Nomos Glas­hüt­te

Preis­ka­te­go­rie bis 4000 Eu­ro

Uhren-Magazin - - Inhalt - Text — Mar­ti­na Rich­ter Fo­tos — Nomos Glas­hüt­te

Die Club Sport neomatik ist die größ­te Uhr des Her­stel­lers, die ers­te mit 30 Bar Was­ser­dicht­heit und die ers­te mit Edel­stahl­band. Wir ha­ben sie ge­tes­tet.

Sie ist die et­was an­de­re Nomos – groß, mas­ku­lin und, wie es ihr Na­me sagt, sport­lich. 30 Bar ste­hen nicht nur für ho­he Was­ser­dicht­heit, son­dern auch für ein aus­ge­spro­chen ro­bus­tes Ge­häu­se, das erst­mals mit ei­nem Edel­stahl­arm­band kom­bi­niert ist. Ob sich das En­sem­ble sport­lich ver­hält, zeigt un­ser Test.

——— Man(n) muss es mit dem Sport ja nicht gleich über­trei­ben. 30 Bar Druck­fes­tig­keit, sprich 300 Me­ter Was­ser­dicht­heit, rei­chen al­le­mal zum Tau­chen. Ein Pro­fi­tau­cher ist die Nomos Club Sport neomatik aber nicht. Will sie auch gar nicht sein, man darf sie aber gern mit ins tie­fe Was­ser neh­men, oder auch »nur« zum Schnor­cheln, Schwim­men, Raf­ting, Ki­tesur­fen, Stand Up Paddling, Wa­ke­boar­ding oder was sonst noch so im und auf dem Was­ser an­ge­sagt ist. Die Club Sport neomatik ist die ers­te Uhr von Nomos Glas­hüt­te, die bis 300 Me­ter was­ser­dicht ist, was ja nicht nur aus­sagt, dass sie die Druck­ver­hält­nis­se in die­ser Tie­fe aus­hält.

No­vum bei Nomos: was­ser­dicht bis 300 Me­ter

Die kön­nen ja an­nä­hernd auch schon bei ei­nem coo­len Sprung vom Zehn­me­ter­turm oder ei­nem un­ge­woll­ten Bauch­klat­scher beim Fly­boar­ding ent­ste­hen. Das 42-Mil­li­me­ter- und da­mit größ­te Nomos-ge­häu­se ist für sol­che Si­tua­tio­nen ge­wapp­net und da­für ex­trastark kon­stru­iert so­wie mit be­son­de­ren Sa­phirglä­sern und Dich­tun­gen aus­ge­stat­tet – bis hin zur ver­schraub­ba­ren Kro­ne, de­ren rot ge­färb­ter Tu­bus warnt, wenn das Be­dien­teil vor dem Sprung ins Was­ser noch of­fen­steht. Mit ei­nem am­bi­tio­nier­ten Druck ge­gen das Ge­häu­se lässt sich die Kro­ne dann an­stands­los schlie­ßen. Im auf­ge­schraub­ten Zu­stand kommt man mit si­che­ren Rast­punk­ten in die ein­zel­nen Po­si­tio­nen Hand­auf­zug, Da­tums­schnell­schal­tung und Zei­ger­stel­lung.

es noch nicht ganz dun­kel ist, et­wa in der Abend­däm­me­rung an der Strand­bar, leuch­tet die an­sons­ten wei­ße Su­per­lu­mi­no­va auf den Zif­fern, In­di­zes und Zei­gern in be­son­ders schö­nem Azur­blau. Um auch bis in die Nacht hin­ein die Ori­en­tie­rung zu be­hal­ten, wur­den die ent­spre­chen­den Stel­len auf dem schwarz gal­va­ni­sier­ten Zif­fer­blatt ver­tieft, da­mit viel Far­be plat­ziert wer­den und kräf­tig leuch­ten kann. Auch die rho­di­nier­ten St­un­den- und Mi­nu­ten­zei­ger sind üp­pig mit Leucht­mas­se aus­ge­legt. Am Tage wir­ken die star­ken Schwarz­weiß-kon­tras­te aus­ge­spro­chen prag­ma­tisch und sor­gen so­mit eben­falls für bes­te Ables­bar­keit.

Gut ab­les­ba­res Da­tum, von in­no­va­ti­ver Tech­nik ge­steu­ert

Bei drei Uhr fällt das Da­tums­fens­ter auf – nicht nur, weil die wei­ßen Zif­fern auf schwar­zer Schei­be per­fekt zum Ge­samt­bild pas­sen, son­dern auch, weil es be­son­ders groß ist. Um die­se nach der Zeit­an­zei­ge ver­meint­lich wich­tigs­te Funk­ti­on ei­ner mo­wenn der­nen Arm­band­uhr dreh­ten sich ja vor al­lem die Ent­wick­lungs­ar­bei­ten beim Au­to­ma­tik­ka­li­ber DUW 6101, das im ver­gan­ge­nen Jahr erst­mals hin­ter der si­gni­fi­kan­ten Fas­sa­de der Au­to­bahn tick­te und nun auch in der Club Sport neomatik Ein­zug hält.

