„Es ist je­den Tag aufs Neue ein Kampf“

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Für die ex­zel­len­te Serie „Bad Banks“por­trä­tiert Pau­la Beer ei­ne jun­ge Fach­frau in der Welt der Hoch­fi­nanz. Ein ver­füh­re­ri­sches, aber auch knall­har­tes Um­feld – wie die 23-jäh­ri­ge Schau­spie­le­rin bei ih­rem Rol­len­stu­di­um er­fuhr. vi­deo: Was macht Men­schen aus, die sich vom Job des In­vest­ment Ban­kers an­ge­zo­gen füh­len? Pau­la Beer: Was al­le dort ver­eint, ist ei­ne ho­he In­tel­li­genz. Man muss un­fass­bar schnell und klug sein, um die­se kom­ple­xen Zu­sam­men­hän­ge un­ter ho­hem Zeit­druck durch­bli­cken zu kön­nen. Man muss au­ßer­dem im­mer „up to date“sein und mit ei­nem gro­ßen Kon­kur­renz­druck klar­kom­men. Au­ßer­dem ver­schafft ei­nem die­se Ar­beit ei­nen un­ge­heu­ren Ad­re­na­lin-Push. Man kann sich hoch­ar­bei­ten. Es ist je­den Tag aufs Neue ein Kampf. vi­deo: Dann ist In­vest­ment-Ban­king ei­ne Art Leis­tungs­sport? Pau­la Beer: Ja, to­tal. Ein Dau­er­sprint (lacht). vi­deo: Die Bro­ker sind oft sehr jun­ge Leu­te – so wie Sie. Kön­nen Sie mit die­ser Art der Ver­füh­rung et­was an­fan­gen? Pau­la Beer: Mitt­ler­wei­le fan­gen wie­der vie­le Men­schen sehr jung im Be­rufs­le­ben an. In mei­ner Abi-Klas­se war man mit 17 fer­tig. Man­che wa­ren erst 16. Dann geht’s an die Uni, und nach drei Jah­ren hat man sei­nen Ba­che­lor. Wer sich be­eilt – und die Ban­ker sind schnel­le Leu­te –, ist mit 21, 22 Jah­ren voll im Be­rufs­le­ben. Da er­scheint ei­nem die­se Macht, die­se Sum­men, die da be­wegt wer­den, schon sehr ver­füh­re­risch. Auch ich muss­te mir das erst mal klar­ma­chen. Als wir dreh­ten, war ich 20 oder 21 Jah­re alt. An­fangs dach­te ich: „Ich kann doch kei­ne Ban­ke­rin spie­len.“Doch die jun­gen Män­ner und Frau­en, die ver­gleich­ba­re Jobs ma­chen wie ich in der Serie, sind in Wirk­lich­keit kaum äl­ter. vi­deo: Die Ban­ker in der Serie sind al­le­samt kras­se Cha­rak­te­re. Da gibt es Dro­gen-, Sex- und Ar­beits­sucht ... Pau­la Beer: Na­tür­lich be­deu­tet Film im­mer kom­pri­mier­tes, in­so­fern über­zeich­ne­tes Le­ben. Un­se­re Serie er­zählt ih­ren Plot über acht Wo­chen. So viel, wie da pas­siert, wür­de ei­nem ech­ten Men­schen in die­sem Sys­tem viel­leicht in ein oder zwei Jah­ren wi­der­fah­ren. Selbst dann wä­re es im­mer noch ein Hoch­ge­schwin­dig­keits­le­ben, von dem wir be­rich­ten. Ich bin der Mei­nung, dass es kaum mög­lich ist, so zu le­ben und da­bei – oh­ne Hilfs­mit­tel – leis­tungs­stark und ge­sund zu blei­ben. vi­deo: Macht das Sys­tem die Men­schen krank, oder zieht es Cha­rak­te­re an, die oh­ne­hin ei­ne ge­wis­se Lee­re zu fül­len ha­ben? Pau­la Beer: Die meis­ten, die die­sen Job ma­chen, hö­ren mit An­fang, spä­tes­tens Mit­te 30 da­mit auf. Ich glau­be, dass es tat­säch­lich ei­nen be­son­de­ren An­trieb braucht, um die­sen Wahn­sinn mit­zu­ma­chen. Oh­ne ei­ne be­son­de­re Dis­po­si­ti­on hört man si­cher schnell wie­der auf, so zu ar­bei­ten und zu le­ben. Es ist schon ein sehr kras­ses Sys­tem. Für mich wä­re es ganz si­cher nichts. vi­deo: Was ist für Sie das Fa­zit der Serie? Pau­la Beer: Dass zwi­schen­mensch­li­che Nä­he im­mer wich­ti­ger ist als Geld. Egal, wie viel Macht ein Mensch hat oder wel­che Sum­men er be­wegt: Am En­de fühlt man sich ein­sam, wenn man nicht ge­liebt wird oder nicht zu lie­ben ver­steht. Wer nur auf die Kar­te Macht setzt, wird sich am En­de in ei­nem zu­sam­men­ge­bro­che­nen Kar­ten­haus wie­der­fin­den. vi­deo: Sie ha­ben mit 23 Jah­ren be­reits ei­ni­ge gro­ße Rol­len ge­spielt und mit be­rühm­ten Re­gis­seu­ren ge­ar­bei­tet. Trau­en Sie Ih­rer ei­ge­nen Er­folgs­ge­schich­te über den Weg? Pau­la Beer: Ich bin da tat­säch­lich so rein­ge­rutscht, und bis jetzt lief al­les mär­chen­haft gut. Mit acht Jah­ren stand ich das ers­te Mal auf der Büh­ne. Mit zwölf wuss­te ich, dass ich das ger­ne pro­fes­sio­nell ma­chen wür­de. Ich spiel­te im Kin­der­en­sem­ble des Ber­li­ner Fried­rich­stadt-Pa­lasts. Wäh­rend mei­ner ers­ten Re­vue dort wur­de ich von ei­ner Cas­te­rin ent­deckt. So be­kam ich die Rol­le in „Poll“, mei­nem ers­ten Ki­no­film von Chris Kraus. Ich glau­be, er hat mir da­mals ein Gr­und­ver­ständ­nis für Schau­spie­le­rei ver­mit­telt, an das ich heu­te noch glau­be. Da war ich 14.

PAU­LA BEER WAR GE­RA­DE EIN­MAL 14 JAH­RE ALT BEI IH­RER ERS­TEN KINOHAUPTROLLE.

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