I, TONYA

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nach den olym­pi­schen Win­ter­spie­len 1994 wur­de die Eis­kunst­läu­fe­rin Tonya Har­ding welt­be­rühmt, als ih­re Ver­stri­ckun­gen in den ge­walt­sa­men An­griff auf ih­re Kon­kur­ren­tin Nan­cy Ker­ri­gan pu­blik wur­den. „I, Tonya“zeich­net das Le­ben ei­ner der schil­lernds­ten Pro­fi­sport­le­rin­nen der Ge­schich­te nach. Re­gis­seur Mi­ke Gil­le­spie ar­bei­tet sich da­bei aber nicht ein­fach trä­ge an ein paar wich­ti­gen Mo­men­ten Har­dings ab, son­dern ent­wirft statt­des­sen ei­nen glei­cher­ma­ßen be­ein­dru­cken­den wie gro­tes­ken Film ir­gend­wo zwi­schen Bio­pic und ab­sur­der Gangs­ter­ko­mö­die. Wäh­rend die jun­ge Tonya da­bei von Be­ginn an kei­nes­wegs als fein­geis­ti­ge In­tel­lek­tu­el­le ein­ge­führt wird, wirkt sie vor der Pa­ra­de an männ­li­chen Vol­l­idio­ten, die sich schon bald dar­an­macht ihr Le­ben voll­stän­dig ge­gen die Wand zu fah­ren, mit­un­ter wie ein Schiff, das in dem Meer aus Wahn­sinn, das sie um­gibt, ei­gent­lich nur ken­tern kann. Ge­konnt hält der Film da­bei die Ba­lan­ce zwi­schen ab­sur­der Ko­mik und nach­voll­zieh­ba­rer Dra­ma­tik. Im­mer dann, wenn man näm­lich meint, „I, Tonya“könn­te Ge­fahr lau­fen ins Lä­cher­li­che zu glei­ten, of­fen­bart ge­ra­de das Spiel von Mar­got Rob­bie, wie viel Tra­gik gleich­falls auch in die­ser Fi­gur der ge­trie­be­nen und aus­ge­nutz­ten Sport­le­rin liegt. Wähnt man sich je­doch auch nur für ein paar Se­kun­den auf dem Pfad ei­nes klas­si­schen Dra­mas, zau­bert Gil­le­spie auch schon den nächs­ten hirn­ver­brann­ten Schwach­kopf aus dem Hut, der ga­ran­tiert mit ei­ner wei­te­ren gran­dio­sen Schnaps­idee da­für sor­gen wird, dass Tonya es sich in den kur­zen Mo­men­ten des Glücks nie all­zu be­hag­lich ma­chen kann. „I, Tonya“ist der klas­si­sche Fall ei­ner Ge­schich­te, die so skur­ril ist, dass man sie im Le­ben nicht glau­ben wür­de, wä­re sie nicht tat­säch­lich so pas­siert. Mit ei­nem her­aus­ra­gen­dem Cast und wun­der­ba­rem Fein­ge­fühl für all sei­ne ver­schro­be­nen Fi­gu­ren und de­ren ab­sur­de Hand­lun­gen ist die­ser Film ei­nes der ab­so­lu­ten High­lights des Jah­res und un­ser Platz 2.

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