Tech­nik A bis Z

A-Z Klei­nes Tech­ni­k­le­xi­kon von »A« wie An­ker­rad­zahn bis »Z« wie Zug­fe­der

Uhren-Magazin - - Inhalt -

Auf die Mi­nu­te kommt es an. Sie spielt so­wohl als ge­setz­li­che Maß­ein­heit im Ge­schäfts­ver­kehr als auch im me­cha­ni­schen Uhr­werk ei­ne zen­tra­le Rol­le.

Die Mi­nu­te ist ei­ne Zeit­ein­heit und der sech­zigs­te Teil ei­ner St­un­de. Sie stellt ei­ne ge­setz­li­che Maß­ein­heit dar und ist für den Ge­schäfts­ver­kehr vor­ge­se­hen. Die Ein­tei­lung geht auf die Ba­by­lo­ni­er zu­rück. Sie ent­wi­ckel­ten Brü­che als 60stel und 3600stel – aus­ge­hend von der re­li­giö­sen Be­deu­tung der Zahl Zwölf, von der Sech­zig wie­der­um ein Viel­fa­ches ist. Für die ba­by­lo­ni­sche Zeit ist üb­ri­gens auch be­legt, dass das Jahr auf Grund von zwölf Lu­na­tio­nen in zwölf Mo­na­te so­wie Tag und Nacht in je zwölf St­un­den un­ter­glie­dert wur­den. Aus dem 60stel wur­de spä­ter die Mi­nu­te, aus dem 3600stel

(ein 60stel ei­nes 60stels) die Se­kun­de. Die ers­ten schrift­li­chen Hin­wei­se dar­auf fin­den sich erst Jahr­hun­der­te da­nach in spät­rö­mi­scher Zeit. Im All­tag spiel­ten die Tei­lun­gen bis in die Neu­zeit hin­ein kei­ne Rol­le, son­dern wa­ren als ma­the­ma­ti­sche Grö­ßen vor al­lem für As­tro­no­men wich­tig. Für die Zeit­mes­sung er­lang­ten sie mit der Er­fin­dung des Pen­dels in der zwei­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts Be­deu­tung, als man ent­spre­chend ge­naue Uh­ren bau­en konn­te.

In ei­nem me­cha­ni­schen Uhr­werk spielt die Mi­nu­te ei­ne zen­tra­le Rol­le. Das nach ihr be­nann­te Mi­nu­ten­rad ist das ers­te Rad im Rä­der­werk und steht mit sei­nem Trieb im Ein­griff zum Fe­der­haus. Es muss al­so die gan­ze Kraft ab­fan­gen, wel­che die Zug­fe­der an das Rä­der­werk ab­gibt. Auf der an­de­ren Sei­te greift das Mi­nu­ten­rad in das Trieb des Klein­bo­den­ra­des ein. Kon­struk­tiv muss das Mi­nu­ten­rad im Zen­trum des Uhr­werks sit­zen, da die Mi­nu­te auf dem Zif­fer­blatt zu­meist aus der Mit­te her­aus an­ge­zeigt wird. Da­zu reicht die Wel­le des Ra­des weit aus dem Uhr­werk bis übers Zif­fer­blatt hin­aus und trägt hier das dreh­bar be­fes­tig­te Mi­nu­ten­rohr (auf der Gra­fik oben in Rot). Auf die­ses wird nach der Mon­ta­ge des Zif­fer­blat­tes der Mi­nu­ten­zei­ger ge­setzt. Aber das Mi­nu­ten­rohr hat noch ei­ne wei­te­re Funk­ti­on. Das klei­ne Stahl­rohr ist an sei­nem un­te­ren En­de, al­so zum Uhr­werk hin, ver­zahnt, wes­halb es auch als Mi­nu­ten­t­rieb (nicht zu ver­wech­seln mit dem Mi­nu­ten­rad­t­rieb) be­zeich­net wird. Die Ver­zah­nung greift in ein Wech­sel­rad ein, das die Um­dre­hungs­zahl von ein­mal in der St­un­de des Mi­nu­ten­ra­des auf ein­mal in zwölf St­un­den des St­un­den­ra­des re­du­ziert. Das St­un­den­rad sitzt mit sei­nem Rohr, auf dem der St­un­den­zei­ger be­fes­tigt ist, eben­falls auf dem Mi­nu­ten­rohr. Wird auch noch ei­ne Zen­tral­se­kun­de an­ge­zeigt, ist die Mi­nu­ten­rad­wel­le durch­bohrt und dient der La­ge­rung des zen­tra­len Se­kun­den­ra­des. Die Mi­nu­te spielt bei ver­schie­de­ne Zu­satz­funk­tio­nen ei­ne Rol­le, bei­spiels­wei­se als Mi­nu­ten­zäh­ler bei Chro­no­gra­phen, als Schlä­ge der Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on oder als Mi­nu­ten­ein­tei­lung auf Tauch­lü­net­ten. [9380] Ma­ri

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