Test: LG Pres­to HU80KSW

Durch sein un­ge­wöhn­li­ches De­sign er­öff­net der neue UHD-Bea­mer von LG ganz neue Ein­satz­mög­lich­kei­ten.

video - - Inhalt - von Ro­land Seibt

LG ist be­kannt da­für, ganz be­son­de­re Pro­jek­to­ren zu ent­wi­ckeln, die nicht ein­fach Bild­ge­ber sind, son­dern durch in­no­va­ti­ve Kon­zep­te neue Ein­satz­sze­na­ri­en er­öff­nen. Der Pres­to HU80KSW ist der ers­te Ul­tra-HD La­ser­pro­jek­tor mit je­der Men­ge in­ter­ak­ti­ver Bo­nustricks.

Ei­gent­lich kann man den neu­en Pres­to in kei­ne Ka­te­go­rie ein­ord­nen, denn sei­nes­glei­chen sucht man bis­lang ver­ge­bens. Pro­jek­to­ren, die lie­gend wie ste­hend ar­bei­ten und ihr Bild über ei­nen Spie­gel oder auch di­rekt an die Wand wer­fen, gibt es nur we­ni­ge. Lang­le­big­keit, HDR und sat­te Far­ben wer­den durch den blau­en La­ser als Licht­quel­le er­mög­licht, ein 4K-DLP-Chip mit XPR-Pi­xels­hift steht für die höchs­te er­ziel­ba­re Bild­schär­fe. Was den Pres­to je­doch noch mehr von der Kon­kur­renz ab­hebt, ist die In­te­gra­ti­on ei­ner kom­plet­ten Smart-TV-En­gi­ne. Ba­sis die­ses Ge­rä­tes ist das Be­triebs­sys­tem We­bOS 3.5, das je­de Men­ge Apps und Funk­tio­nen zur Ver­fü­gung stellt. Schon die SteuHDR, mit­tels Maus­zei­ger, der über Be­we­gun­gen der Ma­gic Re­mo­te Fern­be­die­nung ge­lenkt wird, ist wun­der­bar. Die in­tui­ti­ven On-Screen-Me­nüs zei­gen nicht nur den Weg in Ein­stel­lungs­und Hil­fe­me­nüs, son­dern auch ei­ne gro­ße Aus­wahl an Qu­ell­for­ma­ten. So spiel­te der in­te­grier­te Me­di­a­play­er nicht nur Fo­tos ab, son­dern auch Fil­me bis hin­auf zur Ul­tra-HDAuf­lö­sung in HDR10 und HLG – das Gan­ze über USB oder von un­se­rem DLNA-Me­dia­netz­werk. Selbst Text­da­tei­en und sim­ple Po­wer­point-Prä­sen­ta­tio­nen konn­te der Pres­to di­rekt ver­ar­bei­ten. Nach der „Mi­ra­cast“Bild­schirm­spie­ge­lung von Smart­pho­nes pro­bier­ten wir die Vi­deo-onDe­mand Apps aus. Net­flix klapp­te in die wei­te­re Band­brei­te reicht von Youtu­be und Sky Ti­cket über Max­do­me bis zur Vi­deo­cie­ty. Al­lein das Feh­len von Ama­zon Pri­me fiel ne­ga­tiv auf. Wer Za­too be­zahlt, kann mit dem LG HU80KSW auch di­rekt Fern­se­hen strea­men, bei DAZN be­kommt man Sport. Die vie­len Dut­zend wei­te­ren Apps wie Spo­ti­fy, Plex oder Bild zu er­wäh­nen, ha­ben wir hier nicht den Platz.

