Un­ter­neh­men sei­nen ers­ten Chro­no­gra­phen fürs Hand­ge­lenk prä­sen­tiert – frei­lich noch mit Hand­auf­zug. Par­al­lel ar­bei­te­te Seiko noch an ei­ner ganz an­de­ren Tech­no­lo­gie – Quarz. Aber das ist ei­ne an­de­re Ge­schich­te.

Drei un­ter­schied­li­che tech­ni­sche An­sät­ze

Ob­wohl die Auf­ga­ben­stel­lung der drei Kon­kur­ren­ten ex­akt gleich lau­te­te, ver­folg­te je­der sei­nen ei­ge­nen tech­ni­schen An­satz. Bei Zenith kommt die ma­gi­sche Zahl »36000« ins Spiel. Chro­no­gra­phen­ken­nern und Lieb­ha­bern be­darf sie kei­ner Er­klä­rung, de­fi­nier­te sie doch die stünd­li­chen Halb­schwin­gun­gen der Un­ruh im au­to­ma­ti­schen Ka­li­ber El Pri­me­ro. Da­mit bot die­ses au­to­ma­ti­sche Uhr­werk ei­ne bis da­to un­er­reich­te Fre­quenz von zehn Halb­schwin­gun­gen pro Se­kun­de, was erst­mals die Zeit­mes­sung auf die 1/10Se­kun­de ge­nau er­mög­lich­te. Ein wei­te­res Merk­mal die­ser Tech­nik war die in­te­grier­te Ar­chi­tek­tur des Chro­no­gra­phen. Das El Pri­me­ro war ei­ne in sich ge­schlos­se­ne Ge­samt­kon­struk­ti­on mit ku­gel­ge­la­ger­tem Zen­tral­ro­tor und Säu­len­rad an­stel­le ei­ner No­cken­schei­be. Dass das Werk oh­ne jeg­li­ches Mo­dul oder Zu­satz­me­cha­nis­mus aus­kam, war be­son­ders ge­schickt er­dacht. Zu­dem bot das El Pri­me­ro trotz ho­her Schwin­gungs­zahl ei­ne be­acht­li­che Gang­au­to­no­mie von 50 St­un­den und war so weit mi­nia­tu­ri­siert, dass die Tech­nik im Raum von 6,5 x 29,33 Mil­li­me­tern Platz fand. Je­de ein­zel­ne Ei­gen­schaft war ein Er­folg, in der Ge­samt­heit war die Er­fin­dung spek­ta­ku­lär. Und auch äs­the­tich über­zeug­te sie: Die Har­mo­nie der Kon­struk­ti­on, die auch die El-pri­me­ro-ka­li­ber der Ge­gen­wart noch aus­zeich­net, lässt das Herz von Chro­no­gra­phen­fans hö­her schla­gen.

Mit die­sem Meis­ter­werk soll­ten spä­ter vie­le gro­ße Uh­ren­ma­nu­fak­tu­ren ih­re Chro­no­gra­phen be­stü­cken. Wohl be­kann­tes­tes Bei­spiel ist die Cos­mo­graph Day­to­na. 1987 be­gann

Rolex, ei­ne mo­di­fi­zier­te Ver­si­on in sei­nen Chro­no­gra­phen ein­zu­bau­en. Da­mit tick­te die Day­to­na au­to­ma­tisch – und be­hielt das Uhr­werk von Zenith bis zum Jahr 2000 bei, al­ler­dings mit ei­ner re­du­zier­ten Schwing­fre­quenz von nur 28 800 Halb­schwin­gun­gen und ei­nem mit Mi­cro­stel­la-ein­stell­schrau­ben aus­ge­stat­te­ten Un­ruh­reif. Auch an­de­re Mar­ken wie Bulgari, Daniel Roth und Ebel setz­ten auf das El Pri­me­ro. Ebel prä­sen­tier­te 1989 ei­nen ewi­gen Ka­len­der auf Ba­sis des Uhr­werks von Zenith.

