Test: Teu­fel Ci­ne­sys­tem Pro

Man trifft sich im­mer zwei­mal: Nach ih­rem Tri­umph im letz­ten Jahr kam die Teu­fel Ci­ne­bar Pro zu­rück, um noch mehr See­len von Heim­ki­no-Be­geis­ter­ten an sich zu bin­den. Da­bei un­ter­stüt­zen sie im Ci­ne­sys­tem Pro zwei draht­lo­se Re­ar-Spea­ker.

video - - Inhalt - von Ste­fan Schi­cke­danz

Mit Sub­woo­fer und Re­ar-Spea­k­ern wird die Sound­bar schnell zum klei­nen Sur­round-Set.

Kol­le­gin An­to­nia Lai­er frag­te in Aus­ga­be 11/18 pro­vo­ka­tiv: „Mit (dem) Teu­fel ei­nen Pakt schlie­ßen? Wer sich ak­tu­ell ein rich­tig gu­tes und zu­gleich kom­pak­tes Heim­ki­no­Se­t­up nach Hau­se ho­len möch­te, soll­te den Schritt viel­leicht wa­gen. Ist die Ci­ne­bar Pro die Sün­de wert?“Und man ahnt es be­reits, schließ­lich kann­te die Kol­le­gin schon beim Ver­fas­sen der Ein­lei­tung den Aus­gang der Ge­schich­te. Ihr Fazit: „Der teuf­li­sche Plan geht auf: Mit der Pro wur­de ein über­ra­gen­des Sound­bar-Duo ge­schaf­fen.“

An­ge­sichts ei­nes sol­chen Er­geb­nis­ses soll­te man mei­nen, dass sich der be­tref­fen­de Her­stel­ler erst ein­mal auf sei­nen Lor­bee­ren aus­ruht. Doch of­fen­sicht­lich dach­ten sich die Ber­li­ner, dass es wohl mit dem Teu­fel zu­ge­hen müss­te, wenn es ih­nen nicht ge­län­ge, das her­vor­ra­gen­de Er­geb­nis der 1300 Eu­ro teu­ren Kom­bi­na­ti­on aus Sound­bar und Sub­woo­fer noch zu top­pen. Und so kam die Ci­ne­bar Pro kürz­lich mit Ver­stär­kung zu­rück.

Ver­stär­kung an­ge­for­dert

Die Task­force von der Spree nennt sich nun Ci­ne­sys­tem Pro und be­steht aus dem be­reits be­kann­ten Duo aus Ci­ne­bar Pro und dem Sub­woo­fer T10 (Ein­zel­preis 420 Eu­ro) plus zwei draht­lo­sen Sur­round-Bo­xen. Da­mit ist die Mar­sch­rich­tung des 4.1Sys­tems of­fen­sicht­lich: Ne­ben ei­nem ge­wis­sen Zu­ge­winn an Pe­gel kommt na­tür­lich ei­ne Rä­um­lich­keit ins Spiel, wie man sie letzt­lich nur mit dis­kre­ten Re­ar-Ka­nä­len er­rei­chen kann.

