LG ole­d65e8 // 4500 eu­ro

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Der TV-Her­stel­ler LG Elec­tro­nics durf­te in den ers­ten OLED-Jah­ren die Pa­nels der Kon­zern­schwes­ter ex­klu­siv nut­zen und be­sitzt so­mit die längs­te Er­fah­rung da­rin, wie man die Pi­xel am bes­ten an­steu­ert. Wäh­rend Mit­be­wer­ber spä­ter die Ge­heim­nis­se der Pa­nels er­grün­de­ten, ging LG be­reits in die vier­te Ge­ne­ra­ti­on ei­ge­ner Bild­chips und setz­te da­bei auf ein selbst op­ti­mier­tes Be­triebs­sys­tem mit dem in­ter­ak­tivs­ten al­ler Be­di­en­kon­zep­te. Jüngs­ter Sproß der Jagd nach dem Su­per­bild ist der Pro­zes­sor Al­pha-9. Durch ihn und sei­ne künst­li­che In­tel­li­genz wird das Bild tat­säch­lich noch deut­lich sau­be­rer, al­so mit we­ni­ger Be­we­gungs­ar­te­fak­ten, Rau­schen oder Ska­lie­rungs­kan­ten, dar­ge­stellt als noch letz­tes Jahr.

Im Wett­lauf um die per­fek­te Farb­dar­stel­lung ist LG üb­ri­gens weit vorn mit da­bei. Der Her­stel­ler gibt die letz­te tech­ni­sche Bas­ti­on frei, in der Ent­wick­lungs­in­ge­nieu­re ih­rem Bild ei­nen ei­ge­nen Farb­cha­rak­ter ver­lei­hen kön­nen: den 3D-Look­up-Ta­ble. Hier werF­arb­norm den al­le Far­ben kurz vor dem Pa­nel­trei­ber um­ge­wan­delt, um an die na­ti­ven Ei­gen­schaf­ten des Dis­plays an­ge­passt zu wer­den. Wo an­de­re stolz sind, 60 Punk­te ei­nes RGB-Ab­gleichs für die Au­to­ka­li­bra­ti­on mit der La­bor­soft­ware Cal­man be­reit­zu­stel­len, lässt LG zu­sätz­lich da­zu noch fast 36.000 Ein­trä­ge in die Far­bum­wand­lung zu – ge­trennt für SDR und HDR. Die Qua­li­täts­un­ter­schie­de im OLEDSpit­zen­be­reich sind zwar nur mar­gi­nal, je­doch er­laubt dies ei­ne Ab­stim­mung auf Stu­dio­ni­veau, die mit der Al­te­rung des Ge­rä­tes kon­stan­te op­ti­ma­le Re­sul­ta­te ver­spricht. Pro­fes­sio­nel­ler geht es nicht.

Al­les für Spit­zen­qua­li­tät

LG hat sich star­ke Part­ner ins Boot ge­holt, um mehr zu bie­ten als an­de­re. Al­len vor­an war das Dol­by, wo mit Vi­si­on und At­mos seit Jah­ren die fort­schritt­lichs­te HDR-Ver­ar­bei­tung und 3D-Sound in­te­griert wur­den. Jetzt wird so­gar Tech­ni­co­lor mit ei­nem ei­ge­nen HDR-Ver­fah­ren und pas­sen­der un­ter­stützt. Isf-Mo­di für die Ka­li­bra­ti­on fin­den sich selbst­re­dend auch bei den Bild­ein­stel­lun­gen. Auch wenn es für den Bild­chip ein Kin­der­spiel wä­re, dürf­te die In­te­gra­ti­on von HDR10+ aus po­li­ti­schen Grün­den nicht nach­ge­reicht wer­den.

Auch im Ton­be­reich gibt es In­no­va­ti­ves. Ei­ne Einmess­au­to­ma­tik auf die Raum­akus­tik, die das Mi­kro­fon der Fern­be­die­nung nutzt, ist mehr als ei­ne pfif­fi­ge Idee. Bei un­se­rem gut ab­ge­stimm­ten Show­room zeig­te sich klang­lich je­doch kaum ei­ne An­pas­sung. Die In­te­gra­ti­on vie­ler Dol­by­Sur­round-Al­go­rith­men för­dert im Ein­satz al­ler­dings Er­staun­li­ches zu­ta­ge. Wer sagt, dass 3D-Sound à la At­mos mit der 4.2-Chas­sis­be­stü­ckung ein Witz sei, der ver­gisst, dass bei­spiels­wei­se Net­flix At­mos lie­fert, das nur durch ei­nen in­tel­li­gen­ten TV über den HDMI-Au­dio-Re­turn-Chan­nel an ei­nen AV-Re­cei­ver aus­ge­ge­ben wer­den kann.