Ei­ne Mo­dul­kon­struk­ti­on mit Mi­ni­ro­tor

Im Ge­gen­satz zur in­te­grier­ten Kon­struk­ti­on von Zenith ver­folg­ten die Mit­glie­der des »Pro­ject 99« ei­nen auf ei­nem Mo­du­larbau­kon­zept ba­sie­ren­de An­satz, ähn­lich wie bei frü­hen Ta­schen­uh­ren mit Kom­pli­ka­tio­nen. Im Ka­li­ber 11 Chro­no-ma­tic wur­de der Chro­no­gra­phen­me­cha­nis­mus mit Schwing­trieb­kupp­lung auf ei­ne Pla­ti­ne mon­tiert. Die­se ei­gen­stän­di­ge Ein­heit wur­de mit drei Schrau­ben brücken­sei­tig auf dem Werk be­fes­tigt. Die Kopp­lung des Chro­no­gra­phen mit dem Rä­der­werk er­folg­te über den Schwing­trieb. Um ge­nü­gend Platz zu schaf­fen, setz­te das Team statt auf ei­nen zen­tra­len, über dem Werk lie­gen­den Auf­zugs­ro­tor auf ei­nen aus dem Zen­trum ver­la­ger­ten »Pla­ne­ten­ro­tor«, den Bü­ren un­ter der Lei­tung des tech­ni­schen Di­rek­tors Hans Ko­cher 1954 ent­wi­ckelt hat­te. Die Werks­ar­chi­tek­tur mit In­te­gra­ti­on des Mi­ni­ro­tors er­for­der­te die Plat­zie­rung der Auf­zugs­kro­ne auf der lin­ken Sei­te, ein Merk­mal, das man spä­ter als coo­les At­tri­but un­ter dem Mot­to »Der Chro­no­graph, der nicht auf­ge­zo­gen wer­den muss« ver­mark­ten soll­te. Den Vor­teil der »Sand­wich«-kon­struk­ti­on sah man in der ein­fa­che­ren Mon­ta­ge und War­tung: »ein un­ab­hän­gi­ges Ge­stell, das sich ein­fach ab­neh­men und wie­der auf­set­zen lässt«. Wie bei Heu­er wur­de das Pro­jekt auch beim Part­ner Breitling zur Ver­schluss­sa­che er­klärt. Al­les was mit der Ent­wick­lung des Ka­li­bers 11 zu­sam­men­hing, wur­de in ge­hei­men Sit­zun­gen ver­schlüs­selt im Hin­ter­zim­mer be­spro­chen. Nur we­ni­ge Ver­trau­te um Mar­cel Ro­bert und Wil­ly Breitling wa­ren ein­ge­weiht.

Ei­nen drit­ten Weg schlug Seiko ein. Klamm­heim­lich hat­ten die Ja­pa­ner ei­ne Uhr ent­wi­ckelt, die von ho­hem tech­ni­schen Know-how zeug­te und drei Jah­re spä­ter mit ei­nem gel­ben Zif­fer­blatt aus­ge­stat­tet am Hand­ge­lenk des ame­ri­ka­ni­schen As­tro­nau­ten Wil­li­am R. Po­gue sei­ne Prä­zi­si­on im All be­wei­sen soll­te. Das »6139« bot eben­falls ei­ne in­te­grier­te Kon­struk­ti­on mit Säu­len­rad, Zen­tral­ro­tor und en­er­gie­ef­fi­zi­en­ter ver­ti­ka­ler Kupp­lung so­wie ei­ne Spe­zia­li­tät, die bei Seiko seit 1959 die Ef­fi­zi­enz des Auf­zugs­me­cha­nis­mus stei­ger­te, den »ma­gic le­ver«. Durch die di­rek­te Mon­ta­ge an der Ro­tor­wel­le nutz­te der »ma­gi­sche He­bel« un­ab­hän­gig von der Dreh­rich­tung die ge­sam­te Ener­gie der Schwung­mas­se. Ein­ge­baut war ei­ne Da­tums- und Wo­chen­tags­an­zei­ge mit Schnell­kor­rek­tur.