Pres­to, pres­to

Im Grun­de ha­ben wir es noch nie schnel­ler und pro­blem­lo­ser ge­schafft, ei­nen Film an die Wand zu be­kom­men als mit die­sem LG. Man kann das 7 kg leich­te Ge­rät gut am Hen­kel fas­sen, um es mit zu Freun­den zu ne­he­rung

men, es dort im ge­sun­den Ab­stand vor ei­ner wei­ßen Wand plat­zie­ren, das in­te­grier­te Netz­ka­bel her­aus­zie­hen und den Spie­gel auf­klap­pen ... und kurz nach­dem das WLAN-Pass­wort ver­ra­ten wur­de, geht es schon los mit dem ge­stream­ten Film­spaß bei­spiels­wei­se über Net­flix.

Ein über­aus in­ter­es­san­ter Ein­satz­ort wä­re das Schlaf­zim­mer, wo er in Ki­no­ma­nier an die De­cke pro­ji­ziert, so­gar in ei­ner Schrä­ge. Im Ge­gen­satz zu Mit­be­wer­bern darf er lie­gend oder ste­hend be­trie­ben wer­den. Über den Spie­gel kann das Bild in wei­ten Be­rei­chen ver­ti­kal ge­schwenkt wer­den, ei­ne au­to­ma­ti­sche An­pas­sung für die Tra­pe­z­ent­zer­rung funk­tio­niert er­staun­lich gut. Will man den Spie­gel je­doch mil­li­me­ter­ge­nau auf ei­ne Lein­wand jus­tie­ren, ge­lingt das nur schwie­rig. Und ge­ra­de ei­ne dunk­le Kon­trast­lein­wand tä­te dem Bild die­ses Pres­to wirk­lich gut, denn sein Schwarz­wert ist ent­täu­schend. Von den an­ge­ge­be­nen 2500 Lu­men konn­ten wir in HDR tat­säch­lich stol­ze 1900 nach­voll­zie­hen, je­doch bei ei­nem ma­ge­ren Kon­trast von nur 350:1. Über­ra­gend sind hin­ge­gen die ex­zel­len­te Bild­schär­fe und der durch das Pi­xels­hif­ting noch­mals ver­bes­ser­te Füll­fak­tor.

Spieg­lein, Spieg­lein

Na­tür­lich lei­det die 4K-Auf­lö­sung, wenn man die Tra­pez­kor­rek­tur nutzt, al­so ei­gent­lich im­mer, au­ßer beim „ent­spie­gel­ten“Ein­satz als Front­pro- jek­tor. Po­si­tiv ist hin­ge­gen, dass dann im­mer noch gu­te al­te Full-HD-Fil­me äu­ßerst scharf re­pro­du­ziert wer­den. Hier­an sind vie­le Bild­ver­bes­se­rer nicht ganz un­schul­dig. Nach­schär­fung und En­t­rau­schung funk­tio­nie­ren so gut wie die Kon­tras­t­op­ti­mie­rung. Die Be­we­gungs­schär­fe wird durch die TruMo­ti­on Zwi­schen­bild­be­rech­nung or­dent­lich auf­ge­wer­tet. Durch den Ein­satz ei­nes RYGBRYGB-Farb­ra­des mit 200Hz Farb­fre­quenz wird der Re­gen­bo­gen­ef­fekt mi­ni­miert und die Farb­hel­lig­keit auf­recht­er­hal­ten (kein Weiß­seg­ment). Das al­les hört sich ganz toll an, doch wenn es an die De­tails geht, zei­gen sich ei­ni­ge Schat­ten­sei­ten des HU80KSW. So ist die Farb­mi­schung im Ki­no­mo­dus der Werks-

vor­ga­be or­dent­lich, je­doch wirkt al­les et­was mau und düs­ter. Tat­säch­lich ent­spricht die Farb­wahl „Mit­tel“am ehes­ten der Norm D65. Ak­ti­viert man die na­ti­ve Farb­vor­ga­be „Na­tür­lich“wird das Bild dop­pelt so hell, und man be­kommt es durch Her­un­ter­re­geln von Grün (in RGB-Gain = Weiß­ab­gleich Hoch) farb­echt und bril­lant. Das Pro­blem ist dann nur ein star­ker Blaus­hift in dunk­len Tö­nen na­he Schwarz, den man mit der Off­set­steue­rung (Weiß­ab­gleich: Nied­rig) nicht kor­ri­gie­ren kann. Die­sen und an­de­re Ef­fek­te wie ei­nen Ro­te­in­bruch in HDR kann der Pro­fi im 20-Punk­tSe­t­up weg­ka­li­brie­ren, je­doch stell­te sich das als recht zä­hes Un­ter­fan­gen her­aus. Wir ra­ten eher zur Nut­zung der Werks­mo­di na­mens „Ki­no“.

