»Oh­ne Uhr wä­re ich manch­mal ganz schön auf­ge­schmis­sen«

Uhren-Magazin - - Test - Ben­ja­min Karl spricht mit uns über die Zeit.

UH­REN-MA­GA­ZIN: Ben­ja­min, Uhr und Au­to ist ein Dau­er­the­ma, aber Uhr und Fahr­rad – passt das über­haupt zu­sam­men?

Ben­ja­min Karl: Ein gu­tes Rad kos­tet schon mal 12000, viel­leicht 15000 Eu­ro, und der Helm muss auch zum Out­fit pas­sen. Da ist es nicht ab­we­gig, dass man auch noch ei­ne gu­te Uhr mit­nimmt. Beim Moun­tain­bi­ken ist es viel­leicht et­was schwie­rig we­gen der Er­schüt­te­run­gen, aber beim Renn­rad- oder Tou­ren­fah­ren – war­um nicht?

Wel­che Rol­le spielt bei Dir die Zeit, wenn Du mit dem Moun­tain­bike un­ter­wegs bist?

Mitt­ler­wei­le geht al­les um Zeit. Je­der trackt sich, fährt mit GPS usw. Da­für gibt es Fahr­rad­com­pu­ter. Aber wenn die Frau sagt, ich soll um Zwölf zum Mit­tag­es­sen zu Hau­se sein und ich kann die Zeit mit ei­nem schnel­len Blick auf mei­ner Uhr er­fas­sen, dann ist das ein tol­les Gim­mick, und es sieht auch noch gut aus. Denn man muss ehr­lich blei­ben, die me­cha­ni­sche Uhr bringt beim Rad­fah­ren oder Moun­tain­bi­ken kei­nen Vor­teil. Aber sie ist eben toll zu tra­gen. Rad­fah­rer sind sehr ehr­gei­zig, trai­nie­ren auf ein Ziel hin. Sie müs­sen In­ter­val­le fah­ren – zum Bei­spiel 40 Se­kun­den fah­ren, 20 Se­kun­den Pau­se – da sind sie auf die Se­kun­de ge­nau ge­timt. Oder man fährt ei­ne Trai­nings­ein­heit von zwei St­un­den, da ist die Zeit im­mer im Hin­ter­kopf oder, bes­ser ge­sagt, sehr prä­sent.

Und wie steht es um die Zeit im Pri­vat­le­ben?

Ich neh­me es mit der Zeit schon recht ge­nau. Es dreht sich ja auch al­les um die Zeit. Man trifft sich nicht über­mor­gen bei Son­nen­un­ter­gang, son­dern macht ei­ne Zeit aus. Und die weist uns ei­ne Uhr aus. Oh­ne sie wä­ren wir ganz schön auf­ge­schmis­sen.

Ein Ur­teil aus ei­nem an­de­ren Blick­win­kel zu er­fah­ren, war Zweck un­se­res Out­door-tests. Du hast Zeit­mes­ser ans Hand­ge­lenk ge­nom­men, die bei Dir im All­tag nicht so die Rol­le spie­len. Was ist Dei­ne Er­fah­rung?

Ja, man macht sich schon so sei­ne Ge­dan­ken über den Men­schen, wenn man auf die Uhr an sei­nem Hand­ge­lenk schaut. Was ist das für ein Typ? Was steckt da­hin­ter? Trägt ei­ner die Cer­ti­na, den­ke ich, das ist aber ein coo­ler Typ. Bei der Mau­rice La­croix han­delt es sich eher um ei­nen ge­setz­ten Men­schen. Die Uhr passt für mich ir­gend­wie nicht zum Sport. Die Oris wä­re mir zu scha­de, sie auf ei­ne Moun­tain­bike-tour mit­zu­neh­men, und die Müh­le steht zwi­schen Sport und Ele­ganz. Ich muss sie nicht wech­seln, wenn ich nach dem Bü­ro ins Fit­ness-stu­dio ge­he, mir kei­ne Ge­dan­ken um sie ma­chen – sie ist ein­fach op­ti­mal, auch von der Grö­ße her, und da­her mein Fa­vo­rit. Sinn trägt ein ge­schei­ter Mensch. Die Uhr ist schlicht, ihr Ge­häu­se taff, das Zif­fer­blatt klar. Die TAG Heu­er ist ei­ne rich­ti­ge Män­ner­uhr. Wer sie trägt, fällt auf und zeigt, was er hat. Für mei­nen Sport ist sie zu groß.

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