Die Span­nung steigt

Zu­rück zum 10. Ja­nu­ar 1969. Die Pres­se­mit­tei­lung, die Zenith ver­schickt hat­te, ver­kün­de­te stolz: »Der Ver­dienst die­ser her­aus­ra­gen­den Schöp­fung lässt die ge­sam­te Schwei

zer Uh­ren­in­dus­trie auf den gro­ßen Welt­märk­ten glän­zen, wo der Wett­be­werb im­mer här­ter wird.« Jack Heu­er be­raum­te noch am Früh­stücks­tisch ein Mee­ting an, um zu ent­schei­den, wie man wei­ter vor­ge­hen wol­le. Die Part­ner ei­nig­ten sich dar­auf, am Plan ei­ner si­mul­ta­nen Pres­se­kon­fe­renz, die für den 3. März 1969 in Genf und New York ge­plant war, fest­zu­hal­ten. Mit gro­ßem Pomp und im Bei­sein von Jack Heu­er, Wil­ly Breitling und Hans Ko­cher wur­de das Ka­li­ber 11 Chro­no-ma­tic stolz der Welt­pres­se vor­ge­stellt – die, nimmt man die be­geis­ter­ten Re­ak­tio­nen, es of­fen­bar nicht stör­te, dass das Trio zu­min­dest öf­fent­lich als zwei­ter die Zi­el­li­nie er­reicht hat­te. Gé­rald F. Bau­er, Prä­si­dent der Schwei­zer Uh­ren­in­dus­trie FH, er­öff­ne­te das Event in Genf, das um 17 Uhr be­gann. Er war voll des Lo­bes für die tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung und hob den Te­am­geist her­vor, dank dem es ge­lun­gen sei, »die­ses neue Hoch­leis­tungs­pro­dukt der Schwei­zer Uh­ren­in­dus­trie zu lan­cie­ren.« Jack Heu­er er­in­nert sich, dass Fra­gen der Jour­na­lis­ten be­züg­lich Ze­niths El Pri­me­ro, auf die er sich vor­be­rei­tet hat­te, er­staun­li­cher­wei­se aus­blie­ben. Zeit­gleich um elf Uhr New Yor­ker Zeit fand die Pres­se­kon­fe­renz in Man­hat­tan statt. Dar­an nah­men eben­falls wich­ti­ge eid­ge­nös­si­sche Bran­chen­ver­tre­ter teil, un­ter an­de­rem der Prä­si­dent der ame­ri­ka­ni­schen Aus­lands­stel­le der Schwei­zer Uh­ren­in­dus­trie und der Ge­ne­ral­kon­sul der Eid­ge­nos­sen­schaft. Die in­ter­na­tio­na­le Aus­ga­be des »Jour­nal suis­se d’hor­lo­ge­rie et bi­jou­te­rie« wid­me­te dem Er­eig­nis die Ti­tel­sei­te und ei­ne 16-sei­ti­ge Ex­tra­bei­la­ge: »Drei Schwei­zer Fir­men ar­bei­ten hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren und lan­cie­ren ei­ne Uhr, die es ei­gent­lich gar nicht gibt: den au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen«, ti­tel­te das Bran­chen­ma­ga­zin. Wil­ly Breitling un­ter­strich die Be­deu­tung der In­no­va­ti­on für die In­dus­trie im All­ge­mei­nen, aber auch für das von sei­nem Groß­va­ter ge­grün­de­te Un­ter­neh­men im Be­son­de­ren: »Be­stimm­te Ab­schnit­te in der Ent­wick­lung ei­ner Mar­ke ent­schei­den über ih­re Zu­kunft. Wir er­le­ben heu­te ein Er­eig­nis von ka­pi­ta­ler Be­deu­tung, und Sie ha­ben si­cher Ver­ständ­nis da­für, dass es uns in freu­di­ge Er­re­gung ver­setzt«.