Heimci­ne­as­ten, die die ma­xi­ma­le Bild­qua­li­tät be­nö­ti­gen, wer­den den Pres­to eh nicht wol­len, es sei denn als schö­nen mo­bi­len Zweit­bea­mer fürs Ga­ming oder im Schlaf­zim­mer. Hier ist er wirk­lich un­ge­mein prak­tisch, da er al­les bis hin zur Klang­ver­ar­bei­tung mit 2x7-Watt Laut­spre­chern oder Au­dio-Re­turn-Chan­nel bis hin zur Un­ter­stüt­zung von Blue­tooth-Kopf­hö­rern an­bie­tet. 20.000 St­un­den La­ser-Le­bens­dau­er, Hoch­lau­fen in elf Se­kun­den und recht lei­se Lüf­ter spre­chen wei­ter­hin für ihn. Lei­der ist der Preis nicht ganz kom­pa­ti­bel zur jun­gen mul­ti­me­dia­len Ziel­grup­pe, die das Ge­rät an­spre­chen soll­te.

Fa­zit

Der LG Pres­to ba­siert auf ei­nem fan­tas­ti­schen Kon­zept, das De­sign und Funk­tio­na­li­tät ei­nes Pro­jek­tors in neue Spä­ren ka­ta­pul­tiert. Beim Ent­wi­ckeln von Ein­satz­sze­na­ri­en sind der Phan­ta­sie kei­ne Gren­zen ge­setzt. Wo er nicht hin­ge­hört, ist aber das Heim­ki­no. Da­für ist er viel zu va­ria­bel, mo­bil, weiß und schön.

lGs Ma­gic Re­mo­te gibt es hier in schi­ckem Weiß, aber oh­ne Mi­kro­fon. die Steue­rung über ei­ne Maus­funk­ti­on ge­fällt uns ja schon im­mer be­son­ders gut.

Sei­ne edel ver­ar­bei­te­te Form ist au­ßer­ge­wöhn­lich, die Funk­tio­nen ein­zig­ar­tig. Der Pres­to ist mehr ein de­si­gnori­en­tier­ter Un­ter­hal­tungs­künst­ler als sim­pler 4K-Pro­jek­tor. Er kann in fast je­der Stel­lung ar­bei­ten und be­amt über sei­nen Spie­gel übe­r­all hin.

Es gibt je­weils zwei HDMI- und USB-Ein­gän­ge, da­ne­ben so­gar ei­ne Sound­ver­ar­bei­tung mit Di­gi­tal­aus­gang und ARC. Das lan­ge Netz­ka­bel wird ins Ge­rät her­ein­ge­zo­gen auf­ge­rollt.

LGs We­bOS lie­fert den Zu­gang zu Vi­deo-on-De­mand und Me­dia­play­ern für DLNA-Netz­werk, Mi­ra­cast und USB-Qu­el­len. So­gar Po­wer­point-Prä­sis wer­den an­ge­zeigt.

im Mo­dus als Front­pro­jek­ti­on oh­ne tra­pe­z­ent­zer­rung ist das Ul­tra-Hd-Bild mes­ser­scharf. selbst die dia­go­na­len wer­den bis in die spit­zen ab­ge­bil­det. dank der dlP ein­chipt­ech­nik mit Pi­xels­hift auch oh­ne Farb­de­ckungs­feh­ler.

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