Weil das DUW 6101 mit 35,2 Mil­li­me­tern Durch­mes­ser be­son­ders groß ist, fin­det auch ein eben­sol­cher und da­mit gut ab­les­ba­rer Da­tums­ring sei­nen Platz. Die sicht­ba­re Da­tums­flä­che be­trägt 14,6 Qua­drat­mil­li­me­ter und ist da­mit fast drei­mal so

NOMOS GLAS­HÜT­TE NEOMATIK-KLAS­SE

Der Zu­satz »neomatik« steht für »neue Au­to­ma­tik«. Es sind voll­kom­men neu ent­wi­ckel­te Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber der »Deut­schen Uh­ren­wer­ke« (DUW). Duw-wer­ke sind auch mit dem Nomos-swing-sys­tem aus­ge­stat­tet.

groß wie in an­de­ren Ka­li­bern. Zu­gleich soll­te das DUW 6101 aber auch flach ge­hal­ten wer­den, was zu ei­ner be­son­de­ren Kon­struk­ti­on des Da­tums­schalt­ra­des führ­te. Es han­delt sich um ein Sys­tem aus zwei Rä­dern mit Pro­gramm­steue­rung und Schalt­klin­ke. Statt des her­kömm­li­chen 24St­un­den-ra­des, das sich ein­mal am Tag dreht, ro­tiert ein klei­ne­res Rad vier­mal am Tag, nimmt aber nur ein­mal die Da­tums­schei­be mit. Das klei­ne­re Rad trägt nicht nur zum fla­chen Ka­li­ber mit 3,6 Mil­li­me­tern Hö­he bei, son­dern sorgt auch an­ge­sichts kür­ze­rer Ein­griffs­zei­ten für ei­ne vier­mal schnel­le­re Da­tums­schal­tung.

Die Schalt­zeit be­trägt nur 30 Mi­nu­ten. Da­her sind auch die Sperr­zei­ten, al­so je­ne In­ter­val­le, zu de­nen man das Da­tum nicht ma­nu­ell ver­stel­len soll­te, ver­gleichs­wei­se kurz und be­lau­fen sich auf et­wa 45 Mi­nu­ten vor und nach Mit­ter­nacht. Wer den­noch zu die­ser Zeit aus Ver­se­hen an der Kro­ne dreht, muss nicht be­fürch­ten, das Werk zu be­schä­di­gen. Da­für sorgt ei­ne Rutsch­kupp­lung.

Neue Au­to­ma­tik läuft sta­bil und aus­ge­wo­gen

Spä­tes­tens beim Be­nut­zen der ge­rän­del­ten Schraub­kro­ne zur Da­tums­schnell­schal­tung be­merkt man, dass die­se so­wohl vor­wärts als auch rück­wärts funk­tio­niert. Das Da­tums­kor­rek­tur­rad ist fest ge­la­gert und be­fin­det sich au­ßer­halb der Kraft­ket­te, wenn kei­ne Da­tums­kor­rek­tur er­folgt. Dar­in liegt der kon­struk­ti­ve Un­ter­schied zu ei­nem Da­tum, dass sich nur in ei­ne Rich­tung kor­ri­gie­ren lässt.

Das DUW 6101 ist das elf­te haus­ei­ge­ne Uhr­werk und nach dem DUW 3001 von 2015 das zweite der No­mos­neo­ma­tik-klas­se. Die Be­zeich­nung »neomatik« steht da­bei für »neue Au­to­ma­tik«, sprich für voll­kom­men neu kon­stru­ier­te Nomos-uhr­wer­ke. DUW wie­der­um mar­kiert als »Deutsche Uh­ren­wer­ke« die Ma­nu­fak­tur­kom­pe­tenz von Nomos Glas­hüt­te, kenn­zeich­net aber auch sol­che Wer

ke, die aus den ur­sprüng­lich nach dem grie­chi­schen Al­pha­bet be­zeich­ne­ten Ka­li­bern her­vor­ge­hen. Den er­kenn­ba­ren Un­ter­schied macht die Ar­chi­tek­tur der Brü­cken aus, die man durch den Sa­phirglas­bo­den der Club Sport neomatik in Au­gen­schein neh­men kann. Ei­ne Drei­vier­tel­pla­ti­ne deckt den größ­ten Teil des Uhr­werks ab. Un­ter ihr ver­schwin­det auch die Au­to­ma­tik-kadra­tur. Nur ein­zel­ne Rä­der sind zu se­hen und die Un­ruh, die un­ter ei­ner sta­bi­len Brü­cke und nicht un­ter ei­nem Ko­ben mit drei Hertz os­zil­liert. Sie ge­hört mit tem­pe­ra­tur­gebläu­ter Spi­ra­le und Du­w­fein­re­gu­lie­rung zum Nomos-swing­sys­tem. Die Glas­hüt­ter jus­tie­ren alle Uhr­wer­ke in sechs La­gen. Wir ha­ben auf der Zeit­waa­ge in fünf Po­si­tio­nen ge­mes­sen und kom­men zu dem Schluss, dass die Club Sport neomatik cle­ver re­gu­liert ist und da­durch auch am Hand­ge­lenk, wo sie ja zu­meist un­ter Voll­auf­zug steht, nur et­wa zwei Se­kun­den am Tag vor­geht. Et­was schnel­ler wird sie, wenn die Gan­g­re­ser­ve ab­läuft.