Drei­mal Pre­mie­re

Je­des Mit­glied des »Pro­ject 99« wähl­te sei­ne Best­sel­ler für das De­büt des Chro­no-ma­tic aus. Breitling schal­te es in die Navitimer und die Chro­no­mat ein. Die ers­te Kol­lek­ti­on um­fass­te zu­dem ein »Cous­sin«-för­mi­ges Mo­dell, ei­ne neue In­ter­pre­ta­ti­on des qua­dra­ti­schen Chro­no­gra­phen von 1966 und ei­ne Ton­neau mit Tau­cher­lü­net­te. Heu­er be­stück­te die Car­re­ra, Au­ta­via und die neue Monaco mit dem Ka­li­ber 11. Letz­te­re setz­te nicht nur mit ih­rem mo­der­nem An­trieb Ak­zen­te, son­dern auch mit dem ers­ten, was­ser­dich­ten Ge­häu­se in qua­dra­ti­scher Form. Ha­mil­ton lan­cier­te die ele­gan­te Ha­mil­ton Chro­no­ma­tic A mit dem le­gen­dä­rem Pan­da­zif­fer­blatt, die heu­te op­tisch fast un­ver­än­dert wie­der auf­ge­legt wird. Un­trüg­li­ches Er­ken­nungs­zei­chen bei al­len Mo­del­len war die links­sei­tig an­ge­brach­te Kro­ne, die de­mons­tra­tiv zeig­te, dass das Au­to­ma­tik­chro­no­graph na­tur­ge­mäß nicht mehr von Hand auf­ge­zo­gen wer­den muss­te.

Re­den ist Sil­ber, Schwei­gen ist Gold

Im März 1969 prä­sen­tier­ten al­le Mar­ken die In­no­va­ti­on auf der Mus­ter­mes­se Ba­sel. Ein Kom­pli­ment von un­er­war­te­ter Sei­te be­kam Jack Heu­er. Der Prä­si­dent von Seiko, Sho­ji Hat­to­ri, be­such­te ihn am Mes­se­stand und gra­tu­lier­te zum tech­ni­schen Durch­bruch. Jack Heu­er er­in­nert sich: »Ich war na­tür­lich sehr ge­schmei­chelt. Herr Hat­to­ri gab je­doch nicht den kleins­ten Hin­weis dar­auf, dass Seiko eben­falls mit sei­nem »6139« auf der Mes­se war.« Jack Heu­er be­wun­der­te im Nach­hin­ein Sei­kos »ziem­lich cle­ve­re Pro­dukt­stra­te­gie«. Vor der in­ter­na­tio­na­len Lan­cie­rung ei­ner neu­en Uhr tes­te­te man sie zu­nächst auf den Hei­mat­markt, um even­tu­el­le Pro­ble­me be­he­ben zu kön­nen. Sei­kos ver­meint­li­che Lang­sam­keit soll­te sich fast wie in der Ge­schich­te vom Ha­sen und dem Igel be­zahlt ma­chen: Laut Jack Heu­er brach­te der ja­pa­ni­sche Kon­zern die Ab­ver­käu­fe Heu­ers auf dem Us­markt ei­ni­ge Jah­re spä­ter fast zum Er­lie­gen, was er aber auch auf den un­güns­ti­gen Wech­sel­kurs zu­rück­zu­führ­te. Das Ge­schäfts­jahr 1969 en­de­te je­doch mit ei­nem Re­kord­er­geb­nis für Heu­er. Dank dem Ka­li­ber 11 Chro­no-ma­tic war es der Mar­ke ge­lun­gen, den Um­satz um 34 Pro­zent zu stei­gern. Das ur­sprüng­li­che Ka­li­ber wur­de bis 1970 her­ge­stellt und dann wei­ter­ent­wi­ckelt zum Ka­li­ber 12. Heu­er hat die Wer­ke­pro­duk­ti­on bis 1985 fort­ge­setzt. Das letz­te Mo­dell, in dem das Ka­li­ber 11 ein­ge­baut wur­de, war die Au­ta­via. Breitling nutz­te es von En­de 1968 bis 1978.

