Zu Be­such im Heim­ki­no

Wenn selbst die bes­ten Ge­rä­te noch auf­wen­dig ge­tunt wer­den, be­fin­den wir uns im vi­deo Heim­ki­no des Mo­nats.

video - - Inhalt - von Vol­ker Straß­burg

as Haus wur­de um das Ki­no her­um ge­baut“, sagt der Ci­ne­ast – ganz sach­lich, oh­ne über­trie­be­nen Be­sit­zer­stolz und oh­ne Iro­nie. Es ist schlicht ei­ne Tat­sa­che. Denn die Lei­den­schaft zum Film wie auch für die un­zäh­li­gen Aus­stat­tungs­de­tails in un­se­rem Pri­vat­heim­ki­no des Mo­nats sprengt so manch be­kann­te Di­men­si­on.

Es ist – vor­läu­fi­ges! – Er­geb­nis ei­ner nicht ru­hen wol­len­den Su­che nach Per­fek­ti­on. Hier gibt es kaum ei­nen Baustein, der über die Jah­re hin­weg nicht wie­der­holt aus­ge­tauscht oder durch Tu­ning ver­bes­sert wur­de. Und dies, ob­gleich das Ki­no oh­ne­hin nie an­ders plat­ziert war als im pu­ren High End. Bei­spiel Pro­jek­tor: „Ich hat­te min­des­tens ein Dut­zend Bea­mer.“Der vor­letz­te war der Sony VPL-VW 1100. Ein Star mit na­ti­ver 4K-Bild­punkt­zahl und Traum für zahl­rei­che Heim-Ci­ne­as­ten.

Aber eben nicht für al­le: „Der Pro­jek­tor ver­stellt sich in den Far­ben re­la­tiv schnell, und man muss ihn per­ma­nent nach­ka­li­brie­ren“, so lau­te­te die Be­schwer­de. Nichts Ge­rin­ge­res als der

La­ser-Pro­jek­tor JVC DLA-Z 1 wur­de da­mals Nach­fol­ger, ein Mo­dell, das al­lei­ne be­reits um 35.000 Eu­ro kos­tet. „La­ser ist in den Far­ben deut­lich sta­bi­ler, und das Bild wirkt ins­ge­samt ru­hi­ger.“ Doch scheint das Bes­se­re des Per­fek­ten Feind… Da­her steht nun der Kauf des High-End-Sca­lers Lu­ma­gen Ra­di­an­ce Pro an. Denn der JVC „macht mit UHD-Fil­men noch leich­te Ar­te­fak­te zwi­schen die Bil­der, wie Geis­ter­bil­der“. Der Sca­ler soll den Bea­merPro­zes­sor hier ent­las­ten. Ab Werk scheint die­ser al­ler­dings eben­falls nicht gut ge­nug. Un­ser Ci­ne­ast setzt auf Fein­tu­ning sei­nes Haus- und HofLie­fe­ran­ten Ci­n­emi­ke, den wir als Händ­ler des Mo­nats auf Sei­te 108 vor­stel­len. Erst mit des­sen Ver­bes­se­run­gen kün­digt sich Zuf­rie­den­heit an.

Mit Ci­n­emi­ke sind auch an­de­re Op­ti­mie­rungs­schrit­te ver­bun­den. Den ed­len Blu-ray-Play­er Op­po UDP-203 et­wa ha­ben die Heim­ki­no­spe­zia­lis­ten ver­fei­nert. Eben­so den größ­ten Teil des Mu­sik-Equip­ments wie et­wa die Ma­rant­zund Crown-Vor- und End­stu­fen oder den ak­ti­ven Sub­woo­fer T 1800, den Ci­n­emi­ke kom­plett selbst kon­zep­tio­niert und ge­baut hat.

Die hoch­wer­ti­gen Ki­no­bau­stei­ne konn­ten sich über die Jah­re hin­weg zu­sam­men­fin­den. Zu­nächst spiel­ten sie in der Woh­nung des En­thu­si­as­ten zu­sam­men, dann kam der Haus­bau an die Rei­he. Da die Part­ne­rin eben­falls ki­no­af­fin ist, war von An­fang an klar: Der wich­tigs­te Raum kommt in der Pla­nung zu­vor­derst. Das Heim­ki­no er­hielt im Un­ter­ge­schoss die ma­xi­ma­le Flä­che, so wie sie der Bau­grund zu­ließ, und es hat mit rund 40 Qua­drat­me­ter zu­dem die größ­te Zim­mer­flä­che des Hau­ses.