In die­ser Kon­fi­gu­ra­ti­on wird das Ci­ne­sys­tem Pro zu ei­ner ernst­haf­ten Kon­kur­renz für erschwingliche 5.1-Laut­spre­cher Sets. Trotz­dem bleibt der Lis­ten­preis mit 1600 Eu­ro aus­ge­spro­chen kon­kur­renz­fä­hig. Da­für wird ei­ne Men­ge ge­bo­ten. Schließ­lich zählt die Ci­ne­bar Pro zu den auf­wen­digs­ten Sound­bars auf dem Markt. Ihr ro­bus­tes, edel an­mu­ten­des Me­tall­ge­häu­se wiegt über 11 Ki­lo und ist sat­te 120 Zen­ti­me­ter breit. Im In­nern ver­ber­gen sich ne­ben zwei 2,5-Zen­ti­me­ter-Hoch­tö­nern gleich sechs Mit­tel­tö­ner mit ei­nem Durch­mes­ser von je 10 Zen­ti­me­tern. Je­weils zwei da­von bil­den mit je­dem der Hoch­tö­ner ei­nen der bei­den vor­de­ren Haupt­ka­nä­le. Die bei­den an­de­ren Mit­tel­tö­ner sit­zen in den Flan­ken der Sound­bar als Si­de-Fi­ring-Spea­ker. Sie er­mög­li­chen mit der Dy­na­mo­re Ul­tra Tech­no­lo­gie vir­tu­el­len Sur­round Sound. Um Phan­tom­schall­quel­len im Rü­cken von re­spek­ti­ve ne­ben Zu­hö­rern ent­ste­hen zu las­sen, nut­zen sie die Re­fle­xi­on der Sei­ten­wän­de. Das funk­tio­niert je nach Sitz­po­si­ti­on, Ein­rich­tung und Be­dämp­fung des Raums mal mehr und mal we­ni­ger gut. Im vier­tei­li­gen Ci­ne­sys­tem Pro sor­gen schon die draht­los an­ge­steu­er­ten zwei We­ge-Bo­xen für ei­ne sta­bi­le Raum­wie­der­ga­be. Doch scha­den die bei­den

Dy­na­mo­re-Ul­tra-Ka­nä­le auch nicht, denn sie fül­len mit ih­rem Sound die Lü­cke zwi­schen vor­ne und hin­ten auf. In den ge­schlos­se­nen Kunst­stoff­ge­häu­sen der Wi­re­less-Re­ars tei­len sich ei­ne 1,9-Zen­ti­me­ter-Ka­lot­te und ein 7,6-Zen­ti­me­ter-Ko­nus die Ar­beit. Je­der der bei­den Sa­tel­li­ten ver­fügt über ei­ne ei­ge­ne 35-Watt-Class-D-End­stu­fe und wird über ein ei­ge­nes vier Me­ter lan­ges Strom­ka­bel ver­sorgt. Wer in sei­nem Raum an der rich­ti­gen Stel­le kein pas­sen­des Re­gal hat, kann für 60 Eu­ro bei Teu­fel ein Paar Stand­fü­ße AC 1001 SP da­für er­wer­ben. Die be­ste­hen aus Me­tall, sind 96 Zen­ti­me­ter hoch und bie­ten die Mög­lich­keit, das Laut­spre­cher­ka­bel im Stand­fuß zu ver­le­gen.

Schwe­res Ge­rät schwebt

Beim Ci­ne­sys­tem Pro steht so­gar der Sub­woo­fer auf klei­nen Fü­ßen, die ihn über dem Bo­den schwe­ben las­sen. Ob­wohl das den T10, ein schwar­zer Qua­der mit glat­ten Flä­chen, nicht ganz so klo­big wir­ken lässt, han­delt es sich da­bei nicht um ei­nen De­si­gnGag. Der Ak­tiv-Sub­woo­fer der Hig­hEnd-Klas­se wur­de näm­lich als Down­fi­re Sub­woo­fer kon­zi­piert – das heißt ei­gent­lich. Wer die Fü­ße an­ders an­schraubt, der kann die 15,6 Ki­lo schwe­re Kon­struk­ti­on auch als Front­fi­re-Sub­woo­fer ver­wen­den. Das macht den ka­bel­los an­steu­er­ba­ren T10 äu­ßerst fle­xi­bel. Der Re­flex­ka­nal des Bass-Re­flex-Ge­häu­ses wur­de in DPUTech­nik aus­ge­führt. Hin­ter dem Kür­zel ver­steckt sich Teu­fels Re­zept ge­gen Strö­mungs­ge­räu­sche, die durch Grö­ße und Form der Aus­tritts­öff­nung be­kämpft wer­den.