Die Ge­gen­wart

Das ein­zi­ge der Pio­nier­wer­ke von 1969, das – von ei­ner Pau­se wäh­rend der Quarz­kri­se ab­ge­se­hen – bis heu­te pro­du­ziert wird, ist das El Pri­me­ro. Nach­dem Zenith 1999 von der Lvmh-grup­pe ge­kauft wur­de, be­kam das El Pri­me­ro neu­en Auf­wind. Es be­gann ein re­gel­rech­ter Ent­wick­lungs­boom auf Ba­sis des Uhr­werks. Da­zu ge­hör­ten Mo­di­fi­ka­tio­nen mit ei­ner Teilske­let­tie­rung der Grund­pla­ti­ne, um die Hem­mung durch ei­nen Zif­fer­blatt­aus­schnitt sicht­bar zu ma­chen so­wie zu­sätz­li­che An­zei­ge­mo­du­le. Vor­ge­stellt wur­de das Ka­li­ber El Pri­me­ro 4021 mit zu­sätz­li­cher Gan­g­re­ser­vean­zei­ge und so­gar mit ei­nem Tour­bil­lon. Im Ka­li­ber 4031 kom­bi­nier­te es ei­ne Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on mit Chro­no­graph, We­cker und zwei­ter Zeit­zo­ne. Ei­ne Spit­zen­leis­tung er­brach­te die El Pri­me­ro Stra­tos Fly­back Stri­king 10th am 14. Ok­to­ber 2012. Mit der Uhr am Hand­ge­lenk sprang Fe­lix Baum­gart­ner aus 39 Ki­lo­me­tern Hö­he in die Stra­to­sphä­re, über­schritt da­bei als ers­ter Mensch die Schall­ge­schwin­dig­keit. Der Zeit­mes­ser über­stand die Be­schleu­ni­gung, Hö­hen-, Druck- und Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de un­be­scha­det und funk­tio­nier­te bei der Lan­dung eben­so per­fekt wie beim Start.

Ein hal­bes Jahr­hun­dert nach sei­ner Prä­sen­ta­ti­on bleibt das El Pri­me­ro mit sei­ner Stär­ke, Kurz­zei­ten bis auf ei­ne Zehn­tel­se­kun­de ge­nau zu

mes­sen, der prä­zi­ses­te Se­ri­en-chro­no­graph der Welt. Und der mit den meis­ten Prei­sen aus­ge­zeich­ne­te eben­falls. Heu­te ist den wei­ter­ent­wi­ckel­ten Ver­sio­nen die­ses le­gen­dä­ren Ka­li­bers ei­ne gan­ze Uh­ren­kol­lek­ti­on ge­wid­met. 2017 stell­te Zenith mit der De­fy El Pri­me­ro 21 ei­nen wei­te­ren Re­kord vor: ei­nen Chro­no­gra­phen, der die Se­kun­de nicht nur auf das Zehn­tel, son­dern so­gar auf das Hun­der­s­tel ge­nau stop­pen kann. Mög­lich macht die­ses me­cha­ni­sche Kunst­stück das El Pri­me­ro 9004. Dar­in ver­fügt die Stopp­funk­ti­on über ein ei­ge­nes Uhr­werk mit se­pa­ra­ter Hem­mung, die mit 360000 Halb­schwin­gun­gen pro St­un­de be­zie­hungs­wei­se 50 Hertz schwingt. Zum 50. Ju­bi­lä­um des El Pri­me­ro in 2019 prä­sen­tier­te Zenith An­fang des Jah­res ei­ne li­mi­tier­te Samm­ler­box, de­ren drei Ma­nu­fak­tur­chro­no­gra­phen wich­ti­ge Mei­len­stei­ne in der Ge­schich­te der Zei­ti­ko­ne le­ben­dig wer­den las­sen (sie­he UH­REN-MA­GA­ZIN Son­der­heft Test und Tech­nik 2019).