Apro­pos HDMI: Die vier Ein­gän­ge sind bis in die Ma­xi­mal­fre­quen­zen

von 2.0b ak­ti­viert und neh­men auch Full-HD in 120 Hz ent­ge­gen. Drei­mal USB sorgt für Me­di­en­zu­gang und ei­ne op­tio­na­le Fest­plat­te, die sich emp­fiehlt, da­mit der Dop­pel­tu­ner kom­for­ta­bel auf­zeich­net. Ana­log­ein­gän­ge sucht man ver­ge­bens. An Funk­ver­bin­dun­gen gibt es Blue­tooth 4.2 inkl. Apt-X und WLAN-ac. Bei der Smart­pho­ne-Spie­ge­lung ist so­gar ein Over­lay-Mo­dus ver­füg­bar.

Form und Funk­ti­on

Die ed­le Glas­kon­struk­ti­on, durch die der E8 über dem Tisch zu schwe­ben scheint, ist das Haupt­merk­mal, das ihn von sei­nen Brü­dern un­ter­schei­det. Die B-Se­rie hat ei­nen schwä­che­ren Bild­chip, der C ein­fa­che­res De­sign, G mehr Sound­wucht und W schmiegt sich flach an die Wand. Hier er­kennt man auf den ers­ten Blick kaum das schma­le Loch­git­ter un­ter­halb des Pa­nels und denkt, der Sound müs­se von jen­seits der Schei­be kom­men. Doch da­für ist er viel zu har­mo­nisch und dy­na­misch. Na­tür­lich sit­zen die tie­frei­chen­den Woo­fer­chen hin­ten, doch was vor dem Ge­rät pas­siert, ist mehr als lo­bens­wert. Der LG er­reicht längst nicht die Prä­zi­si­on und Sprit­zig­keit des Philips, doch liegt er bei Neu­tra­li­tät und Dy­na­mik vorn und schlägt die an­de­ren klar bei der Ver­zer­rungs­frei­heit.

Die Bild­qua­li­tät als ent­schei­den­des Kri­te­ri­um er­wäh­nen wir hier nur kurz, ist sie doch wei­test­ge­hend iden­tisch zum C8 und W8, die bei uns bril­lie­ren konn­ten. Der neue Chip lässt die Be­we­gungs­glät­tung an Sony und Panasonic vor­bei­zie­hen, die Farb­auf­be­rei­tung ge­lingt ex­trem na­tür­lich, und wie ge­habt gibt LG mehr Hel­lig­keits- und Strom­re­ser­ven als an­de­re frei, wenn mehr als ein Drit­tel der Bild­flä­che be­son­ders hell wer­den soll. Et­was un­spek­ta­ku­lär, aber tech­nisch wirk­lich sau­ber ist das Tu­n­er­bild im „Spar­mo­dus“, der ab Werk ak­ti­viert ist. Hier wird nicht wie sonst üb­lich stark nach­ge­schärft, wo­durch Ar­te­fak­te über­hand neh­men und Ge­sich­ter von TV-Prot­ago­nis­ten von Na­hem aus­se­hen wie Mine­craft-Klöt­ze. Nicht so bei LG. Da­für sind Mo­di wie „Leb­haft“oder „Sport“hier ei­ne Ka­ta­stro­phe.

Kurz vor Re­dak­ti­ons­schluss führ­te un­ser Mus­ter­ge­rät ein au­to­ma­ti­sches Up­date durch, wel­ches ihm den ver­spro­che­nen Goog­le As­sis­ten­ten be­scher­te. Jetzt kann man Hun­der­te Fra­gen und Be­feh­le nicht nur an LGs künst­li­che In­tel­li­genz ThinQ rich­ten, son­dern wo der gro­ße Suchan­bie­ter mehr weiß oder mehr Ge­rä­te steu­ern kann, gibt er au­to­ma­tisch sei­nen Senf da­zu. Smar­te Funk­tio­nen und In­halts­emp­feh­lun­gen wer­den sich da­mit auf ei­nen neu­en Le­vel be­ge­ben.

Fa­zit

An Glas schwe­bend wirkt der E8 leicht und schick, je­doch sind sei­ne au­dio­vi­su­el­len Fä­hig­kei­ten kei­nes­wegs als dünn zu be­zeich­nen. Er­staun­lich, wie­viel Sound aus dem Nichts kommt und wie hell ein OLED strah­len darf. Fea­tures und Be­di­en­kon­zept sind hy­per­mo­dern und sor­gen für den Ge­samt­sieg.

lGs Fern­be­die­nung „Ma­gic Re­mo­te“ver­eint klas­si­sche Tas­ten­be­die­nung mit mo­derns­ter Maus­steue­rung und Sprachas­sis­ten­ten.

Der ge­sam­te TV sitzt auf ei­ner Glas­schei­be, die im Fuß fest­ge­klemmt ist. So scheint er über dem Rack fast zu schwe­ben – fas­zi­nie­rend.

Wem das HDR-Bild zu dun­kel oder fahl er­scheint, der kann au­to­ma­tisch den Kon­trast er­hö­hen las­sen, auch mit Hil­fe al­ler Me­t­a­da­ten. Das nennt sich dann „Map­ping“.

Um die Ka­bel zu ver­ber­gen, die zum schlan­ken Fern­se­her füh­ren, bie­tet sich ein Schlauch in Wand­far­be an. Am Ge­rät be­fin­det sich ein klei­ner Ab­stand­shal­ter. Ver­ste­cken lässt sich an der Rück­wand nichts.

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