Test: Op­to­ma UHD65

Pro­jek­to­ren von Op­to­ma ken­nen wir als DLP-Ge­rä­te, die meist et­was bes­ser auf Heim­ki­no­an­sprü­che op­ti­miert wur­den als ih­re Mit­be­wer­ber. Auch der UHD65 setzt sich durch be­son­de­re Merk­ma­le von an­de­ren ab.

video - - Video | Inhalt - Au­tor & Re­dak­ti­on: Roland Seibt // Bil­der: Her­stel­ler, Jo­sef Blei­er

Op­to­ma schraubt die Qua­li­tät der DLP-Bea­mer nach oben. Der UHD65 über­zeugt vor al­lem durch gu­te Be­we­gungs­wie­der­ga­be.

Sei­nen klei­nen wei­ßen Bru­der UHD60 hat­ten wir uns be­reits in der vi­deo 1/2018 an­ge­schaut. Jetzt hat es auch der 800 Eu­ro teu­re­re UHD65 in un­ser La­bor ge­schafft. Auf den ers­ten Blick be­steht der Haupt­un­ter­schied der bei­den Bea­mer in ih­rer Ge­häu­se­far­be. Der hier ist schwarz. An­schlüs­se, DLP-Chip und so­gar die Op­tik er­schei­nen iden­tisch. Das geht bis zum na­he­zu glei­chen Strom­ver­brauch, der so­gar den Ein­satz des­sel­ben Lam­pen­typs auf­drängt. Es gibt je­doch zwei ge­wal­ti­ge Un­ter­schie­de in den in­ne­ren Wer­ten von Bild­ver­ar­bei­tung und Farb­ge­stal­tung. Da­bei wur­de na­tür­lich das wei­ße Ge­rät grund­sätz­lich für den Ein­satz im Wohn­zim­mer kon­zi­piert, der Schwar­ze ge­hört ins Heim­ki­no. Mar­ke­ting­tech­nisch ist es je­doch si­cher­lich nicht leicht zu er­klä­ren, war­um das weit­aus güns­ti­ge­re Ge­rät mit 3000 Lu­men ge­gen­über den 2200 des UHD65 mehr Licht­leis­tung lie­fert. Wir stel­len im La­bor fest, dass der UHD65 ein RGBRGB-Farb­rad be­sitzt, wäh­rend der UHD60 nur RGBW nutz­te, al­so durch ein Weiß­seg­ment viel Bril­li­an­tCo­lor zu­misch­te. Der UHD65 be­sitzt so­mit stär­ke­re Far­ben, die ih­re Rein­heit auch bei ho­hen Pe­geln be­hal­ten und die sich im rich­ti­gen Ver­hält­nis zu Ma­xi­mal­weiß mi­schen.

Hier wech­seln die Far­ben auch mit 240 statt 120 Hertz, was we­ni­ger Re­gen­bo­gen­er­schei­nun­gen und ei­ne deut­lich bes­se­re Be­we­gungs­wie­der­ga­be ver­spricht. Pas­send da­zu be­sitzt der UHD65 ei­nen Chip zur Bild­ver­bes­se­rung, der Zwi­schen­bil­der zum Zwe­cke der En­tru­cke­lung ge­ne­riert und ne­ben­bei Far­ben, Kon­tras­te und die Schär­fe auf­hüb­scht. Die­se bei­den Hard­ware­ele­men­te sor­gen für ei­nen ge­hö­ri­gen Ge­winn in punc­to Bild­qua­li­tät.

Das Herz von Ul­tra-HD

Ba­sis der ul­tra­schar­fen Bea­mer­bil­der ist ein DLP-Chip von Te­xas In­stru­ments. Hier ist es die grö­ße­re Va­ri­an­te, die vier na­ti­ve Me­ga­pi­xel be­sitzt und durch dia­go­na­les Shif­ting die acht Mil­lio­nen Bild­punk­te von Ul­traHD er­zeugt. Preis­wer­te­re Ge­rä­te be­sit­zen nur ein Full-HD DMD (Di­gi­tal Mir­ror De­vice), des­sen vier­fa­ches Schie­be­spiel deut­lich wei­ter von ech­tem 4K ent­fernt ist. Im Op­to­ma UHD65 ist wie im klei­nen Bru­der die Ab­stim­mung von Chip und Op­tik gut und ef­fek­tiv ge­lun­gen. Man er­kennt die klei­nen Kipp-Spie­gel­chen auf der Lein­wand nicht ganz mes­ser­scharf, doch be­kommt so ho­mo­ge­ne Flä­chen mit ana­log wir­ken­den, sehr fei­nen De­tails. Spek­tral­feh­ler in den Lin­sen, al­so chro­ma­ti­sche Aber­ra­ti­on zu den Ecken hin, sind fest­stell­bar, je­doch ih­re Aus­wir­kun­gen ge­rin­ger als bei­spiels­wei­se die Farb­feh­ler, die selbst