Auch wenn das Ka­li­ber 11 von da­mals in der Ge­gen­wart nicht mehr exi­si­tiert, so sind die be­tei­lig­ten Mar­ken bis heu­te stolz auf ih­re In­no­va­ti­on. Guy Bo­ve, Pro­dukt­di­rek­tor von TAG Heu­er, sagt: »Auch wenn TAG Heu­er in den letz­ten 150 Jah­ren vie­le Prä­zi­si­ons­zeit­mes­ser vor­stell­te, hat ver­mut­lich kei­nes da­von die Uhr­ma­che­rei so nach­hal­tig ge­prägt wie das Chro­no-ma­tic.« Zu­dem steht die Monaco, in der es einst tick­te, zu ih­rem 50. Ju­bi­lä­um im Ram­pen­licht. Für das ge­sam­te Jahr sind Ver­an­stal­tun­gen in Eu­ro­pa, den USA und Asi­en ge­plant, wo je­weils ei­ne Monaco in li­mi­tier­ter Auf­la­ge vor­ge­stellt wird. Ein neu­es, ab Mai er­hält­li­ches Buch mit dem Ti­tel »Pa­ra­do­xi­cal Su­per­star« do­ku­men­tiert die his­to­ri­schen und tech­ni­schen High­lights die­ser Iko­ne der Ge­schich­te. Für Sho­ji Hat­to­ri, Vor­sit­zen­der und CEO von Seiko, war die Lan­cie­rung des au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen­werks Teil der Er­folgs­ge­schich­te, die da­zu führ­te, dass »30 Jah­re spä­ter die Spring­dri­ve-tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt wur­de, die bei den Neu­vor­stel­lun­gen von Grand Seiko 2019 ei­ne zen­tra­le Rol­le ein­nimmt«.

Der Sie­ger

Aber nun zu­rück zur Fra­ge, wer nun wirk­lich den al­ler­ers­ten Chro­no­gra­phen mit Au­to­ma­tik­zug ent­wi­ckelt hat: Wel­che Mar­ke hier auf wel­cher Stu­fe des Sie­ger­trepp­chens steht, lässt sich aus heu­ti­ger Sicht nicht ein­deu­tig be­ant­wor­ten. Fest steht, dass je­de ih­ren ei­ge­nen Er­folg für sich ver­bu­chen konn­te. Wäh­rend der ers­te Pro­to­typ des El Pri­me­ro be­reits An­fang 1969 vor­ge­stellt wur­de, prä­sen­tier­ten Breitling, Ha­mil­ton und Heu­er ih­re Ent­wick­lung erst drei Mo­na­te spä­ter, konn­ten da­für aber auf der Mus­ter­mes­se die höchs­te An­zahl an funk­tio­nie­ren­den Pro­to­ty­pen vor­le­gen. Seiko lie­fer­te die ers­ten Uh­ren im Mai die­ses ge­schichts­träch­ti­gen Jah­res aus. Wie es kom­men konn­te, dass meh­re­re Her­stel­ler im sel­ben Jahr die wich­tigs­te Uh­ren-in­no­va­ti­on der Nach­kriegs­zeit vor­stell­ten, bleibt je­doch auch heu­te rät­sel­haft. Aus rein uhr­ma­che­ri­scher Per­spek­ti­ve ist das »El Pi­me­ro« seit 50 Jah­ren tat­säch­lich die Num­mer Eins: »Nicht nur in tech­ni­scher Sicht setz­te es Maß­stä­be, son­dern es war auch ei­ne Au­gen­wei­de, fast von poe­ti­scher Schön­heit!«, schwärmt Gerd-rüdiger Lang. ———

Jack Heu­er, da­mals Ge­ne­ral­di­rek­tor der Schwei­zer Uh­ren­mar­ke Heu­er, war ei­ner der wich­tigs­ten Ak­teu­re bei der Ent­wick­lung des au­to­ma­ti­schen Chro­no­gra­phen.

Der »ers­te« Au­to­ma­tik-chro­no­graph der Welt: Mit Stolz und gro­ßem Pomp pries Zenith das »El Pri­me­ro« an.