Das in­te­grier­te Elek­tro­nik-Mo­dul ver­fügt über ei­ne 150 W star­ke Clas­sD-End­stu­fe und ver­fügt ne­ben den üb­li­chen Ein­stell­mög­lich­kei­ten über ei­ne Bass-Boost-Funk­ti­on, die sei­nem 25-Zen­ti­me­ter-Alu­mi­ni­um-Tief­tö­ner zünf­tig Bei­ne macht.

Kö­nig­li­che Kon­nek­ti­vi­tät

Wäh­rend der Sub­woo­fer sei­nen Cinch-Ein­gang in die­ser Kon­stel­la­ti­on, die ganz auf draht­lo­se Ver­bin­dung zwi­schen den ein­zel­nen Kom­po­nen­ten setzt, nie brau­chen wird, er­wei­sen sich die vie­len An­schlüs­se derCi­ne­bar Pro als äu­ßerst nütz­lich. Das gilt al­len vor­an für die gleich vier HDMI-Ein­gän­ge der Sound­bar. Da­zu kommt ein HDMI-Aus­gang mit Au­dio-Rück­ka­nal. Da­durch ge­nügt ein ein­zi­ges Ka­bel, um die Bar mit dem Fern­se­her zu ver­bin­den.

Die Ci­ne­bar Pro wird ih­rem Pre­mi­um­an­spruch ge­recht. Sie er­mög­licht das Durch­schleu­sen hoch­auf­lö­sen­der Video-Si­gna­le mit 4K/60 H und ist zu HDCP2.2 kom­pa­ti­bel. Zu­sätz­lich ver­fügt die Ci­ne­bar Pro ne­ben ei­ner Blue­tooth-Schnitt­stel­le noch über ei­ne Men­ge wei­te­rer di­gi­ta­ler und ana­lo­ger Au­dio-Ein­gän­ge. Um der vie­len Ka­bel auf der Rück­sei­te Herr zu wer­den, spen­dier­ten ihr die Ent­wick­ler ro­te Gum­mi­la­schen, die wie Ka­bel­bin­der funk­tio­nie­ren. Um Un­glü­cke und Be­schä­di­gun­gen zu ver­mei­den, kleb­ten auf un­se­rem Test­mus­ter gro­ße Warn­schil­der, die ge­dan­ken­lo­se Be­nut­zer, die man zu spä­ter St­un­de wo­mög­lich auch in der ein oder an­de­ren Re­dak­ti­on fin­den könn­te, da­von ab­hal­ten sol­len, die Gum­mi­la­schen als Tra­ge­grif­fe zu ver­wen­den. Dass sich die Ent­wick­ler wirk­lich Ge­dan­ken zur Be­nut­zung des Ci­ne­sys­tem Pro mach­ten, merkt man auch an ganz an­de­rer Stel­le. Vie­le Sound­bars knau­sern im Be­reich der Be­die­nung. Doch hier geht Teu­fel gleich dop­pelt in die Vol­len. In der Mit­te der Sound­bar, wo kei­ne Laut­spre­cher hin­ter dem Ab­deck­git­ter sit­zen, brach­ten sie an der Ober­kan­te ein von Wei­tem sicht­ba­res Ma­trix-Dis­play un­ter, das sehr ver­ständ­lich dem Be­nut­zer Rück­mel­dung gibt. Da­mit gab sich Teu­fel aber nicht zu­frie­den. Die Ber­li­ner set­zen gleich­zei­tig auf ein On­screen-Me­nü, das gera­de beim Set-up gu­te Di­ens­te leis­tet. Schließ­lich er­mög­licht das Ci­ne­sys­tem Pro ei­ne An­pas­sung des Pe­gels und der Ent­fer­nung der ein­zel­nen Laut­spre­cher, ge­nau wie man es von AV-Re­cei­vern kennt. Um­so mehr in­ter­es­sier­te uns die Fra­ge, ob auch das Klang­er­leb­nis mit Sur­round-Sys­te­men aus vie­len Ein­zel­kom­po­nen­ten mit-