Die Wän­de wur­den aus mas­si­vem Be­ton ge­gos­sen. Das hat sei­nen Grund. Der for­schen­de Ci­ne­ast kon­zep­tio­niert auch nach dem Ein­bau des Equip­ments wei­ter. In ei­nem nächs­ten Schritt wird der Tief­bass ver­bes­sert. Der T 1800 reicht bis 30 Hertz hin­un­ter. Noch wäh­rend un­se­re Re­por­ta­ge ent­stand, wur­den Vor­be­rei­tun­gen ge­trof­fen, ihn mit ei­nem zu­sätz­li­chen Sub­woo­fer zu er­gän­zen. Die­se Ein­zel­an­fer­ti­gung wird bün­dig in die Rück­wand des Ki­nos ein­ge­las­sen. 1700 Li­ter Vo­lu­men um­fasst sein ge­mau­er­tes Ge­häu­se. Er ist dann für die Fre­quen­zen un­ter­halb der 30 Hertz zu­stän­dig. „Da geht es we­ni­ger ums Hö­ren als ums Spü­ren“, sagt der Perfektionist und ver­weist dar­auf, dass Heim­ki­no für ihn nicht nur Fil­me an­schau­en, son­dern Fil­me er­le­ben be­deu­tet. Mög­li­che Kon­se­quenz dar­aus: In­stal­la­teur Ci­n­emi­ke weiß, dass solch tie­fe Fre­quen­zen das Mau­er­werk zum Vi­brie­ren brin­gen kön­nen. Der Be­ton­kel­ler ste­cke die­se lo­cker weg – die Haus­wän­de könn­ten aber Ris­se be­kom­men.

Be­ben­de Ses­sel

Um sein Ki­no noch wei­ter spür­bar und er­leb­bar zu ma­chen, in­stal­lier­te sein Be­sit­zer zu­dem das teu­re D-BOXSys­tem. Es be­steht aus ei­nem klei­nen Käst­chen und gro­ßen Spe­zi­al­ses­seln, an de­ren Fü­ßen „Ak­to­ren“in­stal­liert sind. Die­se rüt­teln und nei­gen die Le-

der­ber­ge so deut­lich, dass im Zu­sam­men­spiel mit den pas­sen­den Bil­dern auf der Lein­wand in­ten­siv wir­ken­de Be­we­gungs­ef­fek­te ent­ste­hen.

Ex­tra-Auf­wand wur­de auch bei der Ci­ne­ma­scope-Rah­men­lein­wand fäl­lig. Mit 3,80 Me­ter lo­tet sie die Raum­brei­te voll aus, mehr ging nicht. Die Sei­ten­mas­kie­rung für das Tuch wird elek­trisch ge­steu­ert. Aber: „Es wa­ren leich­te In­ter­fe­ren­zen in den Bil­dern zu se­hen.“

Da­her muss­te ein hoch­wer­ti­ge­res Tuch her. Die Wahl fiel auf die Edel­mar­ke Ste­wart. Doch mit ihr hät­te ei­gent­lich die ge­sam­te In­stal­la­ti­on aus­ge­tauscht wer­den müs­sen. Statt­des­sen wur­de das Ste­wart-Tuch ei­nes an­de­ren Mo­dells in den Rah­men ein­ge­ar­bei­tet. „Das ging fast nicht und war ei­ne ech­te Fum­me­lei.“Am En­de je­doch klapp­te al­les. „Nun ist das ei­ne Lein­wand, wie es sie wohl kein zwei­tes Mal gibt.“

Das gilt auch für das klei­ne Fens­ter, hin­ter dem der La­ser-Pro­jek­tor hängt und das den Pro­jek­ti­ons- mit dem Ki­n­o­raum ver­bin­det. Denn der Bea­mer ist re­la­tiv laut und ver­strömt viel Wär­me. Das se­pa­ra­te Zim­mer schirmt die Ge­räu­sche ab und ver­fügt zu­dem über ei­nen ei­ge­nen Ab­luft­ka­nal zur Küh­lung. Da­mit kei­ne Re­flek­tio­nen ent­ste­hen, wenn die Bil­der durch das Ver­bin­dungs- fens­ter flir­ren, be­steht die­ses aus Mu­se­ums­glas. Es wird für ge­wöhn­lich bei hoch­wer­ti­gen Aus­stel­lun­gen ver­wen­det, um die Ex­po­na­te da­hin­ter zu plat­zier­ten, al­so auch Ge­mäl­de. Mu­se­ums­glas ist spe­zi­ell ent­spie­gelt und ver­mei­det Farb­ver­fäl­schun­gen. Un­ser Ci­ne­ast hat sich für sein Heim­ki­no ei­ne Spe­zi­al­an­fer­ti­gung be­stellt. Sie ist di­cker als die Aus­füh­rung im Mu­se­um und kann da­her nicht ins Schwin­gen ge­ra­ten.

Bei al­lem Me­ga-Auf­wand steht be­reits jetzt die wei­te­re Auf- und Um­rüs­tung des Klangs an. Wäh­rend des Haus­baus war der Ki­n­o­raum als ers­ter fer­tig – doch fi­nal wird er wohl nie sein.

heim­ki­no­kraft und Mu­sik klin­gen an­ge­mes­sen. hier­für hat der ci­ne­ast mit drei Mo­no­b­lö­cken kei­nen Auf­wand ge­scheut. Dol­by At­mos 5.1.4 spielt ma­xi­mal auf. Aus rund 3500 Fil­men und Kon­zer­ten be­steht das Ki­nound Mu­si­k­ar­chiv. samm­ler­stü cke wie der Bal­rog aus herr der Rin­ge oder die „Pis­to­le“des Bla­de Run­ner 2049 sind au­gen­fäl­lig aus­ge­stellt. im se­pa­ra­ten Pro­jek­ti­ons­raum hin­ter Mu­se­ums­glas hängt der JVc La­ser-Bea­mer.

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