Neu­es Edel­stahl­band mit Schnell­wech­sel­sys­tem

Neu und ein­zig­ar­tig ist das von Nomos-fans lang er­sehn­te Edel­stahl­band von Nomos. Die Club Sport ne

NOMOS GLAS­HÜT­TE CLUB SPORT NEOMATIK

Die Club Sport zählt zu den ro­bus­te­ren Mo­del­len der Glas­hüt­ter Manufaktur. Das mo­der­ne Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber steckt in ei­nem sehr druck­fes­ten Ge­häu­se. Die Uhr wird an ei­nem stra­pa­zier­fä­hi­gen Edel­stahl­arm­band ge­tra­gen.

oma­tik ist ei­ne der ers­ten Uh­ren, die mit die­sem aus­ge­stat­tet ist. Und gleich vor­weg: Wem es nicht ge­fällt, der kann es dank Band­schnell­wech­sel­sys­tem ganz ein­fach ab­bau­en.

Mit ei­nem Hauch von Eleganz willkommen im Sport-club

Aber wo­zu? Zum Was­ser­sport und für jeg­li­che wei­te­re Outdoor-ak­ti­vi­tät ist das ro­bus­te und pfle­ge­leich­te »Nomos-me­tall­band Sport« bes­tens ge­eig­net. Es be­steht im Ori­gi­nal aus 145 hand­ver­schraub­ten Ein­zel­tei­len, die sich alle ein­zeln ent­fer­nen las­sen. So­mit kann das Band in Drei-mil­li­me­ter-schrit­ten qua­si auf je­de ge­wünsch­te Län­ge ge­bracht wer­den. Zu­sätz­lich be­steht noch ei­ne klei­ne Va­ria­ti­ons­mög­lich­keit in der von Nomos selbst ent­wor­fe­nen, ein­sei­tig klap­pen­den Druck­falt­schlie­ße – nach dem glei­chen Prin­zip wie der Band­wech­sel, oh­ne jeg­li­ches Werk­zeug. So er­weist sich in der Pra­xis, dass die mas­ku­li­ne Club Sport neomatik auch am schma­len Hand­ge­lenk gut sitzt. Da­für sorgt trotz 42 Mil­li­me­ter Grö­ße ih­re er­staun­lich fla­che Bau­wei­se von nur reich­lich zehn Mil­li­me­tern, was für ei­ne bis 300 Me­ter was­ser­dicht Outdoor-uhr be­mer­kens­wert ist. Das neue Edel­stahl­band ist nicht nur in der Län­gen­ein­stel­lung fle­xi­bel, son­dern fügt sich auch dem Hand­ge­lenk. Die Schlie­ße drückt nicht, le­dig­lich ih­re po­lier­te Klap­pe be­kommt so man­chen Krat­zer ab – und das nicht nur beim Sport. [9390] ——— Be­wer­tung in der Preis­ka­te­go­rie bis 4000 Eu­ro

Nomos Glas­hüt­te 90 Punk­te von 100

Auf­fäl­lig: Das Da­tum ist bei­na­he drei­mal so groß wie bei an­de­ren No­mos­ka­li­bern. Ei­ne of­fen ge­blie­be­ne Kro­ne warnt mit si­gnal­ro­tem Tu­bus. Kon­trast­stark: Das Zif­fer­blatt lebt von Schwarz-weiß und ist da­her gut ab­les­bar. Nur »neomatik« und die Tie­fen­an­ga­be set­zen gold­far­be­ne Ak­zen­te.

Ab­ge­dich­tet: Das Au­to­ma­tik­ka­li­ber DUW 6101 tickt in ei­nem bis 30 Bar druck­fes­ten Ge­häu­se. An­ge­sichts sei­ner fla­chen Bau­wei­se bleibt auch das Ge­häu­se ele­gant.

Neu ent­wi­ckelt: Zum ers­ten Mal stat­tet Nomos ei­ne Uhr mit ei­nem Edel­stahl­arm­band aus. Die Druck­falt­schlie­ße hat der Glas­hüt­ter Her­stel­ler selbst ent­wor­fen.

Leucht­stark: Die Ele­men­te der Zeit­an­zei­ge leuch­ten bei Dun­kel­heit in herr­li­chem Blau. Da­zu ist be­son­ders viel Su­per­lu­mi­no­va auf dem Zif­fer­blatt auf­ge­bracht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.