die teu­ers­ten 3-Chip­per in SXRD oder D-ILA ha­ben. Die vie­len Un­ken­ru­fe, die der DLP-Tech­nik Fa­ke-UHD vor­wer­fen, sind al­so deut­lich über­trie­ben, vor al­lem wenn man sieht, dass selbst die bes­ten Ul­tra-HD Blu-rays nicht die vol­le na­ti­ve Auf­lö­sung be­nö­ti­gen, da al­les Film­ma­te­ri­al im Stu­dio An­ti­alia­sing durch­läuft. Und wir re­den da­bei nicht ein­mal von den vie­len 4K-Fil­men, die nur in 2K ge­mas­tert wur­den. Selbst mit un­se­ren spe­zi­el­len Mess-Se­quen­zen, die ma­xi­ma­le Ul­tra-HD-Sweeps und -Sie­mens­ster­ne lie­fern, wird ein Un­ter­schied zu „ech­ten“4K-Bea­mern kaum sicht­bar sein. Viel, viel kri­ti­scher ist hier das UHD-Ge­samt­kon­zept, das zu sel­ten be­trach­tet wird. Zum 4K-Film ge­hört auch High Dy­na­mic Ran­ge mit min­des­tens 10 Bit und su­per­sat­tem Schwarz, ge­nau­so wie ein bru­tal er­wei­ter­ter Far­b­raum (BT.2020). Hier tun sich grund­sätz­lich selbst die teu­ers­ten UHD-Bea­mer viel schwe­rer als TV-Ge­rä­te, und hier lie­gen gro­ße Un­ter­schie­de, die je­dem so­fort ins Au­ge fal­len.

Bes­se­re Pi­xel

Ih­re UHD-Auf­lö­sung ist die gro­ße Stär­ke der Bea­mer, weil im Grun­de je­der TV zu klein ist. Kaum je­mand hält die Vor­ga­be vom An­dert­halb­fa­chen der Bild­hö­he als Be­trach­tungs­ab­stand ein. Das Heim­ki­no braucht al­so Ul­tra HD und ge­winnt da­durch deut­lich an Im­mer­si­on. Das Ge­nie­ßen der fan­tas­ti­schen De­tail­fül­le ist da­bei deut­lich ent­spann­ter als auf dem zu na­hen TV.

Der UHD65 zeigt wie an­de­re Heim­ki­no-Bea­mer sau­ber ab­ge­stimm­te Far­ben. Das gilt aber für Far­ben im HD-Far­b­raum. Knall­bun­te Ani­ma­ti­ons­fil­me von UHD-BDs er­schei­nen im­mer noch ver­gleich­wei­se fahl – im Ver­gleich zu OLED- und QLED-TVs. Bea­mer un­ter 10.000 Eu­ro ma­chen es al­ler­dings al­le so. Da schlägt sich der UHD60 so­gar recht gut. Po­si­tiv fällt die ab Werk or­dent­li­che Er­ken­nung und Wie­der­ga­be von HDR-Ma­te­ri­al auf. Es gibt vier Va­ri­an­ten der PQ-

Um­set­zung, die das HDR-Bild auf­hel­len oder ihm mehr Durch­zeich­nung ver­schaf­fen. Um Ähn­li­ches mit Kon­kur­ren­ten zu voll­brin­gen, pro­gram­mie­ren Fo­ren­nut­zer ger­ne ih­re ei­ge­nen EOTF-Kur­ven und tau­schen sie aus. Das ist hier kaum nö­tig und auch nicht mög­lich, ob­wohl die Ka­li­brie­rungs­op­tio­nen in­klu­si­ve isf-ccc groß­ar­tig sind. Nach­schär­fung und Kon­tras­t­op­ti­mie­rung tra­gen auch ih­ren Teil zum bes­se­ren Bild bei. Da­bei ha­ben wir fest­ge­stellt, dass die Schär­fe sich beim Um­schal­ten der Qu­el­le nicht kor­rekt auf den Me­nüein­trag setzt – ein Firm­ware­feh­ler. Für En­thu­si­as­ten der ru­hi­gen Be­we­gun­gen und sat­ten Far­ben ist ins­ge­samt der Auf­preis des UHD65 ge­nau­so ge­recht­fer­tigt wie für al­le, die Re­gen­bo­gen­ar­te­fak­te als stö­rend emp­fin­den.

Fa­zit

Durch gu­te Be­we­gungs­wie­der­ga­be und fein­füh­li­ge, nicht zu sat­te HD-Far­ben hat Op­to­ma mit dem UHD65 die Klas­se der DLP-Ge­rä­te qua­li­ta­tiv nach oben er­wei­tert.

Op­to­ma stellt be­son­ders vie­le Op­tio­nen zur smar­ten Steue­rung be­reit. Ne­ben zwei­mal HDMI gibt es die Ana­lo­g­op­ti­on VGA.

Der Ein-Chip-DLP zeigt sys­tem­be­dingt feins­te 4K-Mus­ter fast oh­ne Farb­feh­ler an (die ro­te Mar­kie­rung ist das Schär­fe­ma­xi­mum). So ge­lingt ei­ne sa­gen­haf­te De­tail­wir­kung.

Es gibt je­de Men­ge Ein­stel­lun­gen zur Bil­d­op­ti­mie­rung, auch zur Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät des Qu­ell­si­gnals.

Drückt man ei­nen Knopf, leuch­tet die Fern­be­die­nung kurz auf. Ih­re Gum­mi­tas­ten re­agie­ren je­doch über­aus schwam­mig.

Zoom­reg­ler und Ein­stell­rad für den ver­ti­ka­len +/- 15° Lens­shift sind un­ter ei­ner Klap­pe ver­bor­gen.

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