hal­ten kann. Dass die Über­ra­schung sich in Grenzen hielt, lag da­bei kei­nes­falls dar­an, dass es sich nicht um ei­ne an­spre­chen­de und mit­rei­ßen­de Per­for­mance ge­han­delt hät­te. Be­reits die Ci­ne­bar Pro ließ uns im letz­ten No­vem­ber-Heft der­ma­ßen die Kinn­la­den her­un­ter­fal­len, dass wir dies­mal ein­fach auf ei­ne herausragende Per­for­mance ge­fasst wa­ren. Zu den be­kann­ten Tu­gen­den wie Neu­tra­li­tät, ex­tre­mer Breit­ban­dig­keit und an­spre­chen­der Dy­na­mik kam jetzt noch ei­ne in die­sem Um­feld schier herausragende Rä­um­lich­keit. Das Ci­ne­sys­tem Pro um­hüll­te uns mit ei­ner lü­cken­lo­sen, weit­rei­chen­den Rä­um­lich­keit, wie man sie von Sound­bars nicht ge­wohnt ist. Der Über­gang zwi­schen Sound­bar und Sub­woo­fer ge­lang aus­ge­zeich­net und auch die hin­te­ren Sa­tel­li­ten füg­ten sich naht­los ins Klang­bild ein

Für Sound­bars ganz und gar au­ßer­ge­wöhn­lich war die vi­ta­le Fein­dy­na­mik, von der her­aus­ra­gen­den Grob- dy­na­mik ganz zu schwei­gen. In den Auf­zeich­nun­gen des Au­tors fand sich aus ei­nem Hör­durch­gang mit Kon­zert­mit­schnit­ten die Be­mer­kung „Dis­co!“Gera­de bei un­se­rem be­son­ders har­ten Prüf­stein, der Blu-ray Disc „Smo­ke + Mir­ros Live“von den Ima­gi­ne Dra­gons tauch­te es ei­nen der­ma­ßen in ein ex­plo­si­ves Ge­misch aus Büh­nen-Action und to­ben­dem Pu­bli­kum, dass man glatt ver­ges­sen konn­te, ei­nem Sound­bar-ba­sier­ten Sys­tem zu lau­schen, das an Wohn­raum­freund­lich­keit und Preis­ge­stal­tung schwer zu top­pen ist.

Fazit

Viel hilft viel heißt es im Volks­mund. In die­sem Fall be­deu­ten zwei zu­sätz­li­che klei­ne Ak­tiv-Bo­xen ein deut­li­ches Plus an Au­then­ti­zi­tät und At­mo­sphä­re, wäh­rend sich der Auf­preis für das Ci­ne­sys­tem Pro ge­gen­über der Ci­ne­bar Pro in Grenzen hält. Der Mehr­auf­wand ist al­so kein Selbst­zweck.

Teu­fel schnür­te mit dem Ci­ne­sys­tem Pro ein Pa­ket aus der her­aus­ra­gen­den Ci­ne­bar Pro, dem amt­li­chen Sub­woo­fer T10 und zwei draht­lo­sen 2-We­geSur­round-Bo­xen, die in Schwarz oder Weiß er­hält­lich sind.

ne­ben den vier HDMi-ein­gän­gen gibt es noch ei­ne rei­he wei­te­rer di­gi­ta­ler und ana­lo­ger an­schlüs­se. Die Kon­nek­ti­vi­tät ent­spricht eher ei­nem aV-re­cei­ver, als ei­ner sound­bar. Von be­lieb­ten apps wie spo­ti­fy lässt vom smart­pho­ne, ta­blet oder PC sich Mu­sik mit der in­te­grier­ten Über­tra­gungs­tech­nik goog­le Chro­me­cast auf die Ci­ne­bar Pro strea­men. Da­zu hält das ge­rät via wlan Ver­bin­dung zum netz­werk.

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