Breitling Navitimer Chro­no-ma­tic von 1969. Die be­kann­te Re­chen­schie­ber­lü­net­te war mit an Bord. Rechts ei­ne Ab­bil­dung des wei­ter­ent­wi­ckel­ten Ka­li­ber 12. Un­ter der Ägi­de von Wil­ly Breitling wur­de die ge­mein­schaft­li­che Ent­wick­lung des Ka­li­ber 11 vor­an­ge­bracht.

Die El Pri­me­ro der ers­ten St­un­de hat­te ein Tri­com­pax-zif­fer­blatt und zeig­te das Da­tum zwi­schen vier und fünf Uhr an. Bis heu­te hat sich an die­sem Lay­out nichts ge­än­dert.

Wer­bung von Heu­er zum Launch der Monaco: Die Kro­ne auf der lin­ken Sei­te wur­de als un­trüg­li­ches Er­ken­nungs­merk­mal ver­mark­tet.

Heu­er Monaco von 1969: Der Zeit­mes­ser setz­te nicht nur mit dem Ka­li­ber 11 Maß­stä­be, son­dern war auch ei­ne der ers­ten Uh­ren in ei­nem was­ser­dich­ten qua­dra­ti­schen Ge­häu­se.

Star­ruhm er­lang­te die Monaco am Hand­ge­lenk von Ste­ve Mc­queen im Film Le Mans (1971), hier mit Jo Sif­fert auf ei­ner Spritz­tour (links).

Heu­er Cal. 11: Je­de Fir­ma der In­ter­es­sen­ge­mein­schaft ver­bau­te das Chro­no­ma­tic in ei­nem ih­rer Best­sel­ler.

Ha­mil­ton Chro­no­ma­tic A aus dem Jahr 1971. Im 37 Mil­li­me­ter gro­ßen Edel­stahl­ge­häu­se gab das au­to­ma­ti­sche Ka­li­ber 11 sein De­büt. Das »Pan­da«zif­fer­blatt er­freut sich heu­te wie­der gro­ßer Be­liebt­heit. Ha­mil­ton Pan Eu­rop 703 Chro­no-ma­tic von 1971. Mit 43 Mil­li­me­tern war das Edel­stahl­ge­häu­se für da­ma­li­ge Ver­hält­nis­se gi­gan­tisch. Mit ei­ner Was­ser­dicht­heit von zehn Bar war sie ei­ne Sportuhr der Su­per­la­ti­ve.

Seiko 5 Speed­ti­mer: Das ja­pa­ni­sche Un­ter­neh­men prä­sen­tier­te ei­nen in­te­grier­ten au­to­ma­ti­schen Säu­len­rad-chro­no­gra­phen mit ver­ti­ka­ler Kupp­lung und »ma­gi­schem He­bel«.

Mit der Quartz As­tron setz­te Seiko im glei­chen Jahr Maß­stä­be im Be­reich der Qu­arz­tech­no­lo­gie.

Zenith El Pri­me­ro 9004: Stopp­funk­ti­on und Zeit­an­zei­ge ver­fü­gen über ein je­weils ei­ge­nes Hem­mungs­sys­tem, so­dass die De­fy El Pri­me­ro 21 (oben) auf die Hun­derts­tel­se­kun­de ge­nau stoppt. Mit der li­mi­tier­ten Samm­ler­box fei­ert Zenith 50 Jah­re El Pri­me­ro. Der Preis liegt bei 50000 Schwei­zer Fran­ken.

Monaco Ca­li­bre 11: Der Nach­fol­ger des be­rühm­ten qua­dra­ti­schen Zeit­mes­sers wur­de 2015 prä­sen­tiert. Dar­in tickt ein au­to­ma­ti­sches Sel­li­ta SW300 mit ei­nem Mo­dul von Du­bo­is Dé­praz. Preis: 5250 Eu­ro.

Grand Sei­kos Spring Drive Chro­no­graph GMT SBGC231 im Ti­tan-ge­häu­se ist ei­nes der dies­jäh­ri­gen High­lights der ja­pa­ni­schen Ma­nu­fak­tur. Sie kos­tet 13700 Eu­ro.

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